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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2006/05/c_067.php 29.05.2015 00:58:40 Uhr 18.11.2019 10:38:26 Uhr
Meldung vom 22.05.2006

Stadt zieht Abfallbilanz für 2005

Erfolgreiche Umsetzung des Abfallwirtschaftskonzeptes
Seit dem 1. Juni 2005 vergangenen Jahres dürfen bundesweit keine Abfälle mehr deponiert werden, die nicht entsprechend vorbehandelt wurden. Dresden hat sich bereits seit 2001 auf diese Situation eingestellt. Restabfälle aus Dresdner Haushalten werden in der Biologisch-Mechanischen Abfallaufbreitungsanlage (BMA) getrocknet, mechanisch sortiert und in anschließenden Verfahren nahezu vollständig verwertet. So konnten nach dem In-Kraft-Treten der gesetzlichen Regelungen die Entsorgungssicherheit ohne Übergangsprobleme gewährleistet werden und die Abfallgebühren in Dresden stabil bleiben.
Abfallbilanz für 2005 fällt überwiegend positiv aus Die Gesamtmenge der Abfälle war weiter rückläufig. Insgesamt 202.700 Tonnen Abfälle fielen an. Das sind 3.290 Tonnen weniger als im Jahr zuvor (Anlage 1). Weiter gesteigert wurde die bisher schon hohe Verwertungsquote. Mit 86,6 Prozent (plus 1,8 Prozent) ist Dresden im Spitzenfeld von Deutschland vertreten.
Die Gesamtausgaben für die Abfallwirtschaft beliefen sich 2005 auf ca. 29 Mio. Euro. Den Hauptkostenanteil stellt dabei die Entsorgung der Restabfälle mit 14,7 Mio. Euro.
Abfälle aus privaten Haushalten
Mit 378,5 Kilogramm pro Jahr und Einwohner fielen 2005 insgesamt 6,5 Kilogramm weniger Abfälle an als 2004 (385 Kilogramm). Die Verwertungsquote für Abfälle aus privaten Haushalten konnte auf 89,4 Prozent gesteigert werden und lag damit knapp zwei Prozent über dem Wert von 2004.
Den mit 3.440 Tonnen stärksten Rückgang gab es beim Sperrmüll. Die Gründe dafür liegen zum einen in der Umsetzung der Altholzverordnung. Sperrmüll, der aus Altholz besteht, wird seit 2004 auf den Wertstoffhöfen getrennt erfasst und verwertet. Teilmengen die bisher als Sperrmüll erfasst wurden, befinden sich jetzt im Altholz (1.347 Tonnen mehr Altholz als 2004). Ein weiterer Grund ist die Einführung der Gebühr für die Hausabholung ab Januar 2005.
Im Vergleich zu 2004 blieb die Restabfallmenge nahezu konstant (minus 63 Tonnen). Betrachtet man die Entwicklung der zurückliegenden neun Jahre (Anlage 2), so fällt die Verringerung um 33,2 Prozent recht deutlich aus. Restabfall wird in der BMA zu Trockenstabilat verarbeitet und im Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe weiterverwendet. Trockenstabilat ist mit 55,4 Prozent das mengenmäßig größte Endprodukt der BMA (Anlage 5). Aus ihm wird entweder Methanol gewonnen oder es kommt als Ersatzbrennstoff zur Energieerzeugung und bei der Zementherstellung zum Einsatz.
Mengenzuwächse gab es bei den Bioabfällen (plus 600 Tonnen) sowie bei Altpapier, Pappen und Kartonagen (plus 384 Tonnen).
Zusammensetzung der Restabfälle
2005 wurde wieder die Zusammensetzung der Restabfälle untersucht und mit der Analyse von 2003 verglichen (Anlage 3). Vor allem die Anteile von Bioabfällen (plus 2,1 Prozent), Kunststoffen und Verbundmaterialien (plus 0,9 Prozent) sind leicht gestiegen. Ebenso waren mehr Schadstoffe inklusive Elektronikschrott im Restabfall enthalten. Bedenklich stimmt, dass Altbatterien mehr im Restabfall zu finden sind, als sie bei der Schadstoffsammlung abgegeben werden. Alte Batterien gehören nicht in die Restabfalltonne!
Gebrauchtwaren
In der Abfallbilanz sind die von den Gebrauchtwarenbörsen entgegengenommen und weitervermittelten Gegenstände nicht enthalten, weil die gar nicht erst zu Abfall wurden. Die vier im Auftrag der Stadt tätigen Einrichtungen (Anlage 4) setzten im vergangenen Jahr 689 Tonnen Waren um. Vom Haushaltsgeschirr bis zu Möbeln war nahezu alles vertreten. Wie der im September vom Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk gemeinsam dem Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung durchgeführte Gebrauchtwarentag in Prohlis zeigte (Anlage 4), ist der Bedarf an Gebrauchsgütern weitaus höher, als die Nachfrage befriedigt werden kann. Die Dresdner sollten auch in Zukunft zuerst prüfen, ob Gegenstände, von denen sie sich trennen möchten, nicht sinnvoller einer Gebrauchtwarenbörse überlassen werden können, anstatt diese zu entsorgen.
Sonstige Abfälle
Mit der Änderung der Straßenreinigungsgebührensatzung verringerten sich Anzahl und Häufigkeit öffentlich gereinigter Straßen und Plätze. Die Menge an Straßenkehricht ging um 2.243 Tonnen zurück.
Illegale Ablagerungen
Die insgesamt positive Bilanz wird leider durch den Anstieg bei den illegalen Abfallablagerungen getrübt. Für die Entsorgung von 1.500 Tonnen (71 Tonnen mehr) vor allem Sperrmüll und Restabfällen, Haushaltgroß- und Bildschirmgeräten, Fahrzeugreifen und Batterien sowie Feuerlöschern ( Anlage 4) musste die Stadt insgesamt 197.700 Euro aufwenden.
Bilanz der Biologisch-Mechanischen Abfallaufbereitungsanlage
Mit insgesamt 86.895 Tonnen aufbereiteten Abfällen war die Kapazität der BMA 2005 ausgelastet. Hier zahlt sich die strategische Partnerschaft mit der Fa. Cleanaway, dem Anteilseigner an der Stadtreinigung Dresden GmbH, aus. Durch Entsorgungsverträge u. a. mit Hoyerswerda und Zwickau gelangten diese Abfälle zur Aufbreitung nach Dresden.
Darüber hinaus wurden auch Papierkorbabfälle und Reste der Sortierung von Leichtverpackungen in der BMA aufbereitet. Störend erweisen sich die 13,8 Tonnen Altbatterien im Restabfall, die von Hand aussortiert werden mussten.
Dresdner Abfallkonzept
Der Stadtrat beschloss am 9. März 2006 die 4. Fortschreibung des Dresdner Abfallkonzeptes, gültig für die Jahre 2006 bis 2010.
Die Eckpfeiler des Konzeptes sind:

  • Weitere Sicherstellung der Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten, insbesondere Gewährleistung der Entsorgungssicherheit nach dem Austritt aus dem Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal zum Ende vergangenen Jahres
  • Erhaltung des guten und qualitativ hochwertigen abfallwirtschaftlichen Leistungsangebotes für den Bürger
  • Beibehaltung einer ökologischen und ökonomisch sinnvollen Getrenntsammlung von Abfällen unter Beachtung der aktuellen Entwicklungen
  • Umsetzung von neuen Gesetzen und Verordnungen (u. a. Elektro-/ Elektronikgerätegesetz, Abfallablagerungsverordnung, Altholzverordnung)
  • Fortsetzung der Nachsorgemaßnahmen an der Deponie Radeburger Straße.

Das Abfallwirtschaftskonzept wurde im Internet unter www.dresden.de/abfall veröffentlicht.
Anlagen:
1. Abfallbilanz 2005 (*.pdf, 12 KB)
2. Spezifische Abfallmengen 1997-2005 (*.pdf, 10 KB)
3. Restabfallzusammensetzung 2005/2003 (*.pdf, 11 KB)
4. Gebrauchtwarenbörsen und Abb. Gebrauchtwarentag in Prohlis, illegale Ablagerungen (*.pdf, 825 KB)
5. Bilanz BMA (*.pdf, 9 KB)

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