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Meldung vom 28.07.2005

Dresden wird für einen Tag zur „Orang-Utan-Patenstadt“

WWF startet Sachsen-Tour der Regenwald-Flüchtlinge: Rettet unsere Heimat! in der Lan-deshauptstadt

An der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses konnten Passanten heute ungewöhnliche Gäste bestaunen. Drei als Orang-Utans verkleidete WWF-Mitarbeiter bauten hier ein Nest auf. Die letzten asiatischen Menschenaffen flüchten vor dem Kahlschlag in ihrer Heimat, den Regenwäldern Borneos, und vor skrupelloser Wilderei. Beides gefährdet auf Dauer das Überleben der Orang-Utans. Symbolisch erklärte der WWF (World Wide Fund For Nature) Dresden für einen Tag zur Heimat der bedrohten Affen. Die Orang-Utans überreichten Fi-nanzbürgermeister Hartmut Vorjohann und dem Direktor des Dresdner Zoos Karl-Heinz Ukena ein Ortschild mit der Aufschrift „Dresden - Orang-Utan-Patenstadt“.

Dresden bildet den Auftakt für die Sachsen-Tour der Regenwaldflüchtlinge, die in den kommenden Tagen auch durch Chemnitz (29.7.) und Leipzig (2. und 3.8.) führt. Mit der Ak-tion will der WWF auf die Gefährdung und die Faszination der Natur auf der Insel Borneo aufmerksam machen. 13.000 Quadratkilometer Regenwald fallen Jahr für Jahr dem Kahl-schlag zum Opfer. „Alle 20 Sekunden verschwindet auf Borneo eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes“, erläutert Julian Jaedicke vom WWF. Die Folgen sind drama-tisch: Lebten in den 1990er Jahren noch 150.000 Orang-Utans auf Borneo, sind es heute nur noch 55.000 Tiere. „Unsere nächsten Verwandten drohen bis 2020 auszusterben“, sagt Jaedicke. Auch Deutschland sei dafür mitverantwortlich. Wertvolles Tropenholz aus Borneo komme hierzulande als Papier, Möbel oder Fensterrahmen in den Handel.

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann unterstützt die WWF-Aktion: „Die Rettung der O-rang-Utans geht uns alle an. Wir freuen uns, das Anliegen des WWF mit einer symboli-schen Patenschaft unterstützen zu können.“ Zahlreiche Bürger trugen sich im Laufe des Tages in eine Unterschriftenliste des WWF ein. Damit fordern sie die Bundesregierung auf, entschieden gegen illegales Holz aus Borneo und anderen Regenwaldgebieten der Erde vorzugehen. Deutschland solle ein Urwaldschutzgesetz verabschieden, um das Geschäft mit dem Kahlschlag zu unterbinden. „Mehr als 70 Prozent des in Indonesien eingeschlage-nen Tropenholzes stammt aus den Quellen der Holzmafia“, berichtet Jaedicke.

Der WWF appelliert auch an die Verbraucher, zum Schutz der Tropenwälder beizutragen. Die Naturschützer empfehlen Holzprodukte mit dem Ökosiegel FSC (Forest Stewardship Council). „Nur das FSC-Siegel garantiert, dass für Papier, Möbel oder Fensterrahmen kein Kahlschlag betrieben wird“, erläutert Jaedicke. „FSC“ stehe für eine nachhaltige Nutzung der Wälder im Sinne von Mensch und Natur. Borneo ist mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik und damit die drittgrößte Insel der Welt. Sie verfügt noch über große Flä-chen natürlichen, artenreichen Regenwaldes. Ein Ziel des WWF ist die Errichtung eines der größten Schutzgebiets-Netzwerke der Welt. Das „Herz von Borneo“ soll einmal 220.000 Quadratkilometer – fast ein Drittel der Insel – vor der Zerstörung retten. So würden auch die Orang-Utans vor dem Aussterben bewahrt.

Alle Stationen der WWF-Tour unter www.wwf.de/tour.

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