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19.01.2006

Gedenken an den Ehrenbürger Prof. Hans Nadler

Landeshauptstadt Dresden und Stiftung Frauenkirche laden in die Frauenkirche ein
Am Mittwoch, 25. Januar 2006, 19:30 Uhr findet auf Einladung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Dresden, Ingolf Roßberg und des Baudirektors und Sprechers der Stiftung Frauenkirche, Eberhard Burger in der Frauenkirche Dresden eine Gedenkveranstaltung für den im Oktober 2005 verstorbenen Ehrenbürger der Landeshauptstadt und ehemaligen sächsischen Landeskonservator Prof. Dr. Hans Nadler statt.
Eingeladen dazu sind neben den offiziellen Gästen auch die Bürgerinnen und Bürger Dresdens. Der Einlass beginnt 45 Minuten vor Beginn an den Eingängen C und E. 1.200 Plätze stehen auf den Emporen zur Verfügung.
Die Gedenkveranstaltung beginnt mit einem musikalischen Auftakt des Frauenkirchenchores unter Leitung des Frauenkirchenkantors Matthias Grünert. Es folgt die Begrüßung durch Baudirektor Eberhard Burger und Oberbürgermeister Ingolf Roßberg. Anschließend sprechen der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl und der Abteilungsleiter Bau- und Wohnungswesen des Staatsministeriums des Innern, Prof. Dr. Jürgen Namysloh, Grußworte. Nach einer Motette, gesungen von dem Frauenkirchenchor, folgt die Würdigung der Ehrenbürgerschaften Prof. Nadlers. Vertreter der Städte Bad Muskau, Elsterwerda, Rodewisch, Görlitz, Torgau und Dresden werden dazu sprechen. Die Gedenkveranstaltung endet mit einem musikalischem Finale gegen 21:30 Uhr.
Hans Nadler (1910 bis 2005)
Professor Nadler wurde am 1. Juli 1910 als Sohn eines Kunstmalers geboren. Sein gesamtes Berufsleben widmete der an der Technischen Hochschule Dresden ausgebildete Architekt (Studium von 1931 bis 1936, Promotion 1940) der Denkmalpflege und dem Denkmalschutz. Nach seiner Rückkehr aus dem Kriegsdienst arbeitete Nadler ab August 1945 im sächsischen Landesamt für Denkmalpflege, wurde im Februar 1949 sächsischer Landeskonservator und war dann von 1952 bis zu seiner Pensionierung 1982 Chefkonservator im Dresdner Institut für Denkmalpflege.
Eine besondere Beziehung hatte Prof. Nadler zur Frauenkirche. Er stellte sich der Aufgabe die Ruine zu erhalten und verhinderte den Abbruch der stehenden Ruinenteile, verteidigte die Unantastbarkeit des Trümmerberges und schuf damit die Grundlage für den späteren Wiederaufbau. Diesen hat er bis zur Fertigstellung intensiv verfolgt. Leider war es ihm nicht vergönnt, die Weihe der Frauenkirche mitzuerleben. Sein Wirken war nie nur auf Dresden beschränkt. Er machte sich auch verdient um Kulturdenkmale in anderen Städten und Gemeinden, insbesondere Sachsens. 1993 empfing Professor Nadler das Bundesverdienstkreuz, 1995 den Karl-Friedrich-Schinkel-Ring des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Die Stadt Görlitz ehrte ihn 1995 mit der Ehrenbürgerwürde. Im Jahr 1996 verlieh ihm die Landeshauptstadt Dresden das Ehrenbürgerrecht für sein Engagement zur Bewahrung und Wiedergewinnung der kulturhistorisch wertvollen Dresdner Architektur und Stadtlandschaft.
Bis zuletzt galt sein Engagement der Bewahrung und dem Wiederaufbau der steinernen Zeugen unserer Geschichte. Auch das Palais im Großen Garten, wo er am 1. Juli letzten Jahres zu seinem 95. Geburtstag ein Konzert erlebte, gehörte dazu. Professor Nadlers richtungweisenden Impulsen und seiner Vision zur künftigen Nutzung verdanken wir, dass auch das Palais eine lebendige Zukunft haben wird.
Am 8. Oktober 2005 starb Professor Dr. Hans Nadler im Alter von 95 Jahren. Der Nestor der sächsischen Denkmalpflege und Ehrenbürger Dresdens wirkte ein Leben lang auch für unsere Stadt.

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