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Meldung vom 26.01.2015

Dresden ist umweltbewusst mobil

61 Prozent der Wege werden zu Fuß, mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad erledigt

 

Die Ergebnisse der zehnten Dresdner Verkehrsbefragung aus dem Jahr 2013 liegen vor. Das sogenannte System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) wurde an der Technischen Universität Dresden entwickelt und im Fünf-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Diese Verkehrserhebung kam erstmals im Jahre 1972 zum Einsatz und bildet seither auch für die Stadt Dresden eine lückenlose Zeitreihe ab, die die Mobilität der Wohnbevölkerung widerspiegelt und u. a. Auskunft über Veränderungen und Trends im Verkehrsverhalten gibt. Die Beauftragung der TU Dresden mit dieser Verkehrserhebung erfolgte in bewährter Partnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Dresden, den Dresdner Verkehrsbetrieben AG sowie dem Verkehrsverbund Oberelbe. Aufgrund dieser Kooperation war es nicht nur möglich, weitere Kommunen des VVO-Gebietes in diese Befragung einzubeziehen, sondern auch die Stichprobe für diese Erhebung zu erhöhen. Dadurch verbessert sich die Genauigkeit der Aussagen.

 

Hauptergebnisse

Eine der häufigsten Fragen ist die nach den Anteilen der Verkehrsarten am Gesamtverkehrsaufkommen. Die Dresdner gaben an, dass sie 27 Prozent aller täglichen Wege zu Fuß erledigen, 12 Prozent mit dem Fahrrad, 22 Prozent mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und 39 Prozent mit privaten motorisierten Verkehrsmitteln. Das heißt, dass die oft als „Umweltverbund" bezeichneten Verkehrsträger erstmals seit den 1990er Jahren wieder mehr als 60 Prozent Verkehrsanteil auf sich vereinen - trotz des von 2008 zu 2013 gestiegenen Kfz-Bestandes (2008: 433 Kfz/1000 Einwohner / 2013: 473 Kfz/1000 Einwohner). Im Vergleich dazu ist der Fahrradbestand pro 1000 Einwohner von 750 Fahrrädern im Jahre 2008 auf 884 Fahrräder im Jahre 2013 gestiegen.

Die mittlere Wegelänge ist seit 2008 rückläufig. Das bedeutet, dass mehr kurze Wege unternommen werden. Hingegen ist die mittlere Wegeanzahl leicht gestiegen. Insbesondere die erfassten Wege zu Fuß sind gestiegen.

Wirft man einen Blick auf die Pkw-Ausstattung der Haushalte, so ist 2013 festzustellen, dass 31 Prozent aller Haushalte keinen Pkw besitzt, 53 Prozent haben einen Pkw und 15 Prozent besitzen zwei oder mehr Pkw. Differenzierungen ergeben sich insbesondere in Betrachtung der Haushaltsgröße und der Altersgruppen. So haben Einpersonen-Haushalte in der Altersgruppe ab 65 Jahre zu 64 Prozent keinen Pkw. Auch die Nutzung der so genannten „neuen" Mobilitätsangebote wie Carsharing und Leihfahrräder wurde abgefragt. Vier Prozent der Befragten nutzen Carsharing. Die Nutzer sind im Durchschnitt 31 Jahre alt. Die Leihfahrrad-Nutzer sind im Durchschnitt 47 Jahre alt, machen aber nur einen Prozent der Befragten aus.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Umweltverbund (Fußverkehr, Fahrradverkehr und ÖPNV) mit 61 Prozent den größten Anteil aller Wege am Gesamtverkehrsaufkommen ausmacht. Die zurückgelegten Kilometer wachsen mit der Zahl der Einwohner, aber nur im Umweltverbund. Im motorisierten Individualverkehr (Pkw etc,) sind sie kontinuierlich zurückgegangen. Über 50 Prozent aller Wege sind kürzer als 3 km. Die Kfz-Verfügbarkeit steigt weiter an, aber die Nutzungshäufigkeit von Kfz sinkt. Besonders Fußverkehr und ÖPNV haben an Attraktivität stark zugelegt, während der Fahrradverkehr (vor allem wetterbedingt) Schwankungen unterworfen ist. Neue Mobilitätsangebote (insbesondere Carsharing) sind noch in Entwicklung begriffen und sprechen vorwiegend ein junges Klientel an.

 

Nutzen der Verkehrsbefragung

Die Befragung dient einerseits zur Abbildung von Entwicklungen, wie sie sich über die Jahre unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen vollzogen haben, und andererseits der Vorschau und Prognose auf zu erwartenden Entwicklungen. Das SrV ist damit vor allem die wichtigste Datengrundlage für das Erstellen von Verkehrsprognosen, die Ableitung von Verhaltenstrends im Verkehr und damit für die Vorbereitung von verkehrsplanerischen und verkehrsstrategischen Entscheidungen. Insbesondere gründet sich auch der Verkehrsentwicklungsplan 2025plus (VEP) der Landeshauptstadt Dresden auf diesen Datenfundus. Das SrV stellt maßgebliche Indikatoren zur Messung des Erfüllungsstandes der im VEP abgesteckten verkehrspolitischen Ziele.

 

Geänderte Rahmenbedingungen 2013

Die Rahmenbedingungen der Befragung haben sich seit 2008 zum Teil maßgeblich verändert. Vor allem ist ein Einwohnerwachstum um circa 30 000 Menschen zu verzeichnen. Die erfreulich hohe Geburtenrate führte dazu, dass sich im Vergleichszeitraum die Anzahl der Kitaplätze um 40 Prozent (+ 8 000) erhöht hat. Dadurch erhöht sich aber auch die Anzahl Hol- und Bringewege zu und von den Kitas und es entstehen neue Wegerelationen. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der täglichen Auspendler aus Dresden zu Arbeitsstätten außerhalb um 13 Prozent erhöht hat. Dies deutet darauf hin, dass die Stadt Dresden als Wohnort auch für außerhalb beruflich Tätige deutlich attraktiver geworden ist und die Anzahl der Arbeitsplätze in der Region eine positive Entwicklung aufzeigen.

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