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04.09.2006

Suizidversuche und Selbsttötung - Möglichkeiten der Prävention und Krisenhilfe in Dresden

Hinschauen, Hinhören und Helfen
Depressionen, Angst, Einsamkeit, der plötzliche Tod eines nahe stehenden Menschen, eine unheilbare Krankheit oder existentielle Nöte können Menschen in eine schwere Lebenskrise, manchmal bis hin zum Suizid führen: Jährlich sterben in Deutschland 11.000 Menschen durch Selbsttötung. Alle 47 Minuten nimmt sich ein Mensch das Leben und alle drei Minuten versucht sich jemand umzubringen. Zahlen die schockieren, Aufmerksamkeit und Hilfe erfordern:
Zum dritten Mal ruft die International Association for Suicide Prevention (ISAP) in Kooperation mit der World Health Organisation (WHO) zum Welttag der Suizidprävention am 10. September auf. Er steht weltweit unter dem Motto „With understanding, new hope — Mit Verständnis, neue Hoffnung“. Ziel ist es, auf das Tabuthema „Suizid“ aufmerksam zu machen, offen nachzudenken, zu sprechen und zu informieren. In Deutschland finden dazu zahlreiche Veranstaltungen statt, die u. a. dazu beitragen sollen, dass die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Suizidalität in die Prävention einfließen.
Im Hinblick auf den Weltsuizidpräventionstag stellt Sozialbürgermeister Tobias Kogge gemeinsam mit Dresdner Ärzten/Innen, Psychologen/Innen, Seelsorgern und Sozialpädagogen/Innen die Anlauf- und Beratungsstellen in Dresden vor, die Menschen in Not und Verzweiflung Hilfe und Unterstützung anbieten.
Zum Bespiel können Betroffene die Telefonseelsorge anrufen. Sie ist Tag und Nacht erreichbar und bietet die Möglichkeit anonym und kostenlos über Sorgen zu sprechen. Beratung und professionelle Hilfe durch Psychologen/Innen bietet kurzfristig und kostenlos der Psychosoziale Krisendienst an. Dafür ist kein Überweisungsschein vom Arzt notwendig. Ergänzt wird das Angebot durch das Krisentelefon „Telefon des Vertrauens“. Es kann in der Zeit von 17 Uhr bis 23 Uhr zum Ortstarif an allen Tagen des Jahres angerufen werden. Ein weiteres Angebot ist der Sozialpsychiatrische Dienst. Er kümmert sich um psychisch kranke Menschen und deren Angehörige und vermittelt ärztliche Behandlung und psychosoziale Betreuung. Außerdem bieten die Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Dresden, des St. Marienkrankenhauses, der Krankenhäuser Dresden-Neustadt und Dresden-Friedrichstadt auch die Möglichkeit stationärer Krisenintervention. Suizidgefährdete Personen kündigen häufig direkt oder indirekt ihre Absicht an. Freunde, Angehörige oder Arbeitskollegen können helfen, dass Suizide verhindert werden, indem sie Anzeichen erkennen, ernst nehmen und gemeinsam mit der betroffenen Person nach Lösungen suchen. . Die Helfenden sollten sich aber nicht überfordern und professionelle Hilfsangebote vermitteln und nutzen.
Zentrale Gedenkfeier am 10. September 2006 in Berlin:
Mit 11.000 Kerzen wird im Rahmen einer zentralen und konfessionsübergreifenden Gedenkfeier der Menschen gedacht, die jährlich in Deutschland durch Suizid sterben. Initiiert wird sie von dem Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin.
Informationen zur Nothilfe bei Suizidgefährdung (*.pdf, 117 KB).

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