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01.09.2005

Ehemalige Dresdnerinnen und Dresdner besuchen ihre Heimatstadt

1938 verließen sie ihre Heimatstadt Dresden als Jugendliche - nach 65 Jahren treffen sie sich hier das erste Mal wieder. Sie freuen sich darauf, Spuren ihrer Kindheit gemeinsam wieder zu entdecken. Ehepartner oder Kinder begleiten sie. Nicht allen fiel die Entscheidung leicht, nach Deutschland zu kommen. So schrieb eine Israelin: „Ich war sicher, dass ich auch nie wieder nach Deutschland fahren werde. Zum größten Teil aus Angst vor dem Wiedererwachen der Erinnerungen. Nun bin ich 88 Jahre alt, und plötzlich fühle ich, dass ich doch noch einmal Dresden wiedersehen möchte“

Das städtische Referat für europäische und internationale Angelegenheiten betreut die 22 Gäste. Bei einer Stadtrundfahrt am 5. September lernen sie das Dresden von heute kennen und am Nachmittag des nächsten Tages empfängt sie OB Roßberg. Geplant sind auch eine Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz, ein Nachmittag in der Semperoper und eine Fahrt zur Porzellanmanufaktur Meißen. Die Gäste treffen Vertreter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Jüdischen Gemeinde Dresden und informieren sich in der neuen Dresdner Synagoge über das Gemeindeleben, den Religionsunterricht und die Gottesdienste. Selbstverständlich besuchen sie den jüdischen Friedhof an der Fiedlerstraße. Hier fanden einige ihrer Angehörigen die letzte Ruhe.

Zum dreizehnten Mal besuchen ehemalige jüdische Bürger die Stadt. Oberbürgermeister Ingolf Roßberg hat sie für den 4. bis 9. September eingeladen. Sie reisen aus vier Erdteilen an: aus Israel, Großbritannien, Schweden, Australien, der Schweiz und den USA.

Jeder dieser ehemaligen Dresdner hat während der Naziherrschaft Schreckliches erfahren müssen. Die Stadt Dresden möchte mit den alljährlichen Treffen dazu beitragen, dass ihre ehemaligen jüdischen Mitbürger die frühere Heimatstadt als weltoffen und tolerant wieder finden. Die Briefe von Teilnehmern vergangener Besuche belegen, dass diese Erwartungen erfüllt wurden. Ein Gast vom letzten Jahr schrieb: „Die herzliche Aufnahme in Dresden milderte die traurigen Erinnerungen aus der weiten Kindheit. Der Bau der neuen Synagoge sowie die gute Zusammenarbeit der Stadt mit der jüdischen Gemeinde geben Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Juden in Dresden“.

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