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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/galerie-2-stock_137059.php 06.06.2024 13:26:05 Uhr 24.07.2024 10:19:02 Uhr

Horizont, Baum und Rhythmus

29. Mai bis 23. August 2024

Waldrand
Sylvia Fenk: Waldrand, Cyanotypie, Kaltnadelradierung, 2022
Waldspaziergang
Gerrit Höfig: Waldspaziergang, Collage/Acryl auf Sperrholz, 2000
Zwischenwelt
Franziska Kunath: Zwischenwelt, Öl auf Leinwand, 2020
Komm lieber Mai und mache
Mirjam Moritz: Komm lieber Mai und mache, Graphit/Tempera auf Papier, 2024
wind kommt auf
Maja Nagel: wind kommt auf, Kohlezeichnung, 2024
Haselsträucher
Elisabeth Richter: Haselsträucher, Kreide auf Papier, 2020

Die erste Ausstellung der neuen Jahresreihe „Inmitten der Natur“ der freien und offenen Künstlergruppe „Pleinair“ zeigt Arbeiten von Sylvia Fenk, Gerrit Höfig, Franziska Kunath, Mirjam Moritz, Maja Nagel, Anita Rempe und Elisabeth Richter. In dieser Ausstellung steht das Übertragen von Gesehenem und Erlebtem im Mittelpunkt: Am Anfang vieler künstlerischer Ausbildungswege stand das Naturstudium. Landschaften wurden studiert und die in der Natur vorgefundenen Rhythmen horizontaler und vertikaler Linien vergleichsweise unverfälscht als Kompositionsgerüst in eine grafische oder malerische Arbeit übertragen. Durch die intensive Art der Aneignung wurden solche Rhythmen verinnerlicht und in zunehmend freieren inhaltlichen Auseinandersetzungen und künstlerischen Arbeitsweisen aus dem Inneren genutzt und in eigenständigen Kompositionen zur Entfaltung gebracht. Nach Phasen von Loslösung kann mit geschultem Blick und gewachsener Erfahrung die Rhythmik der Natur und Landschaft neu betrachtet und befragt werden.

Zu den einzelnen künstlerischen Positionen:

Sylvia Fenk: „In meiner Pleinairarbeit lenke ich den Focus auf Ausschnitte in der Landschaft und verdichte sie kompositorisch und grafisch, schaffe so ganz eigene Perspektiven, abstrakte Formen und Strukturen. Vor allem mit den grafischen Techniken des Tiefdrucks, den Tusche-, Kreide-, Graphitzeichnungen und grafischen Malereien erreiche ich die Verdichtung des Erlebten, Erfühlten und Erspürten. Mit meiner Sicht auf die Natur und meiner Dimension des Natur-Erlebens möchte ich den Betrachter berühren oder auch konfrontieren.

Gerrit Höfig: „Schon seit meiner Jugend ist es mir ein Bedürfnis, in der Natur künstlerisch zu arbeiten. Die Dynamik der Linie, die Spannung der Räume und die intimen Gesten der Bäume und Büsche regen mich in meiner bildnerischen Arbeit an und finden so ganz persönliche Formen und Farben. Zugleich kommt immer mehr in mein Blickfeld, dass wir in einer Industrielandschaft leben, die von Menschen genutzt und vernutzt wird. Diese Eindrücke fließen ebenfalls in meine Bilder ein.“

Franziska Kunath: „In meiner Arbeit halte ich stets engen Kontakt zur Natur/Landschaft. Die unerschöpfliche Vielfalt der Wahrnehmungen und Betrachtungen regen mich zu Gedankenspielen und bildnerischen Umsetzungen, Experimenten an. In meiner Arbeit wechseln sich Malerei, Grafik, Drucktechniken ab. Teilweise kombiniere ich die verschiedenen Techniken, um zu neuen Ergebnissen zu kommen, die manchmal geplant sind, aber auch zu Überraschungen führen.“

„Dass die Bilder und Dinge von Mirjam Moritz uns verzaubern können, hat damit zu tun, dass Mirjam die durchaus kräftezehrende Spannung nicht an die Betrachter weiterreicht, sondern sie nur an den positiven Effekten der Schöpfungsprozesse teilhaben lässt. Die Gegenstände sind nicht überfrachtet, sondern entlastet. Die Formen und Farben werden auf die wesentlichen positiven Eigenschaften reduziert … Doch keinesfalls wirken durch diese Reduktionen die Bilder leer oder gar sinnentleert, sondern nur von Überflüssigem befreit … Dadurch wirkt sich unweigerlich das positive Lebens- und Freiheitsgefühl über den Bildrahmen hinaus und schließt uns als Betrachter ein. Wir geraten dann auch leicht aus der Mitte, fühlen uns berührt, zum Positiven hingezogen oder gar etwas verzaubert.“ (Dr. Stefan Bürger, Kunsthistoriker)

Maja Nagel: „alles beginnt bei mir mit dem zeichnen

sehen, sammeln, finden und verdichten, formen und fixieren

und … es muß mich angehen“

Anita Rempe: „Immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, Materialien und Formen, so male ich.“

Elisabeth Richter: „Vor allem im ländlichen Raum finde ich meine Motive und Anregungen. Das Zeichnen unmittelbar vor der Natur erschließt mir eine Vielzahl von Ansatzpunkten und Betrachtungsmöglichkeiten, um im Atelier vor allem großformatige Blätter zu erarbeiten. Beim Arbeiten lege ich Wert auf eine spontane, lebendige Linienführung. Das Spiel von Weiß zu Schwarz über Grau spannungsvoll auszuleben und so das Gesehene, Empfundene, durch mich Fließende auf den Bildträger zu bringen, ist bei mir ein Eintauchen in eine andere Welt, eine andere Daseinsebene.“

Die Künstlergruppe „Pleinair“

ist eine 2015 gegründete freie und offene Künstlergruppe, zu der derzeit 24 Dresdner Künstlerinnen und Künstler aus drei Generationen gehören. Zentraler Ort der Gruppe ist der Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf, einem Ortsteil von Klipphausen im Landkreis Meißen. In dem um- und ausgebauten Dreiseitenhof entstanden Ateliers, Ausstellungsflächen und eine Künstlerherberge. Bisher gab es zehn Pleinairs mit anschließenden Ausstellungen.

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