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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2006/05/c_056.php 29.05.2015 00:58:32 Uhr 17.11.2019 09:35:35 Uhr
Meldung vom 17.05.2006

Neue Baupläne für den Neumarkt

Bürgerbeteiligung mit vorhabenbezogenen Bebauungsplan
Bürgermeister Herbert Feßenmayr stellte heute gemeinsam mit Investoren weitere Bauvorhaben für den Dresdner Neumarkt vor: Quartier V.2 — Neumarkt/ Frauenstraße und das Quartier 6 — Jüdenhof/ Frauenstraße/ Neumarkt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau wird heute in seiner Sitzung über die Aufstellung von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen über diese Quartiere entscheiden.
Was wird vorgeschlagen für Quartier 6:
Die städtischen Flurstücke des Quartiers 6, einschließlich eines restitutionsbelasteten Flurstücks, sollen verkauft werden. Die „Quartier an der Frauenkirche GmbH & Co. KG“ (QF) ging nach einem Investorenwettbewerb als Vorzugskandidat für die Weiterführung hervor. Geplant ist der Abschluss des Kaufvertrages zwischen Stadt und Investor in den kommenden Monaten. Das Quartier 6 beinhaltet nach der städtebaulich gestalterischen Konzeption in der zuletzt beschlossenen Fassung auch die Bebauung der Fläche des ehemaligen Gewandhauses.
Der Investor plant folgende Leitbauten und Leitfassaden: Das Dinglingerhaus (Frauenstraße 9) mit Barockfassade, Innenhof und dem sogenannten „Dinglingerbrunnen“ mit einer Nutzung als Goldschmiede-Museum und Cafe. Das Regimenthaus (Jüdenhof 1) mit Barockfassade und einem Innenhof als zusätzliche Erschließung des Quartiers. Das Chiapponisches Haus (Frauenstraße 7) und das Klepperbeinsche Haus (Frauenstraße 11) als Leitfassade.
Vor der konkreten Gebäudeplanung soll für das gesamte Quartier im Auftrag von QF ab Juni 2006 die archäologischen Grabungen erfolgen. Die unter der Fläche des Alten Gewandhauses liegenden Kellerreste und insbesondere die mittelalterliche Zwingermauer sollen in die Bebauung einbezogen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies wird im Kaufvertrag zwischen Investor und Stadt festgeschrieben. Vorbereitend liegt eine Untersuchung des Stadtplanungsamtes zu den inhaltlichen und technischen Möglichkeiten sowie daraus entstehenden Kosten vor.
Für alle Gebäude, die keine Leitbauten sind, wird erwartet, dass sie besonders sorgfältig, in hoher Qualität entworfen werden. Insbesondere an die zukünftige Gestaltung des Gewandhauses werden höchste Ansprüche gestellt. So muss die Höhe eines Baukörpers auf der Fläche des Alten Gewandhauses genau untersucht und gefunden werden. Dazu ist vorgesehen, dass vor der konkreten Gebäudeplanung Massenuntersuchungen an dem sehr genauen und detaillierten städtischen Modell Maßstab 1 : 200 erfolgen, die mit heutigen digitalen Möglichkeiten ergänzt werden können.
Unabhängig von der städtebaulichen Notwendigkeit der Bebauung der Fläche des ehemaligen Gewandhauses wird allergrößter Augenmerk auf das Erreichen einer hervorragenden Architekturqualität gelegt. Die zukünftige Bebauung wird ein Maßstab für die europäische Baukultur im historischen Kontext sein und wesentlich zum Image Dresdens beitragen.
Deshalb wird für diesen Bau einen öffentlicher Realisierungswettbewerb ausgelobt, um mittels einer sorgfältig zusammengestellten Jury aus einer großen Zahl von Wettbewerbsbeiträgen den geeignetsten Entwurf auszuwählen. Die Entwürfe werden dann im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens öffentlich vorgestellt.
Was wird vorgeschlagen für Quartier V.2
Der Investor für dieses Grundstück ist das Martinshof Rothenburg Diakoniewerk. Er beabsichtigt, die Leitbauten Heinrich Schütz Haus (Neumarkt 12) und das Köhlersche Haus (Frauenstraße 14) wieder zu errichten und südlich durch einen dritten Baukörper (Neumarkt 11) zu ergänzen. Geplant ist eine Wohnresidenz für Senioren, die altengerechtes Wohnen durch entsprechende Serviceleistungen wie Restaurant und Einkaufsmöglichkeiten ergänzt. Das Erdgeschoss soll vollständig öffentlich zugänglich bleiben. Für die Heinrich- Schütz-Gesellschaft sind im Erdgeschoss des Heinrich —Schütz-Hauses Räume vorgesehen.
Der Wiederaufbau der beiden historischen Gebäude erfolgt in den alten Parzellierungen, wobei in der Rekonstruktion der historischen Fassaden auch noch erhaltene Originalbestandteile wieder eingebaut werden sollen. Als Bauweise für alle Fassaden wird ein herkömmlicher Mauerwerksbau vorgesehen.
Nach Abschluss der archäologischen Grabungen, die momentan durchgeführt werden, kann festgelegt werden, welche archäologischen Funde in die Bebauung einbezogen werden.
Warum Vorhabenbezogene Bebauungspläne?
Der Vorhabenbezogene Bebauungsplan ermöglicht allen Bürgen, über die bisher im Stadtrat gefassten Beschlüsse hinaus an Planungen für neue Bauten mitzuwirken. Er schafft für konkrete Vorhaben von Bauherren Baurecht und schöpft alle Festsetzungsmöglichkeiten für die Gestaltung aus.
Der dem Vorhabenplan zugrundeliegende Entwurf wird Bestandteil des Verfahrens und damit vom Stadtrat beschlossen. Rekonstruktionen von Gebäuden und Fassaden können genau definiert und die Umsetzung durch den Durchführungsvertrag abgesichert werden.
Anlage:
1. Lageplan Quartiere Neumarkt (*.pdf, 361 KB)
2. Informationen zur baulichen Entwicklung Neumarkt/ Gewandhaus (*.pdf, 10 KB)

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