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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/stadtraum/verkehr/mobilitaetskonzepte/mobilitaetsplan-2035plus/dresdner-mobidialog.php 26.06.2026 07:52:28 Uhr 13.08.2026 23:57:31 Uhr |
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Der Dresdner MOBIdialog 2035+
Um die Interessenvielfalt der Stadtgesellschaft möglichst gut zu berücksichtigen, wurde der Dresdner MOBIdialog 2035+ ins Leben gerufen. Zu diesem Diskussionsforum gehörten insgesamt 62 Personen: zufällig ausgewählte Dresdnerinnen und Dresdner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, Politik, Verbände, Vereine und Institutionen. Gemeinsam wurde über die künftige Mobilität in Dresden nachgedacht und diskutiert, außerdem wurden Entscheidungen vorbereitet. Der MOBIdialog 2035+ startete seine Arbeit im Sommer 2021. Die letzte Sitzung fand am 19. Juni 2026 statt und gilt damit als Abschluss.
Was bisher geschah
Rückblick 11. MOBIdialog 2035+ und Abschluss am 19. Juni 2026
Die 11. und damit letzte Sitzung des Beteiligungsgremiums MOBIdialog fand am 19. Juni 2026 im Stadtforum statt.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Entstehung des Kompromiss-Szenarios wurden die Ergebnisse aus dem Reallabor AUTOmobil sowie der Online-Bürgerbeteiligung „mobiVOTE“ vorgestellt. Es wurde aufgezeigt, wie diese Ergebnisse in die erarbeiteten Maßnahmen für den Dresdner Mobilitätsplan 2035 eingeflossen sind.
Das Reallabor AUTOmobil fokussierte auf überwiegend Auto nutzende Haushalte und brachte deren Perspektive in den Planungsprozess ein.
In der Online-Beteiligung „mobiVOTE“ wurden die in intensiver Zusammenarbeit mit dem MOBIdialog erarbeiteten 70 Maßnahmen der breiten Öffentlichkeit zur Abstimmung gestellt. Sie sind nicht das Maximum des fachlich Möglichen, sondern ein Kompromiss aus der im MOBIdialog vertretenen Interessensvielfalt der Stadtgesellschaft. „mobiVOTE“ zeigt auf, ob und wie diese 70 Maßnahmen in der breiten Stadtgesellschaft und der Region mitgetragen werden. Die Bürgerbeteiligung war damit ein entscheidender Schritt, bevor der Stadtrat entscheidet.
Anschließend wurde über die nächsten Schritte auf dem Weg zum Beschluss der 70 Maßnahmen für den Mobilitätsplan durch den Stadtrat informiert. Danach stellte Frau Professorin Gerike die „Empfehlung des Fachbeirats für den Dresdner Mobilitätsplan 2035+ an die Kommunalpolitik zum Kompromissszenario des Mobilitätsplans und den damit verbundenen Maßnahmen“ vor, die der Beschlussvorlage angefügt wird.
Auch in der finalen Sitzung gab es wieder eine Arbeitsphase. Diese war als Wandelgang an vier Stationen angelegt:
- Station 1 zur vertiefenden Diskussion der 70 Maßnahmen für den Mobilitätsplan 2035+ mit dem Projektteam,
- an Station 2 gab das Projektteam vertiefende Informationen zu den Ergebnissen der Beteiligung „mobiVOTE“,
- an Station 3 bestand die Möglichkeit, Botschaften an die Politik und Verwaltung zu formulieren,
- und Station 4 diente dem Feedback der Mitglieder zur gemeinsamen Arbeit im MOBIdialog.
Der inhaltliche Teil wurde mit einer gemeinsamen Diskussion zu den Ergebnissen des Wandelgangs sowie den nächsten Schritten, gefolgt von einer gemeinsamen Betrachtung des zurückliegenden Prozesses, abgeschlossen. Danach wurde den Mitgliedern des MOBIdialogs für ihre fast 5-jährige aktive Mitwirkung an der Erarbeitung des Dresdner Mobilitätsplans 2035+ gedankt.
Rückblick 10. MOBIdialog 2035+ am 14. November 2025
Die 10. Sitzung des Beteiligungsgremiums MOBIdialog fand am 14. November 2025 im neuen Stadtforum statt.
Vorstellung des "Kompromiss-Szenarios"
Schwerpunkt des 10. MOBIdialogs war die Vorstellung und Diskussion des vom MOBIdialog-Gremium entwickelten Kompromiss-Szenarios. Frank Fiedler (Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung) und Jörg Uhlig (PTV Transport Consult) berichteten, wie aus der Diskussion über die kontroversen Maßnahmen (9. Sitzung) das Kompromiss-Szenario entstanden ist, was dieses Szenario fürs Erreichen der Leitziele des Dresdner Mobilitätsplanes 2035+ bedeutet und wie die weiteren Schritte bis zum Abschluss des Prozesses aussehen.
Im Rahmen der bisher gelaufenen MOBIdialoge wurden verschiedene Szenarien betrachtet, diskutiert und bewertet. Im Ergebnis ist daraus nun ein "Kompromiss-Szenario" entstanden. Das zuerst fachlich vorgeschlagene Fokus-Szenario wurde auf Basis der Arbeitsergebnisse des MOBIdialogs als "Kompromiss" angepasst.
Arbeitsphase
In der Arbeitsphase erfolgte ein Einblick in Umsetzungsprozesse für verschiedene Maßnahmentypen. Dieser Einblick fokussierte auf drei Schwerpunkte:
Die Schwerpunkte
- Infrastruktur: „Von der Idee zur Realität – wie baut man heute und was kostet es?“
Simone Prüfer (Leiterin Straßen- und Tiefbauamt) - Planung (im regionalen Kontext): „Viele Köpfe für eine Sache – Wie entstehen Radschnellwege von und nach Dresden?“
André Zschoge (Verkehrsplaner, Abteilung Verkehrsanlagenplanung) - Steuerung: „Es geht nicht nur ums Bauen – Intelligentes Verkehrsmanagement für eine effiziente Mobilität“
Paul Herrmann (Verkehrsmanagement/Lichtsignalanlagen, Straßen- und Tiefbauamt)
Zusammenfassung
In allen Arbeitsgruppen wurden nach einem umfassenden Input die Herausforderungen und das Vorgehen bei der Maßnahmenumsetzung behandelt. Es bestand viel Offenheit und Verständnis für die Komplexität der verschiedenen Planungs- und Umsetzungsprozesse. Für die Arbeit der Stadtverwaltung wurde eine hohe Wertschätzung ausgesprochen. Neben den Referenten betonten auch die Teilnehmenden die hohe Bedeutung der Kooperation unterschiedlicher Beteiligter sowie eines integrierten Prozesses. Von allen Beteiligten wurde die Ressourcenverfügbarkeit (Finanzen und Personalkapazitäten) als entscheidende Rahmenbedingung benannt.
Ausblick
Die Mitglieder haben durch ihr Mitwirken im MOBIdialog erfahren, dass das Erarbeiten und Abstimmen von Maßnahmen ambitioniert ist. Nun stehen die Stadtverwaltung, der Stadtrat und die Stadtgesellschaft vor der großen Aufgaben, die vereinbarten Maßnahmen zu planen und umzusetzen.
Rückblick 9. MOBIdialog 2035+ am 16. Mai 2025
Die 9. Sitzung des Beteiligungsgremiums MOBIdialog fand am 16. Mai 2025 im Verkehrsmuseum statt.
Schwerpunkt des 9. MOBIdialogs war die vertiefte Diskussion zu vier Maßnahmenbereichen, die in der vorherigen Sitzung zum Teil kontrovers diskutiert wurden:
- Aufwertung des Stadtzentrums: Reduzierung des Durchgangsverkehrs innerhalb des 26er Ringes
- Effektivere Parkraumbewirtschaftung: Räumliche Ausweitung der Bewohnerparkbereiche und Erhöhung der Parkgebühren
- Flächenumverteilung im Straßennetz: Umwidmung von Verkehrsflächen des Kfz-Verkehrs zugunsten von Umweltverbund und Stadtraumqualität
- Stadtverträgliche Geschwindigkeit auf Hauptstraßen: Tempo 30 auf städtischen Hauptverkehrsstraßen unter Berücksichtigung des ÖPNV
Zum Einstieg gab es eine Präsentation zur Arbeit der Stadtverwaltung. Eines der beauftragten Planungsbüros gab einen „Blick über den Tellerrand“, wie andere Städte mit den relevanten Maßnahmenbereichen umgehen.
In der Arbeitsphase wurden die vier Maßnahmenbereiche und mögliche Umsetzungsstufen dann im World Café Format diskutiert. Auf Basis der unterschiedlichen Interessenschwerpunkte der MOBIdialog-Mitglieder wurde herausgearbeitet, was bei der Umsetzung beachtet werden muss.
Nach der Arbeitsphase diskutierten die anwesenden Stadtratsmitglieder die Ergebnisse der Arbeitsphase.
Das Meinungsbild der verschiedenen Interessenvertretungen aus dem 9. MOBIdialog wird der Berechnung des Vorzugsszenarios zugrunde gelegt. Im weiteren Planungsprozess wird die Ausformung von Maßnahmen des DMP 2035+ maßgeblich auf diesen Arbeitsergebnissen basieren.
Rückblick 8. MOBIdialog 2035+ am 31. Januar 2025
Der 8. MOBIdialog zum Dresdner Mobilitätsplan 2035+ fand am 31. Januar 2025 im Verkehrsmuseum statt. Im Mittelpunkt dieser Sitzung stand die Diskussion der ausgearbeiteten Szenarien für die zukünftige Mobilität in Dresden.
Die Stadtverwaltung und das beauftragte Planungsbüro informierten über den erreichten Planungsstand und stellten die vier erarbeiteten Zukunftsszenarien vor. Diese basieren auf dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2025plus, Stadtratsbeschlüssen, Maßnahmen von Bund und Land sowie dem VVO-Nahverkehrsplan. Zusätzlich flossen in die Szenarien verschiedene Maßnahmen ein, die im Rahmen des MOBIdialogs entwickelt wurden. Die Bewertung der Szenarien erfolgte hinsichtlich der Erreichung der Leitziele und der Akzeptanz, ermittelt durch die Online-Bürgerbeteiligung mit dem Mobil-O-Mat. Aus fachplanerischer Sicht wurde ein Szenario als Fokusszenario vorgeschlagen.
In der Arbeitsphase diskutierten die Mitglieder die Szenarien in drei Gruppen. Als Diskussionsgrundlage diente jeweils ein zuvor ausgewähltes Szenario. Jede Gruppe prüfte, ob alle vorgesehenen Maßnahmen des jeweiligen Szenarios beibehalten werden sollten und ob zusätzliche Maßnahmen aufgenommen werden müssten.
Die Mitglieder des MOBIdialogs brachten als Interessenvertreter der breiten Stadtgesellschaft ihre teils unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen in die Diskussion ein. Sie äußerten Zustimmung oder Ablehnung, gaben Hinweise, Änderungsvorschläge und Ergänzungen. Die Szenarienmaßnahmen wurden intensiv, sachlich und teils kontrovers diskutiert.
Als Ergebnis der Arbeitsphase wurden drei begründete Szenarienvorschläge erarbeitet. Auf dieser Grundlage werden die Stadtverwaltung und das Planungsbüro in den kommenden Monaten einen Vorschlag für das Vorzugsszenario entwickeln.
Rückblick 7. MOBIdialog 2035+ am 15. März 2024
Die 7. Sitzung fand als ein „MOBIdialog Spezial“ mit dem Schwerpunktthema „Öffentlicher Personennahverkehr“ (ÖPNV) statt. Dazu passend tagte das Beteiligungsgremium diesmal im Straßenbahnmuseum Dresden. Die Teilnehmenden fuhren vom Postplatz mit einer historischen Straßenbahn nach Trachenberge. Um den Bogen von der Historie zur Zukunft zu spannen, wurde für den Transfer zurück in die Innenstadt ein neuer Stadtbahnwagen genutzt.
Die Ausgestaltung des ÖPNV ist einer der wichtigsten Stellhebel für die Transformation unseres Mobilitätssystems. Dabei kann der ÖPNV auf mehrere Dresdner Leitziele zur zukünftigen Mobilität positiv wirken:
Ein gut ausgebauter ÖPNV erhöht die Lebensqualität in der Stadt, indem er für alle Menschen Teilhabe und Erreichbarkeit sicherstellt, insbesondere dann, wenn er eine Alternative zum privaten Pkw darstellt. In der Folge einer reduzierten Pkw-Nutzung können Flächen, die derzeit durch (parkende) Pkw genutzt werden, für andere Nutzungen wie Grünflächen und Freizeitgestaltungen frei werden. (Leitziele Erreichbarkeit, Stadtverträgliche Verkehrsmittelwahl, Stadtraumqualität und Flächeneffizienz)
Gegenüber (Verbrenner-)Pkw werden im ÖPNV deutlich weniger Emissionen verursacht. Dazu gehören neben Treibhausgasen und Luftschadstoffen auch Lärmemissionen. (Leitziele Klima und Gesundheit)
Bei umfassender Nutzung des ÖPNV werden Straßen entlastet und so Instandhaltungskosten reduziert. Außerdem können Staus und unübersichtliche Verkehrssituationen inklusive der Unfallgefahr reduziert werden. (Leitziele Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit)
Um die Potenziale auszuschöpfen, muss der ÖPNV attraktiv, komfortabel und barrierefrei sein. Zudem bedarf es neben einer umfassenden Abdeckung auch einer guten Taktfrequenz und einem ansprechenden Preismodell. Hierfür gibt es eine Reihe von Herausforderungen: Wie in allen Städten muss auch in Dresden der ÖPNV bezuschusst werden und mit fehlendem Fachpersonal umgegangen werden. Zudem gilt es, die Digitalisierung voranzubringen, neue Technologien zu integrieren und den ÖPNV um neue Angebote zu erweitern.
Die Mitglieder des MOBIdialogs diskutierten zur Ausgestaltung des zukünftigen ÖPNV in Dresden in Arbeitsgruppen folgende Schwerpunkte: MOBI-Angebote, Binnen-Pendlerinnen und Pendler, Finanzierung und Straßenraum. Ein Quiz rund um den ÖPNV in Dresden und die Möglichkeit der Besichtigung des Straßenbahnmuseums schlossen den MOBIdialog ab.
Rückblick 6. MOBIdialog 2035+ am 27. Oktober 2023
Der 6. MOBIdialog im Verkehrsmuseum in Dresden beschäftigte sich mit dem Wirtschaftsverkehr. Dieser umfasst Güter- und Personenverkehr mit geschäftlichem oder dienstlichem Ziel. Er spielt eine wichtige Rolle, aber verursacht auch Belastungen.
In der 6. Sitzung des MOBIdialogs wurden verschiedene Ausprägungen des Wirtschaftsverkehrs diskutiert. Die Thementische beschäftigten sich mit:
- Paket-Lieferketten von großen zu kleinen (E-)Fahrzeugen,
- klimaneutraler Belieferung von Lebensmittelmärkten,
- klimaneutralem Handwerksverkehr,
- urbaner Luftmobilität,
- Güter-Umschlagsknoten,
- regionalen Verteilzentren (Mikrodepots) und
- klimaneutralem Pflegedienstverkehr.
Praxisexpertinnen und -experten aus den jeweiligen Branchen gaben Einblicke in Herausforderungen sowie Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Sowohl die Fachbeiträge als auch die Diskussionen an den Thementischen zeigten auf, dass der Handlungsspielraum für den Lkw-Verkehr der Landeshauptstadt Dresden sehr begrenzt ist. Zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele ist die Elektrifizierung. Insbesondere im Lkw-Verkehr mit großen Fahrzeugen fehlen derzeit massentaugliche Technologien. Es wurden viele Vorschläge und Anregungen für den künftigen Wirtschaftsverkehr in seinen verschiedenen Ausprägungen diskutiert und in den Planungsprozess eingebracht.
Rückblick 5. MOBIdialog 2035+ am 5. Mai 2023
Der MOBIdialog traf sich am 5. Mai 2023 zu seiner 5. Sitzung im Verkehrsmuseum Dresden. Im Fokus stand die Gruppenarbeit zu Reallaboren. Reallabore sind zeitlich befristete und leicht übertragbare Verkehrsversuche. Mit diesen möchte die Landeshauptstadt im Rahmen der Erstellung des Mobilitätsplanes im Jahr 2024 ausprobieren, wie ausgewählte Maßnahmen im Dresdner Straßennetz wirksam werden. Ein Reallabor wird sich der Verkehrsberuhigung widmen, ein weiteres der Verbesserung der Situation für Radfahrende auf der Carolabrücke. Das dritte Projekt mit dem Titel „Multimobil 2.0“ untersucht das Mobilitätsverhalten.
In den Arbeitsgruppen des 5. MOBIdialoges wurden die möglichen Reallabore diskutiert. Die Teilnehmenden brachten dabei die unterschiedlichen Interessen der Stadtgesellschaft ein.
Die Arbeitsergebnisse des MOBIdialogs sind ein wichtiger Beitrag zur Ausgestaltung, Priorisierung und Planung der Reallabore. So sehen die MOBIdialog-Mitglieder in Verhaltensänderungen die entscheidende Voraussetzung, die 14 Leitziele des Mobilitätsplans 2035+ für Dresden zu erreichen. Groß ist dabei der Wunsch, mit verschiedenen Maßnahmen Verkehrsberuhigung zu realisieren. Der mögliche Einsatz von Elementen der Verkehrsberuhigung wurde teils kontrovers diskutiert, insbesondere zur Umgestaltung von Pkw-Stellplätzen für andere Nutzungen. Als Reallabor Verkehrsberuhigung wird vom MOBIdialog „Am Schießhaus“ favorisiert, gefolgt von der "Kamenzer Straße".
Anschließend besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Sonderausstellung „MOVE! Verkehr macht Stadt“.
Mit den Eindrücken aus der Ausstellung fand anschließend eine Diskussion über die „Dresdner Mobilität der Zukunft mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die 14 Leitziele im Mobilitätsplan 2035+ für Dresden umgesetzt werden können. Es wurde deutlich, dass der Handlungsdruck vor dem Hintergrund des Klimawandels unterschiedlich eingeschätzt wird. Unstrittig ist die Notwendigkeit von angebotsverbessernden Maßnahmen (z. B. im ÖPNV, neue Radverkehrsanlagen). Bei ergänzenden regulierenden Maßnahmen (z. B. bei Parkgebühren, geringeren Kfz-Kapazitäten im Verkehrsraum) besteht dagegen kein Konsens in der Politik. Alle Fraktionen äußern, dass Maßnahmen schneller geplant und umgesetzt werden müssen. Und Reallabore werden als interessantes Element kommunaler Verkehrspolitik gesehen, wobei jedoch die Vorstellungen über die Ausrichtung weiterer Reallabore ab 2025 weit auseinandergehen.
Rückblick 4. MOBIdialog 2035+ am 4. November 2022
Am 4. November 2022 traf sich der MOBIdialog zu seiner vierten Sitzung.
Aufbauend auf den Ergebnissen des bisherigen Prozesses lag der Schwerpunkt auf dem Thema Pendeln aus der Region. Im Fokus stand das Leitziel 9 – Regionale Anbindung. Dieses besagt: „Dresden und die Region sind verkehrlich gut vernetzt. Besucher und Pendler nutzen bis 2035 in Dresden zu mehr als 50 Prozent den Personennahverkehr und das Fahrrad.“
Zu Beginn lieferten externe Gäste Input. Aus Sicht der Region Hannover informierte Klaus Geschwinder, Teamleiter Verkehrsentwicklung und -management, über Stadt-Umland-Verkehr. Die regionale Perspektive brachten die Bürgermeisterin von Radeburg, Michaela Ritter, der Oberbürgermeister von Radebeul, Bert Wendsche, der Leiter für Verkehr des VVO, Lutz Auerbach, und der Leiter für Verkehrsentwicklungsplanung vom Amt für Stadtplanung und Mobilität, Frank Fiedler, ein. Gemeinsam diskutierten sie über die IST-Situation und die anstehenden Herausforderungen.
Im Anschluss an den Plenumsteil tauschten sich die Teilnehmer in Gruppen zu acht vorgegebenen, fiktiven "Personas" aus. "Personas" sind nicht-reale Menschen, die lebensnahe, typische Mobilitätssituationen als Pendelnde darstellen. Die Diskussion dieser Stellvertreter erfolgte in Bezug auf Mobilitätsbedarfe und -möglichkeiten und die besonderen Herausforderungen nachhaltiger Mobilität im ländlichen Raum. Aus der Perspektive von Einpendlern gesammelte Maßnahmenvorschläge wurden kritisch auf Vollständigkeit überprüft und weitere Hinweise diskutiert und gesammelt.
Der 4. MOBIdialog zeigte die Komplexität des Themas Pendeln sehr deutlich. Die Einbindung der Akteure aus der Region und weiterer Erfahrungsträger hat zur Versachlichung der Themen beigetragen und Grenzen von verkehrlichen Angeboten aufgezeigt. Das intensive Beschäftigen mit dem Thema Pendeln nach Dresden hat zum Verständnis individueller Lebenslagen geführt und verdeutlicht, dass sowohl in Dresden als auch in der Region Angebote für nachhaltige Mobilität greifen müssen.
Die Ergebnisse der Sitzung werden nun in den Szenarien-Prozess einfließen.
Rückblick 3. MOBIdialog 2035+ am 8. April 2022
Am 8. April 2022 fand der dritte MOBIdialog zum Dresdner Mobilitätsplan 2035+ statt, auch diesmal wieder im Verkehrsmuseum Dresden.
In der Sitzung wurden zwei Schwerpunkte bearbeitet: Zuerst stellte Frank Fiedler, Projektleiter des Mobilitätsplanes, die Ergebnisse der Online-Bürgerbefragung zu den 14 Leitzielen für Mobilität in Dresden vor. Die Leitziele wurden aus den Grundsätzen und Zukunftsbildern abgeleitet, die der MOBIdialog in seiner ersten und zweiten Sitzung entwickelt hat. Unter den Teilnehmenden bestand breiter Konsens, mit den Ergebnissen nun den Beschlussprozess zu starten und die Leitziele zu verankern.
Anschließend stiegen die Teilnehmenden in die Sammlung und Diskussion von geeigneten Maßnahmen zur Erreichung der Leitziele ein. Hierfür gab es vorab einen Blick in die Arbeit der Partnerstadt Hamburg, wo im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans innovativ und zielorientiert an Szenarien und Maßnahmen gearbeitet wird. Die Teilnehmenden wurden informiert, wie mögliche Entwicklungstrends von Mobilität in Dresden wirken können.
Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden erste geeignete Maßnahmenpakete, mittels derer die Leitziele erreicht werden sollen. Die Arbeit fand in vier Kleingruppen statt, deren Zusammensetzung per Los ermittelt wurde. Mit insgesamt 76 erarbeiteten Maßnahmenvorschlägen legte der 3. MOBIdialog die Grundlage für die Entwicklung passender Szenarien für den Mobilitätsplan und weitere Schritte im Planungsprozess.
Rückblick 2. MOBIdialog 2035+ am 17. September 2021
Am 17. September 2021 fand der zweite MOBIdialog zum Dresdner Mobilitätsplan 2035+ statt. Veranstaltungsort war wieder das Verkehrsmuseum Dresden. Von den insgesamt 61 festen Mitgliedern dieses Beteiligungsgremiums waren sehr viele dabei.
Aus den gesammelten Ansätzen und Ideen des ersten MOBIdialogs zu den Grundsätzen der Mobilität leiteten die Fachplaner der Stadtverwaltung Entwürfe für sieben Zukunftsbilder ab, die allen Teilnehmern im Vorfeld der zweiten Sitzung zugeschickt wurden. Diese sieben Zukunftsbilder sowie Herausforderungen bei der Umsetzung wurden diskutiert, ergänzt und bewertet. Dies erfolgte in zwei Schritten. Zuerst konnten sich alle Teilnehmer in einem Wandelgang zu allen sieben Zukunftsbildern und den Herausforderungen einbringen. Nach der Pause diskutierten die Teilnehmer in gemischten Kleingruppen intensiv je ein Zukunftsbild mit den Anmerkungen aus der ersten Phase. Die Gruppen wurden nach den vorab von den Teilnehmern geäußerten Prioritäten gebildet.
Im Ergebnis des zweiten MOBIdialogs sind 58 Schwerpunkte entstanden, die die zukünftige Entwicklung der Mobilität beschreiben. Zusätzlich wurden 31 Herausforderungen und offene Fragen abgeleitet. Diese wurden aufbereitet und sind nun Grundlage für einen Entwurf von Leitzielen für die Mobilität 2035+, die in einer Online-Bürgerbefragung Anfang 2022 allen Dresdnerinnen und Dresdnern und jenen, die oft in Dresden unterwegs sind, zur Bewertung gegeben werden. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung werden im April 2022 im dritten MOBIdialog vorgestellt und diskutiert. Sie fließen weiterhin in die politische Diskussion und Beschlussfassung zu den Leitzielen für die Mobilität der Zukunft ein.
Rückblick 1. MOBIdialog 2035+ am 16. Juli 2021
Am 16. Juli 2021 fand der erste MOBIdialog zum Dresdner Mobilitätsplan 2035+ im Verkehrsmuseum Dresden statt. Es trafen sich erstmalig die 25 ausgewählten Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Fraktionen im Stadtrat, Interessensverbände, Verwaltung und Wissenschaft. Sie starteten die Diskussion über die Mobilität der Zukunft im Verkehrsmuseum Dresden.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn umriss die Ziele und Erwartungen: „Der Dresdner Mobilitätsplan 2035+ soll der Fahrplan in die Zukunft werden, damit wir alle künftig bequem, flexibel und sicher unterwegs sein können. Ein Fahrplan, mit dem wir uns eine urbane, lebenswerte Stadt erhalten und eine wirksame Antwort auf die Klimakrise geben. Noch nie wurde ein Konzept von Anfang an durch ein Gremium begleitet, in dem die Stadtgesellschaft so breit vertreten ist. Bis hin zu den Dresdnerinnen und Dresdnern selbst. Damit wollen wir dem Stadtrat eine umfassende Einschätzung zu geben, mit welchen Erwartungen und welchem Veränderungswillen die Stadtgesellschaft an die Gestaltung der Mobilität der Zukunft herangeht.“
In sieben zufällig gemischten Gruppen wurden intensive Diskussionen geführt anhand von sieben Themenfeldern:
- Nachhaltige Mobilität
- Soziale Mobilität
- Sichere Mobilität
- Flexible Mobilität
- Aktive Mobilität
- Stadtverträgliche Mobilität
- Leichte Mobilität
Aus den gesammelten Ansätzen und Ideen werden im nächsten MOBIdialog am 17. September Zukunftsbilder entwickelt. „Vor einem geplanten dritten MOBIdialog 2035+ im Frühjahr 2022 geben wir den Dresdnerinnen und Dresdnern Gelegenheit, die Zwischenergebnisse in einer Online-Bürgerbefragung zu bewerten. Anschließend schlagen wir dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften Leitziele für die Mobilität der Zukunft vor“, skizziert Kühn die weiteren Schritte.
Mitglieder
Übersicht
- Bürgerschaft (25 Sitze):
- Teilnehmende über Zufallsauswahl der 1.000 Bewerberinnen und Bewerber
Die Landeshauptstadt Dresden schrieb 1.000 zufällig ausgewählte Dresdnerinnen und Dresdner an und lud sie persönlich zur Mitwirkung im MOBIdialog 2035+ ein. 97 Bewerbungen trafen im Online-Portal des Stadtplanungsamtes ein. Da mehr Bewerbungen eingingen als Plätze zur Verfügung standen, musste eine repräsentative Auswahl vorgenommen werden. Dies geschah nach Kriterien einer guten Verteilung nach Stadtgebieten, einer Ausgewogenheit der Geschlechter und einer Mischung der Altersgruppen.
- Teilnehmende über Zufallsauswahl der 1.000 Bewerberinnen und Bewerber
- Fachbeirat (2 Sitze inkl. Vorsitzende)
- Fraktionen (9 Sitze)
- Initiativen, Verbände und Vereine (18 Sitze):
- ADAC Sachsen e. V.
- ADFC Dresden e. V.
- Architektenkammer Sachsen, Arbeitskreis Stadtplanung
- DresdenZero
- Dresden zu Fuß (Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e. V.)
- Dresdner Taxigenossenschaft e.G.
- Entwicklungsforum Dresden e. V.
- Fridays for Future Dresden
- Handwerkskammer Dresden
- Industrie- und Handelskammer Dresden
- Ingenieurkammer Sachsen
- Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V.
- Lokale Agenda 21 für Dresden e. V.
- Polizeidirektion Dresden
- Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Dresden
- Studierendenrat der TU Dresden
- Umweltzentrum Dresden e. V.
- Verkehrsclub Deutschland e. V., Ortsgruppe Dresden
- Institutionen (4 Sitze)
- DB Regio AG
- Dresdner Verkehrsbetriebe AG
- Verkehrsmuseum Dresden gGmbH
- Verkehrsverbund Oberelbe GmbH
- Verwaltung (2 Sitze)
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