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Meldung vom 23.11.2006

Plan zur Verbesserung der Hochwasservorsorge erstellt

Entscheidungshilfen für die Planung weiterer Schutzmaßnahmen
Behandlung ist gut — Vorsorge ist besser. Was für das gesundheitliche Wohl eines Menschen gilt, kann für das ökologische und ökonomische Wohl einer Stadt nicht falsch sein. Was also tun im Angesicht von Klimawandel und Überwärmung? Dürre einerseits, Hochwassergefahr andererseits — bedrohliche Szenarien, die prognostiziert werden. Und die Situation ist in Dresden mit der Elbe, den beiden Erzgebirgsflüsse Weißeritz und Lockwitzbach sowie rund 440 km städtischer Fließgewässer und dem Grundhochwasser mit erheblichem Schadenspotenzial eine ganz besonders komplizierte. Im Hinblick auf nachhaltige Hochwasservorsorge wurden die durch den Klimawandel befürchteten Veränderungen mit in Betracht gezogen. So sind langfristige Verbesserungen im Stadtgebiet im Plan Hochwasservorsorge Dresden (PHD) dargelegt, der dem Stadtrat seit Kurzem in einem ersten Zwischenbericht vorliegt. Bürgermeister Dirk Hilbert und Umweltamtsleiter Dr. Christian Korndörfer präsentierten heute grundsätzliche Inhalte und Ziele des PHD in einer Pressekonferenz.
Die Hochwasserereignisse des Jahres 2002 hatten Defizite des Hochwasserschutzes und der Hochwasservorsorge im Stadtgebiet offenbart. „Ohne die Behebung dieser Defizite würden wir die städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt langfristig behindern und es müssten gravierende Auswirkungen auf ihre Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit befürchtet werden“, so Umweltamtsleiter Dr. Christian Korndörfer. Die aktuellen Studien zum Klimawandel unterstreichen die Notwendigkeit den Hochwasserschutz vorsorgend auszubauen.
„Es ist möglich, die Stadt angemessen zu schützen“, resümiert Bürgermeister Dirk Hilbert den Plan Hochwasservorsorge Dresden. Der Plan offeriert wesentliche Entscheidungskriterien, anhand derer über künftige Planungen bestimmt werden kann. Der Plan stellt ereignis- und ortsbezogen Informationen zu Ursachen, Ablauf und Wirkungen von Hochwasser in allen Gewässersystemen zusammen. Er prüft außerdem andere Fachplanungen, z. B. Bauleitplanungen, hinsichtlich ihrer Betroffenheiten durch Hochwasser. Er schlägt Schutzziele vor, die sich auf bestimmte Gebiete bzw. bestimmte Nutzungen beziehen, und leitet Hochwasserschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung wasserfachlicher, ökonomischer und städtebaulicher Aspekte ab.
Der Plan Hochwasservorsorge Dresden betrachtet nicht nur die Gewässer. Stattdessen zielt er auf die Entwicklungsperspektiven von insgesamt 23 so genannten „stadträumlichen Betrachtungsgebieten“, das heißt Gebieten, die besonders zu schützen sind, vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Gefährdung durch Hochwasser. Für Gebiete, die besonders hohe Schadenspotenziale aufzeigten ebenso wie Gebiete, in denen viele Einwohner vom Hochwasser bedroht wären gibt es einen vordringlichen Handlungsbedarf. Z. B. ist neben der Innenstadt der Dresdner Osten (Laubegast, Tolkewitz, Leuben) besonders betroffen. Handlungsbedarf ist aber auch z. B. in Gohlis-Cossebaude und Kaditz-Mickten.
Der PHD ist kontinuierlich weiter fortzuschreiben. Schwerpunkte bilden dabei die Betrachtung auch kleinerer Hochwasserereignisse, eine Konkretisierung der Maßnahmeplanungen, Kosten-Nutzen-Analysen von Hochwasserschutzmaßnahmen auf der Basis der langjährigen Schadenserwartung und daraus abgeleitet eine Priorisierung der Maßnahmen.
Für die Verbesserung des Schutzes der Innenstadt vor Elbe-Hochwasser werden bereits mehrere Vorhaben, so z. B. Vorrichtungen für den mobilen Verschluss von Brühlscher Gasse und Münzgasse im Rahmen des mit dem Freistaat Sachen vereinbarten „Maßnahmepaketes Innenstadt“ seit 9. November 2006 realisiert und im März 2007 abgeschlossen. Für die Hochwasserschutzanlage von der Augustusbrücke bis zum Hafen läuft bereits das Genehmigungsverfahren. Baubeginn für einen ersten Abschnitt soll im Sommer 2007 sein. Im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung werden darüber hinaus abflussverbessernde Maßnahmen am Königsufer und zwischen Pillnitz und Niederpoyritz ab Dezember 2006 bis März 2007 durchgeführt.
Die Vereinigte Weißeritz soll im Stadtgebiet bis 2010 so ertüchtigt werden, dass ein Hochwasser in Größenordnung des Augusthochwasser ohne großflächige Ausuferungen im bestehenden Flussbett abgeführt werden kann. Dies entspricht einem Hochwasserereignis mit 500-jährlicher Wiederkehrwahrscheinlichkeit (HQ500). Die Kosten für diesen über das vom Freistaat Sachsen vorgegebene Schutzniveau hinausgehenden Hochwasserschutz werden anteilmäßig von der Landeshauptstadt Dresden getragen.
Gegenwärtig finden umfangreiche Vorleistungen dafür statt. So werden durch die Landestalsperrenverwaltung an der Oederaner Straße Ufermauern neu gebaut. Das Straßen- und Tiefbaumt der Stadt baut die Brücken Löbtauer Straße und Altplauen neu, der Neubau der Brücke Wernerstraße ist bereits abgeschlossen. Das Umweltamt führt umfassende Baufeldfreimachungen im Gebiet des „Weißeritzknicks“ an der Löbtauer Straße durch.
Für den Dresdner Osten mussten zunächst umfangreiche Grundlagenuntersuchungen geführt werden, die nunmehr in die Planung von Maßnahmen zunächst zum Schutz vor Hochwasser der Elbe mit mittlerer Wiederkehrwahrscheinlichkeit - dies entspricht Wasserständen bis 8,78 m am Pegel Dresden-Augustusbrücke - münden.

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