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01.02.2006

Dresdens wächst - höchste Bevölkerungszunahme seit 1928

Am 31. Dezember 2005 hatte Dresden laut Melderegister 487.199 Einwohner, 6.852 mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der höchste Anstieg in einem Jahr seit 1928, lässt man die Jahre mit Eingemeindungen außer acht. Hauptursache dieser außerordentlichen Steigerung ist die Einführung der Zweitwohnungssteuer zu Jahresbeginn, teilweise in Verbindung mit der weiterhin gezahlten Umzugsbeihilfe für Studenten. Während die zu erwartenden Abmeldungen von Nebenwohnungen erst in diesem Jahr einsetzen werden, ist bereits seit Oktober 2005 ein deutlich verändertes Anmeldeverhalten zu registrieren. So haben sich im 4. Quartal etwa 1.000 Personen mehr als in den letzten Jahren üblich gleich mit Hauptwohnung angemeldet. Zusätzlich haben etwa 1.800 mehr als sonst ihre Nebenwohnung zur Hauptwohnung gemacht. Das betraf neben der Friedrichstadt, der Äußeren Neustadt und dem südlichen Pieschen vor allem das Gebiet in der Nähe der Technische Universität Dresden: die Südvorstadt, Strehlen, Plauen und Löbtau.
Rechnet man die Melde-Effekte heraus, so bleibt eine „echte“ Zunahme von über 4.000 - auch dies ist ein beträchtlicher Anstieg gegenüber den letzten Jahren.
Diese positive Entwicklung hat auch direkte finanzielle Auswirkungen für den städtischen Haushalt. Unterstellt man eine Schlüsselzuweisung von ca. 500 Euro pro Einwohner, kann die Stadt auf eine Mehreinnahme von ca. 3,4 Mio Euro hoffen. Damit zeigt die durchaus umstrittene Entscheidung über die Einführung der Zweitwohnsteuer zum 1. Januar 2006 ihre von Verwaltung und Stadtrat gewünschte Wirkung.
Die positive Bevölkerungsentwicklung resultiert fast ausschließlich aus der Zuwanderung. Der Wanderungsgewinn von 7.000 Personen ergab sich vor allem aus stark erhöhtem Zuzug von den neuen Bundesländern einschließlich Sachsens und aus dem leicht gesunkenen, trotzdem weiterhin hohen Zuzug vom Ausland. Der Wanderungsverlust gegenüber den alten Bundesländern ging weiter zurück und lag nur noch bei etwa 150 (im Vorjahr noch 600).
Erstmals nach Einführung eines neuen Computerprogramms für das Einwohnermeldewesen im Jahr 2002 konnten nun auch wieder Umzugszahlen ermittelt werden; jetzt liegt die Jahresbilanz 2004 vor. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der aus Dresden Fortgezogenen um acht Prozent zurückgegangen, die Anzahl der Umzüge innerhalb von Dresden sogar um ein Sechstel von 56.700 auf 47.500 gesunken. Unter diesem Aspekt besonders mobil waren (und sind) die Bewohner des jugendlichsten Stadtteils, der Äußeren Neustadt. Mehr als ein Viertel aller Umziehenden blieb übrigens im eigenen Stadtteil wohnen. Auch andere Wohnungswechsel fanden zumeist auf kurzen Distanzen statt. Ausgeprägte wechselseitige „nachbarschaftliche“ Einwohnerwanderungen hatte die Äußere Neustadt mit dem Hechtviertel, Pieschen mit Trachau und Mickten, Blasewitz mit Striesen-Ost.
Die Geburten- und Gestorbenenzahlen nahmen im Jahr 2005 nur geringfügig zu, im Saldo war sogar eine Abnahme zu registrieren (vorläufige Zahl: -152, Vorjahr: -56). Trotzdem ist die (vorläufige) Geborenenzahl von 4.755 wiederum die höchste seit 1990.
Überproportional stieg auch die Zahl der Ausländer. In Dresden leben jetzt fast 19.000 — der Ausländeranteil stieg damit auf 3,9 Prozent. Das ist der bisher höchste Wert.
Die amtliche Bevölkerungszahl lag Ende September um etwa 8.000 höher als die städtische (490.763 zu 482.816). Diese 8.000 leben nachweislich nicht mehr an der von ihnen zuletzt gemeldeten Adresse, haben sich aber nicht woanders neu angemeldet. Umgekehrt leben sicherlich auch in Dresden unangemeldete Personen, die in ihren früheren Gemeinden von Amts wegen abgemeldet wurden, weil sie dort nachweislich nicht mehr wohnen. Eine Bereinigung ist nur durch eine Volkszählung möglich, die früher alle fünf Jahre, in der DDR etwa alle zehn Jahre durchgeführt wurde, zuletzt 1981. Zur Wiedervereinigung wurde ein Registerabgleich als „Ersatz“-Zählung vorgenommen. Die vorgesehene Zählung 2001 wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

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