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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2006/04/c_104.php 29.05.2015 00:57:48 Uhr 18.11.2019 10:12:55 Uhr
Meldung vom 28.04.2006

Geheimnis der Augustusbrücke: Kupferkapsel gefunden

Der mittlere Hauptpfeiler der Augustusbrücke soll künstlerisch mit einer Woge des Dresdner Künstler Tobias Stengel gestaltet werden. Der Entwurf wurde im Juni 2005 vorgestellt, nach dem ein Wettbewerb für diese Gestaltung auf Beschluss des Stadtrates stattgefunden hatte. Bis zu Sommer 2006 soll das Kunstwerk realisiert und auf der Augustusbrücke aufgestellt werden.
In diesem Zusammenhang müssen der Sandsteinsockel, an dem sich ehemals die Georgi-Dimitroff-Tafel befand, und die darunter befindliche Sandsteinbank fachgerecht abgebaut werden. Dieser Rückbau erfolgt im Zuge der gegenwärtig stattfindenden Sanierung der Augustusbrücke ab dem 2. Mai von der Firma Maaz (Sebnitz). Alle Teile werden im Lapidarium der Landeshauptstadt Dresden eingelagert und unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten aufbewahrt.
Bei ersten Materialuntersuchungen vor Ort wurde im Sockel eine Vertiefung gefunden, in der eine Kapsel eingelassen war, wie sie zu Grundsteinlegungen verwendet wurde. Sie besteht aus Kupfer, ist fest verschlossen und hat eine geprägte Inschrift. Des weiteren befand sich in der Öffnung eine „Flaschenpost“ der Marke Nordstern-Tafelbranntwein, ebenfalls verschlossen. Während zu vermuten ist, dass die Kapsel aus der Zeit um 1907 stammt, ist die Flasche in das Jahr 1949/50 einzuordnen.
Beide Objekte wurden gestern im Beisein des Landesamtes für Denkmalpflege, des Straßen- und Tiefbauamtes und des Amtes für Kultur und Denkmalschutz vom Leiter des Stadtarchivs, Thomas Kübler, entnommen und zur Verwahrung ins Stadtarchiv verbracht. Die Öffnung der Objekte erfolgt in der nächsten Woche.
Zum Kunstwerk: Tobias Stengel: Woge
Die Jury hat sich für die Arbeit von Tobias Stengel entschieden. Eine plastische Woge, aufgefächert wie ein Scherenschnitt soll den „Eingriff“ der Naturgewalten, die weder zeitlich noch lokal berechenbar scheinen, versinnbildlichen. Ihr Sinnbild ist abstrakt, die Gefahr konkret. Die Woge wird aus acht von Laser geformten Metallplatten bestehen.
Tobias Stengels Ansatz, einen berühmten Holzschnitt des japanischen Künstlers Hokusai (1760-1849) als inhaltlichen Ausgangspunkt zu verwenden, überzeugte die Jury. „Die Große Woge“ (1825) verkörpert einen Ausnahmezustand der Natur, mit dem Menschen weltweit konfrontiert werden. Ganz unmittelbar steht die Erinnerung an die Tsunami-Katastrophe in Asien, die die Dresdner wohl ganz besonders berührt hat. Das Hochwasser von 2002 und die Hilfeleistungen werden somit in einen internationalen Kontext gestellt. Hinzu kommen kulturhistorische Bezüge der „Woge“ des Hokusai im Umfeld der Augustusbrücke: die reichen, „nebenan“ gezeigten Porzellansammlungen Augusts, das am Ufer gelegene Japanische Palais und Schloss Pillnitz mit den „chinesischen“ Wandmalereien.
Jedes Jurymitglied hat sechs KünstlerInnen für die Teilnahme am Wettbewerb vorgeschlagen. Die Einladung erfolgte überregional. 22 KünstlerInnen und eine Künstlergemeinschaft folgten der Einladung und nahmen an dem zweistufigen Wettbewerb teil. In der ersten Wettbewerbsstufe waren aussagefähige Ideenskizzen zum Kunstwerk und seiner städtebaulichen Einordnung gefordert. Die Einreichung der Wettbewerbsbeiträge für die erste Stufe erfolgte anonym. Vier Entwürfe aus den 23 Wettbewerbsbeiträgen der ersten Stufe kamen in die zweite Stufe. Aus diesen vier überarbeiteten Beiträgen wählte die Jury am 23. Juni 2005 den Entwurf von Tobias Stengel als Sieger aus und schlug diesen zur Realisierung vor. Aus Mitteln für Kunst im öffentlichen Raum stehen dafür 50.000 Euro zur Verfügung.

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