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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/amtsblatt/mobilitaet-serie-3.php 15.09.2021 08:05:08 Uhr 18.10.2021 18:49:42 Uhr

Zu Fuß ist die Stadt eine andere

Uta Gensichen, Sprecherin des Jane‘s Walk Festivals in Dresden.
Uta Gensichen, Sprecherin des Jane‘s Walk Festivals in Dresden.

Europäische Mobilitätswoche 2021 (Teil 3) – „Dresden zu Fuß" veranstaltet das Jane‘s Walk Festival

Rund um die Europäische Mobilitätswoche 2021 vom 16. bis 22. September lädt die Landeshauptstadt Dresden ein, klima- und umweltfreundliche Mobilitätsformen auszuprobieren. Unter dem Motto „Aktiv, gesund und sicher unterwegs" bieten zahlreiche Verbände, Vereine, Unternehmen und die Stadt selbst ein interessantes Programm, das zeigt: mobil sein ohne Auto ist möglich, macht Spaß und kann im Alltag praktisch gelebt werden. Das Dresdner Amtsblatt zeigt in drei Artikeln Veranstaltungen und Akteure der Europäischen Mobilitätswoche 2021. Im letzten Teil stellt sich Uta Gensichen, Mitglied im FUSS e.V. (Ortsgruppe „Dresden zu Fuß") und Sprecherin des Jane‘s Walk-Festivals den Fragen.

Das Jane’s Walk Festival findet parallel zur Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September statt. Was ist überhaupt ein Jane‘s Walk?
Jane‘s Walks sind keine klassischen Vorträge, sondern von Bürgerinnen und Bürgern geführte, kostenlose Spaziergänge. Es geht dabei um das Gemeinsame, also miteinander die Stadt zu entdecken. Jede und jeder kann mitspazieren oder selbst einen Walk leiten. Hauptsache, man ist neugierig auf andere Menschen und auf die eigene Stadt.

Und wer war diese Jane?
Jane Jacobs war eine Stadttheoretikerin und Aktivistin, die vor allem in den 1960er Jahren gegen die autogerechte Stadt gekämpft hat. In ihrem New Yorker Viertel, in dem sie lange lebte, hat sie Menschen beobachtet, die sich zu Fuß durch die Straßen bewegen. Und sie hatte ganz klare Ideen, wie wir Städte für alle gestalten sollten. Das war damals nicht sehr en vogue. Heute aber sind ihre Vorschläge aktueller denn je.

Zu welchen Themen gibt es denn Walks?
Da gibt es eigentlich gar keine Grenzen. Wir hatten in den vergangenen Jahren schon Spaziergänge auf Sorbisch oder Französisch, entlang früherer Kino-Standorte oder auf den Spuren Erich Kästners. In diesem Jahr gibt es unter anderem einen Rundgang über den Weißen Hirsch, dann einen Walk über verkehrsberuhigte Wohnquartiere und einen weiteren auf dem Gelände des Leipziger Bahnhofs. Und jeden Tag trudeln weitere Anmeldungen rein. Es lohnt sich also, immer mal wieder auf www.janeswalk-dresden.de ins Programm zu schauen.

Muss man sich anmelden, um mitzuspazieren?
Nein, das muss man nicht. Einfach ins Programm auf unserer Website gucken und spontan zu den Walks kommen.

Warum organisiert „Dresden zu Fuß" eigentlich solch ein Festival?
Als Ortsgruppe des Fachverbands Fußverkehr, also dem FUSS e. V., ist unsere Perspektive ohnehin vor allem auf das Gehen ausgerichtet. Wir setzen uns ja schon seit Jahren für mehr Zebrastreifen in Dresden ein, für sichere Schulwege und gegen sogenannte Bettelampeln. Zu Fuß ist die Stadt einfach eine andere. Spaziert man mal mit anderen gemeinsam und sehr bewusst durch den eigenen Stadtteil, fallen einem Dinge auf, die wir sonst im schnellen Alltag vielleicht übersehen.

Was zum Beispiel?
Ich habe etwa erst durch die Walks gemerkt, wie viele Nähläden es in der Neustadt gibt, wie schön die Hufewiesen sind und wie kompliziert es manchmal ist, eine Brücke zu überqueren. Es gibt wirklich so viel zu entdecken!

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