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Meldung vom 19.09.2005

Bundestagswahl 2005 - Ergebnisse des Wahlkreises 161 in Dresden

Wahlgebiet
Der Wahlkreis 161 — Dresden II/ Meißen I umfasst die Ortsamtsbereiche Cotta, Klotzsche, Loschwitz, Neustadt, Pieschen und alle Dresdner Ortschaften sowie vom Landkreis Meißen die Gemeinden Coswig, Moritzburg, Niederau, Radebeul, Radeburg und Weinböhla (250 162 Wahlberechtigte, darunter 71,5 Prozent Dresdner). Gewählt wurde in Dresden in 166 Allgemeinen Wahlbezirken. Diesen wurden 31 Briefwahlvorstände zugeordnet.

Wahlberechtigte
Zur Teilnahme an der Wahl des 16. Deutschen Bundestages am 18. September waren 178. 760 Dresdner berechtigt. Das waren rund 7.300 oder 4,3 Prozent mehr Wahlberechtigte als zur letzten Bundestagswahl. Die Entwicklung der Wahlberechtigtenzahlen in den einzelnen Stadtteilen verlief in den letzten vier Jahren höchst unterschiedlich. Mit über 12 Prozent Zunahme lag der Stadtteil Pieschen-Süd an der Spitze, gefolgt von der Äußeren Neustadt und Cotta (plus 10 Prozent). Neben Hosterwitz/Pillnitz hatten nur die Gorbitzer Stadtteile, insbesondere Gorbitz-Ost weniger Wahlberechtigte als drei Jahre zuvor.

Wahlbeteiligung im Wahlkreis
Die Stimmabgabe am Wahltag verläuft bei den verschiedenen Wahlen recht ähnlich. So war schon am Vormittag erkennbar, dass die hohe Wahlbeteiligung von 1998 nicht erreicht werden würde. Während es dann zeitweise so aussah, als ob nur wenig mehr Dresdner als 2002 zur Urne gehen würden, gab es zum Ende der Wahlzeit noch einen überproportionalen Zuwachs, so dass mit 77,2 Prozent doch noch das zweitbeste Ergebnis bei Bundestagswahlen im Dresdner Wahlkreis 161 erreicht wurde.
Deutlich zugenommen gegenüber der letzten Bundestagswahl hatte die Zahl der Briefwähler, bezogen auf die Wahlberechtigten ging ihr Anteil merklich nach oben (14,6 zu 11,8 Prozent - nur WK 161), auch bezogen auf die Zahl der Wähler erreichte er einen neuen Höchststand (18,9 Prozent) und das im weniger „briefwahlaktiven“ Dresdner Wahlkreis. Fast jeder 5. Wähler wählte mit Brief. Damit erreichte Dresden fast das Niveau süddeutscher Großstädte wie Stuttgart, wo ein Viertel aller Wähler schon vor dem Wahltag abstimmt.

Wahlbeteiligung in den Stadtteilen
Die Wahlbeteiligung lag auch zur Bundestagswahl 2005 wieder am höchsten im Ortsamt Loschwitz, übertroffen diesmal aber von Pappritz/Gönnsdorf. Aber auch Hellerau und Altfranken/Gompitz erreichten deutlich mehr als 80 Prozent. Unter 70 Prozent lagen nur Pieschen-Süd und die Gorbitzer Stadtteile. Gorbitz-Ost war auch der einzige Stadtteil im Wahlkreis, dessen Wahlbeteiligung gegenüber 2002 sogar abnahm. Die höchsten Zunahmen verzeichneten neben Pappritz vor allem Stadtteile, die sich früher eher durch „Wahlverweigerung“ auszeichneten: Pieschen-Süd, Kaditz und Löbtau.

Erststimmenergebnis
Wie erwartet eroberte Arnold Vaatz (CDU) mit großer Mehrheit das Direktmandat. Sein Vorsprung vor dem Zweitplazierten Michael Sturm (SPD) betrug mehr etwa 8 Prozentpunkte — mehr als doppelt so viel wie der Vorsprung der CDU vor der SPD bei den Zweitstimmen. In Dresden erreichte er in 22 der 29 Stadtteile die relative Mehrheit. Während die SPD- und Linksparteikandidaten etwa die Werte ihrer Parteien erhielten, konnte Jan Mücke von der FDP nur 2/3 des Zweitstimmenergebnisses seiner Partei erreichen.

Zweitstimmenergebnisse im Wahlkreis
Auch wenn die CDU ihre führende Position in Dresden II wieder von der SPD zurückerobern konnte, waren die eigentlichen Zugewinner gegenüber 2002 wie in Deutschland insgesamt auch hier die FDP und die Linkspartei (PDS). Aber auch die Grünen konnten sich im Wahlkreis gegenüber 2002 steigern und erreichten ihr bestes Ergebnis überhaupt. Trotzdem wurden sie diesmal hinter der FDP nur Fünfter. Trotz ihres Gewinns von 3,7 Prozent-Punkten erreichte die Linkspartei nicht wieder die 20 Prozent-Marke, die sie als PDS schon 1994 und 1998 übersprungen hatte. Die FDP — jetzt an 4. Stelle — kam nur um 0,2 Punkte unter ihrem bisherigen Höchstwert von1990 an.
Wie schon bei der Landtagswahl im Vorjahr waren CDU und SPD die Verlierer in „Dresden-Nordwest“. Während die SPD aber immerhin noch ihr zweitbestes Ergebnis seit der Wende verbuchen konnte, war die CDU noch nie so schlecht wie diesmal. Erstmals fiel sie unter 30 Prozent, 1990 kam sie noch über 50 Prozent. Ihr Verlust entspricht etwa dem Gewinn der FDP, während der Rückgang der SPD noch um zwei Punkte höher ist als der Zugang bei der Linkspartei.
Interessanterweise erreichte die CDU bei der Briefwahl fast ihr Ergebnis vom letzten Mal, sie war also im Vorfeld nicht so schlecht wie am Wahltag selbst. Während bei SPD und Linkspartei das Brief- und Urnenwahlergebnis in gleichem Maße zulegte bzw. abnahm, hatten FDP und Grüne am Wahltag leicht bessere Ergebnisse als zuvor. Vergleicht man mit dem sächsischen Ergebnis, so sind die CDU-Verluste „Landesdurchschnitt“, während die Verluste der SPD und die Gewinne der Linken in Dresden jeweils geringer ausfielen als in Sachsen insgesamt. Während die NPD sachsenweit auf fast 5 Prozent kam, erreichte sie in Dresden II nur 3,7 Prozent. Zur Landtagswahl waren es noch 9,2 bzw. 6,1 Prozent.

Ergebnisse in den Stadtteilen
Die Hochburgen der CDU liegen weiterhin am Stadtrand, im Schönfelder Hochland und in den westlichen Ortschaften. Nur in Schönfeld/Schullwitz kam sie noch über 40 Prozent. Fast überall musste sie Verluste hinnehmen, am meisten in Cotta, Löbtau und in Gorbitz. In Gorbitz wie in Löbtau-Nord erreichte sie fast Neustädter Verhältnisse mit unter 23 Prozent .„Tiefster“ Keller blieb mit 16 Prozent die Äußere Neustadt.
Auch die SPD beklagte ihre größten Verluste in Gorbitz, dazu auch in Pieschen-Süd (minus acht Punkte). Während die CDU aber in einigen Stadtteile nur geringe Verluste hinnehmen musste, sind die der SPD flächendeckend deutlich. Nur in der Äußeren Neustadt und der Leipziger Vorstadt lagen sie unter 4 Prozent. Eigentliche Hochburgen gab und gibt es für die SPD im Wahlkreis 161 nicht.
Die Linkspartei (PDS) legte in allen Stadtteilen zu, vor allem in Gorbitz. Hier erreichte sie überhaupt ihre höchsten Werte, mehr als in der Radeberger Vorstadt und der Inneren Neustadt, ihren bisherigen Hochburgen. Weiter deutlich unter dem Wahlkreisdurchschnitt blieben für die Linke Loschwitz/Bühlau und das Schönfelder Hochland. Auch in der Äußeren Neustadt blieb sie nur die Vierte der Parteien.
Die Grünen behaupteten sich in ihren Hochburgen in der Neustadt, legten in der Radeberger und der Leipziger Vorstadt sogar deutlich zu, mussten im Osten (Schönfelder Hochland, Hosterwitz/Pillnitz) aber auch Verluste hinnehmen. In der Äußeren Neustadt wurden sie wieder, diesmal jedoch nur knapp hinter der SPD, zweitstärkste Partei. Ihre Keller blieben Gorbitz und die Ortschaften (außer Langebrück) sowie Kaditz/Mickten.
So wie die SPD relativ gleichmäßig und flächendeckend verlor, legte die FDP in Dresden II zu. Bis auf Gorbitz und die Neustadt erreicht sie fast überall mehr als 10 Prozent, die höchsten Werte im Schönfelder Hochland. Hohen Zugang mit fünf bis sechs Punkten erzielte sie vor allem im Westen, in Cotta, Löbtau-Nord und in Naußlitz/Dölzschen.

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