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30.09.2015

Stadt Dresden bringt kurzfristig fast 500 Flüchtlinge unter

Vier Turnhallen werden als Unterkünfte genutzt

„Unser wichtigstes Ziel ist es, den Menschen, die in Dresden Zuflucht suchen, eine gute Übergangsunterkunft zu bieten“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Die Zeltstadt in der Bremer Straße ist für die kühlen Herbst-Temperaturen nicht mehr geeignet. Daher wird die Stadt Dresden ab sofort vier Turnhallen zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen.“ Das betrifft folgende vier Objekte: 

  • Turnhalle Ginsterstraße 59 Plätze 
  • Turnhalle Thäterstraße 59 Plätze 
  • Turnhalle Terrassenufer 40 Plätze 
  • Turnhalle Schleiermacherstraße 70 Plätze

Das Land Sachsen hat die Landeshauptstadt Dresden kurzfristig informiert, dass neben den für diese Woche geplanten 98 Flüchtlingen, weitere 400 asylsuchende Menschen in Dresden unterkommen müssen. So sollen heute, 30. September 2015, 98 Personen in Dresden in einer Unterkunft untergebracht werden, morgen und übermorgen jeweils weitere 200 Personen. Die bereitstehenden Objekte in der Podemusstraße und der Heidenauer Straße sowie verfügbare Wohnungen bieten nur für knapp 300 Flüchtlinge Platz. Turnhallen sind die einzige Möglichkeit, kurzfristig und relativ unkompliziert eine Unterkunft für die Asylsuchenden bereit zu stellen. Dafür stattet die Stadt diese in kürzester Zeit mit dem erforderlichen Inventar aus: Klappbetten, einschließlich Decken und Bettwäsche sowie Tische, Stühle und Kleinmobiliar. Das Sozialamt hat für die Betreibung der Unterkünfte die Johanniter gewinnen können. Für die Sicherheit in und um die Hallen sind private Sicherheitsdienstleister beauftragt.

Die vier genannten Turnhallen stehen ab sofort dem Vereinssport nicht mehr zur Verfügung. Das betrifft in der Ginsterstraße einen, in der Thäterstraße acht, auf dem Terrassenufer 13 und in der Schleiermacherstraße drei Vereine oder andere Nutzer. Verschiedenste Sportarten sind betroffen: u. a. Volleyball, Badminton, Karate, Zumba, Fußball, Judo, Rollkunstlauf und auch der Behindertensport. Der Sportstättenbetrieb bemüht sich, für die betroffenen Vereine und Nutzer alternative Hallen zu finden, was nicht in allen Fällen realisiert werden kann. Da die Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft sind, sind neue Nutzungszeiten schwer zu finden. Der Eigenbetrieb Sportstätten hat heute Vormittag die Vereine telefonisch und per E-Mail informiert.

„Natürlich ist der Wegfall der Hallen für den Vereinssport ein großer Einschnitt, aber das Wohl der hilfesuchenden Menschen wiegt noch schwerer. Ich werbe hiermit um das Verständnis der Sportlerinnen und Sportler. Auch die umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner bitte ich, diese kurzfristige Handlung zu entschuldigen. Wir müssen in schwierigen Zeiten kurzfristige Lösungen finden und schnell handeln“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

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