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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2006/07/c_027.php 29.05.2015 01:01:23 Uhr 20.11.2019 15:03:58 Uhr
Meldung vom 07.07.2006

Diskussion um Historikerkommission läuft

Am 26. Juni hatte der Finanzausschuss des Stadtrates es abgelehnt, den bestehende Fehlbedarf der Historikerkommission zum 13. Februar aus städtischen Haushaltsmitteln zu decken, nachdem Finanzierungsmittel Dritter nur in begrenztem Umfang erschlossen werden konnten. Dies löste erhebliche Irritationen aus und stellte die Weiterarbeit der Kommission in Frage.
Der Erste Bürgermeister Dr. Lutz Vogel stellt hierzu fest, dass die Kommission zunächst weiterbesteht. Stadtverwaltung und Kommissionsmitglieder befinden sich in einem Abstimmungsprozess darüber, welche Teile des Arbeitsplanes bis zur weiteren Klärung des Arbeitsauftrages und des Finanzvolumens vorläufig ausgesetzt werden und welche unmittelbar weiter bearbeitet werden. Fortgeführt werden insbesondere laufende Arbeiten innerhalb der Verwaltung zur Aufbereitung von Archivmaterial und historisch-geografischen Daten sowie die Dokumentation von Zeitzeugenberichten. Diese Arbeitsergebnisse bilden nicht nur für die Fragestellung der Historikerkommission eine wichtige Grundlage. Die Kommissionsmitglieder und die Stadtverwaltung werden den notwendigen Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern weiterführen.
Die Stadt Dresden geht aufgrund gesicherter historischer Kenntnisse davon aus, dass es bei den Luftangriffen 13.-15.02.1945 auf Dresden mindestens 25.000 Tote gab. Da jedoch in Dresden - im Gegensatz zu anderen Städten in Deutschland - die Zahl der Menschen, die durch Luftangriffe am Ende des II. Weltkrieges ums Leben kamen, bisher nicht abschließend festgestellt wurde, kursieren zahlreiche andere Zahlen und auch offensichtliche Fälschungen - teilweise werden mehrere Hunderttausend Tote genannt.
Diese offene Frage wurde und wird für unterschiedliche politische Zwecke instrumentalisiert und lenkt von der notwendigen Auseinandersetzung mit Nationialsozialismus, Rassismus und Krieg sowie ihren Ursachen und Wirkungen ab. In einer öffentlichen Diskussion in der Unterkirche der Frauenkirche im März 2004, die sich in Auswertung der Veranstaltungen und Demonstrationen am 13. Februar 2004 der "Zukunft des Gedenkens" widmete, war als eine Anregung formuliert worden, für Dresden eine Historikerkommission einzusetzen, die diesen strittigen Fragen nachgeht. Die Landeshauptstadt Dresden hatte deshalb bekannte Historiker für diese Aufgabe gewinnen können und die Aufstellung eines Arbeitsprogramms veranlasst.
Weitere Informationen zum 13. Februar 1945 finden Sie unter www.dresden.de/13.februar

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