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Meldung vom 29.03.2006

Friedrich August II. hält wieder auf dem Neumarkt Hof

Am 29. März wurde das Denkmal König Friedrich August II. auf dem Neumarkt nach seiner Aufarbeitung enthüllt. Die Stadt ließ das 1866 errichtete Standbild des sächsischen Königs von März 2004 bis Oktober 2005 restaurieren und konservieren. Die Instandsetzung kostete insgesamt 122.100 Euro, davon entfielen 2.200 Euro auf die Planung, 12.400 Euro auf die Reinigung des Steinsockels und 107.500 Euro auf die Restaurierung der Bronzefiguren. Die Baywobau Dresden Baubetreuung GmbH unterstützte die Sanierung mit 22.000 Euro.

Die Arbeiten, die von Firmen aus der Region durchgeführt wurden, gliederten sich in zwei Phasen: Von März bis September 2004 wurde der Steinsockel restauriert. Dabei reinigten die Arbeiter Treppen und Podeste, stellten Vierungen her und überschliffen und polierten den Sockel. Von Juni bis Oktober 2005 erhielt die Bronzefigur in ihrem Inneren ein Edelstahltraggerüst, Fehlstellen wurden ergänzt, in Bronze gegossen und wieder in die Plastik eingepasst. Dann folgte die Reinigung der Figur. Zum Abschluss vergoldeten die Restauratoren die Buchstaben und Zahlen am Sockel neu. Das Friedrich August II. vergoldet war, wurde erst nach Reinigung des Sockels sichtbar.

Das Denkmal Friedrich August II. wurde von Dresdner Bürgern als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Königshaus in Auftrag gegeben und 1867 eingeweiht. Grundlage war ein Entwurf von Ernst Julius Hähnel. Die Treppenanlage besteht aus Lausitzer Granit, der Sockel aus rotem, polierten Meißner Granit. Auf dem Sockel befindet sich ein mit Architekturmotiven verziertes Postament aus Bronze, auf dem die Figur des Königs in Feldherrenpose steht. Zu seinen Füßen an den Seiten des Postaments sind Darstellungen der Kardinaltugenden Frömmigkeit, Weisheit, Gerechtigkeit und Stärke zu sehen.

Aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten am Neumarkt, insbesondere an der nahe der Frauenkirche gelegenen Tiefgarage, musste das Denkmal im April/Mai 2003 abgebaut werden. Die einzelnen Bestandteile wurden nummeriert und bis zur Restaurierung eingelagert.

Der im Jahr 1797 auf Schloss Pillnitz geborene Friedrich August II. wurde 1836 König von Sachsen, nachdem er die Geschicke des Landes bereits seit 1831 gemeinsam mit seinem Onkel Anton, der von 1827 bis 1836 herrschte, geleitet hatte. Zu seinen Verdiensten gehören die Städteordnung von 1832, die den Städten die freie Selbstverwaltung brachte, die Befreiung der Bauern von Frondienst und Erbuntertänigkeit und eine einheitliche Rechtsprechung für Sachsen durch das Strafgesetzbuch von 1836. Jedoch gehörte Friedrich August II. zu den Gegnern der revolutionären Erhebungen von 1848/49 und lehnte die Frankfurter Reichsverfassung ab. Dies zog den Dresdner Maiaufstand nach sich, vor dem der König auf die Festung Königstein flüchtete. Jedoch gelang es, den Aufstand niederzuschlagen und die vorrevolutionären Verhältnisse wiederherzustellen.

Friedrich August II. war in erster Ehe mit Erzherzogin Marie Caroline Ferdinande von Österreich verheiratet. Als sie im Jahr 1832 starb, heiratete er Prinzessin Maria Leopoldine von Bayern. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte der sächsische König, inzwischen schwer depressiv, fernab der Öffentlichkeit. Er starb am 9. August 1854, als sein Wagen auf einer Reise in Tirol umkippte und ein aussschlagendes Pferd ihn am Kopf verletzte. Friedrich August II. ist in der Gruft der Katholischen Hofkirche zu Dresden beigesetzt. An der Unglücksstelle bei Imst in Tirol ließ seine Gemahlin eine Königskapelle errichten, die noch heute für Besucher geöffnet ist.

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