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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/erinnerung-im-dialog/israelaustausch.php 19.12.2025 12:54:30 Uhr 10.01.2026 07:28:26 Uhr |
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Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Seit 2018 läuft ein von der Landeshauptstadt Dresden initiierter Austausch zwischen Jugendlichen aus Dresden und Tel Mond. Erinnerungskultur(en) und der Blick auf aktuelle politische, religiöse und kulturelle Entwicklungen stehen im Zentrum dieses außergewöhnlichen Projektes, das vom Politischen Jugendring Dresden e. V. koordiniert wird.
In Israel werden zahlreiche, unsere Gegenwart prägende Konflikte auf engem Raum ausgetragen. Für ihr Verständnis ist eine eingehende Beschäftigung mit der Vergangenheit unabdingbar. Dies gilt insbesondere für das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel, das ohne eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Shoah nicht zu verstehen ist. Innerhalb Deutschlands wiederum ist Dresden seit 1989 zu einem zentralen Erinnerungsort avanciert – allerdings nicht nur für Shoah und deutsche Kriegsverbrechen, sondern auch für deutsches Leid. Einzigartig an dem Austausch ist außerdem die direkte Verknüpfung mit dem Besuchsprogramm der Landeshauptstadt Dresden für ehemalige Dresdner Jüdinnen und Juden.
Bericht vom Besuch der Schülergruppe aus Tel Mond 2022 in Dresden
Was lange währt, wird endlich gut! So könnte das Motto für den deutsch-israelischen Austausch gelten, den der PJR Dresden in Kooperation mit der Stadt Dresden und vier Dresdner Gymnasien durchgeführt hat. Nach zwei Jahren Corona-bedingter Wartezeit konnte Anfang Oktober endlich eine Gruppe von 20 Jugendlichen im Alter von 14 – 17 Jahren aus Tel Mond / Israel in Dresden empfangen werden. Sie kamen als Gäste bei den Familien der teilnehmenden Dresdner Schüler*innen vom Bertolt-Brecht-, dem Roman-Roland-, dem Tschirnhaus- und dem Vitzthum Gymnasium unter. Das Programm ließ die Gruppe Dresden mit der Straßenbahn „Lottchen“ erkunden und Ausflüge nach Berlin und in die Sächsische Schweiz unternehmen. Aber natürlich wurde auch thematisch gearbeitet: Es wurden Kreideportraits von im Nationalsozialismus verfolgter Juden und Jüdinnen an historische Orte im Stadtgebiet gesprayt und Workshops zu jüdischem Leben und Klimawandel & nachhaltiger Ernährung durchgeführt. Höhepunkt war die Teilnahme am Besuchsprogramm der Stadt Dresden, das die Nachkommen von aus Dresden geflohener Juden und Jüdinnen wieder nach Deutschland bringt. Die Jugendlichen konnten einem Podiumsgespräch der Gäste lauschen und eigene Fragen stellen. Abends fand dann ein gemeinsamer Gottesdienstbesuch in der Dresdner Synagoge mit einem anschließenden Kiddusch statt, ein gemeinsames Abendessen, das mit einem Segensspruch den Sabbat einleitet. Die Jugendlichen und die Organisator*innen hatten eine tolle Woche und freuen sich sehr auf die Reise nach Israel, die Ende Oktober stattfinden wird.