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Sexismus

Sexismus bedeutet, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu diskriminieren oder abzuwerten. Seit den 1960er-Jahren wird dieser Begriff verwendet, um die Überzeugung von der Unterlegenheit eines Geschlechts zu beschreiben. Heutzutage hat er Einzug in die politischen Debatten gefunden.

Formen von Sexismus

Geschlechterstereotype sind in unserer Gesellschaft seit langem tief verwurzelt. Historisch wurden Männern und Frauen unterschiedliche Eigenschaften, Aufgaben und Fähigkeiten zugeschrieben – eine Praxis, die bis heute weitgehend fortbesteht. Auf dieser Grundlage haben sich verschiedene Formen von Sexismus entwickelt:

  • Zwischenmenschlicher Sexismus: Diese Form betrifft die persönliche Ebene. Sie äußert sich in individuellen Vorbehalten und Überzeugungen darüber, wie Menschen aufgrund ihres Geschlechts "zu sein haben". Diese Zuschreibungen betreffen verschiedene Lebensbereiche – von Beruf und Karriere bis hin zu privaten Rollen, individuellem Aussehen, Wünschen, Begabungen oder Interessen.
  • Struktureller Sexismus: Diese Form ist in Institutionen, Gesetzen und gesellschaftlichen Praktiken verankert. Sie führt zur systematischen Benachteiligung von Frauen, Männern und queeren Personen aufgrund gesellschaftlich verwurzelter Rollenerwartungen, Normen und Werte.
  • Wohlwollender Sexismus: Diese subtilere Form verbirgt sich hinter scheinbar positiven Aussagen, die jedoch Geschlechterstereotype festigen. Beispiel: "Frauen haben ein natürliches Talent für Fürsorgearbeit" oder "Männer sind die geborenen Beschützer".

Alltägliche Beispiele:

  • Wenn eine Frau bei einem Vorstellungsgespräch für eine Führungsposition nicht ernstgenommen wird, weil ihr weniger zugetraut wird als einem Mann oder ihrem Geschlecht eher Fürsorgearbeit als eine Karriere zugedacht wird.
  • Wenn ein Mann für eine Stelle als Erzieher in einem Kindergarten pauschal als ungeeignet betrachtet wird.
  • Wenn queere Personen auf stereotype Rollenbilder reduziert werden, die weder männlichen noch weiblichen Normen vollständig entsprechen.

Sexismus kann sich in abwertenden Kommentaren, stereotypen Witzen, ungleicher Behandlung oder herabwürdigenden bildlichen Darstellungen zeigen. Die Soziologin Sara Delamont vergleicht diese Diskriminierungsform treffend mit Rassismus: Es geht um die Stereotypisierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Dabei sind die Folgen gravierend. So werden individuelle Talente und Potenziale eingeschränkt, wenn Menschen aufgrund von Geschlechterstereotypen gehindert werden, ihren individuellen Weg zu gehen.

Wie reagiert die kommunale Gleichstellungsbeauftragte auf Sexismus?

Das Büro der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Landeshauptstadt Dresden bekommt zahlreiche Hinweise auf sexistische Inhalte und Verhaltensweisen. Das zeigt, wie groß der Bedarf nach Einschätzung und geeigneter Reaktion in Fällen von Sexismus ist. Dabei haben die Mitarbeiter*innen im Büro vorwiegend mit der Prüfung von Alltagssexismus zu tun, der im schulischen, beruflichen und öffentlichen Leben sichtbar wird.

Konkrete Beispiele dafür sind unter anderem:

  • wiederholte Hinweise im dienstlichen Zusammenhang auf ein angeblich nicht vorhandenes räumliches Vorstellungsvermögen bei Frauen
  • Verharmlosung sexualisierter Gewalt gegen einen Mann ("Wie kann eine Frau einen Mann vergewaltigen?")
  • Anbringen pornografischer Materialien am Arbeitsplatz

Kontakt

Im Büro der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten steht Ihnen Maria Funke ebenfalls für Beratung und Vermittlung zur Verfügung.

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