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12.07.2005

Tierschutz und Lebensmittelüberwachung – Schwerpunkte gerade jetzt

Das Amt kontrolliert auch die Halter landwirtschaftlicher Nutztiere. In der Landeshauptstadt leben Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel. (siehe Anlage). 2004 gab es lediglich einen Ausbruch einer Tierseuche. Bienen waren an der bösartigen Faulbrut erkrankt. Wie wichtig Kontrolle hier ist, zeigt das Thema Ornithose (Papageienkrankheit) mit dem aktuellen Fall in Sachsen-Anhalt. Jede Geflügelhaltung muss beim Veterinäramt angezeigt werden und die Tiere bedürfen einer jährlichen Impfung gegen die atypische Geflügelpest. Der Slogan „from the stable to the table“ — also die Sicherung der Unbedenklichkeit der Lebensmittel vom Stall bis auf den Tisch des Verbrauchers — spielt eine große Rolle. Kontrolliert werden muss auch, dass keine tierischen Speiseabfälle verfüttert werden und das verstorbene Heimtiere nicht ungenehmigt vergraben werden.
Für die Stadtfüchse kann mittlerweile nach mehr als zehn Jahren Tollwutimmunisierung konstatiert werden: die Tollwutgefahr wurde absolut minimiert. Der Korridor, wo Tollwutimpfköder ausgelegt werden, ist in diesem Jahr weiter in Richtung Tschechien und Polen vorgerückt.
Die sechs Mitarbeiter des Städtischen Tierheims kümmern sich um Fundtiere. Dabei werden sie von der Tierrettung der Feuerwehr und von Bürgern unterstützt. Eine neue Aufgabe wurde dem Tierheim mit der Zulassung als Pflegestelle für hilflose, kranke und beschlagnahmte Tiere besonders geschützter Arten übertragen. 2004 bewohnten insgesamt 743 Hunde, 800 Katzen und 758 sonstige Tiere (z. B. Vögel, Zwergkaninchen, verletzte Singvögel, Fische u.a.) das Tierheim. Gegenwärtig warten 40 Hunde, 81 Katzen und 134 sonstige Tiere auf ihre oder neue Besitzer.

Tierschutz und Tierseuchenbekämpfung
Zwei Tierärzte und zwei Mitarbeiter sind zuständig für den Tierschutz in Dresden. Sie bearbeiten Anzeigen, überwachen Zoofachgeschäfte, Reitbetriebe, Zirkusunternehmen und auch die Tiere im Dresdner Zoo. 2004 gingen 352 Anzeigen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. 223 davon waren begründet. Das Spektrum reichte von nicht ausreichender Fütterung bis zum Zurücklassen von Tieren in Wohnungen über eine Woche ohne Versorgung. 18 Tiere mussten Tierhaltern bei solch schweren Verstößen fortgenommen und im Tierheim untergebracht werden. Besonders in der Urlaubszeit wissen Tierhalter manchmal nicht wohin mit Hund oder Katze, die Tiere werden sich selbst überlassen. Für die Unterbringung von Hunden gibt es in Dresden und Umgebung eine ganze Reihe Tierpensionen. Rechtzeitige Anmeldung schützt vor Unterbringungsproblemen. Wer sein Haustier mit ins Ausland nehmen will, braucht einen EU-Impfpass (bei Hund und Katze) und oft ein amtstierärztliches Zeugnis für die Einreise ins Urlaubsland. Informationen dazu gibt es im Veterinäramt unter Telefon 03 51/ 4 08 05 11.

Lebensmittelüberwachung
22 Mitarbeiter überwachen 4.426 registrierte Objekte in Dresden, dazu gehören die Imbissbuden genauso wie Supermärkte, Bäcker, Fleischer und andere Lebensmittelhersteller bis hin zum Kosmetikproduzenten. Hinzu kommen 18 Wochenmärkte und 42 Volksfeste (z. B. Elbhangfest, Dixiland-Festival, Frühlingsmarkt, Striezelmarkt). 2004 wurde 11.793 mal kontrolliert. Bei 1.250 Beanstandungen traten vor allem hygienische Mängel (z.B. verunreinigte Küchen), mangelhafte Warenpflege (z.B. schlechte Lagerung der Lebensmittel) und Mängel in der baulichen Ausstattung der Räumlichkeiten auf. 712 Nachkontrollen folgten daraufhin. Auf Veranstaltungen und Märkten wurde 1.424 mal auf Essen und Trinken geschaut.
Besonders wichtig in der warmen Jahreszeit: das Eis. Eis ist eines der am engmaschigsten untersuchten Lebensmittel. In den letzen 15 Jahren traten keine Erkrankungsfälle durch Salmonellen im Eis in Dresden auf.
Jedem Bürger ist besonders im Sommer dringend zu raten, auf die Warenpflege (Transport, Lagerung und Aufbewahrungstemperatur und —dauer) zu achten, um die gekauften Lebensmittel ohne gesundheitliche Bedenken verzehren zu können.

In allen oben genannten Geschäften und Einrichtungen müssen Arbeitsgeräte und —gegenstände hygienisch unbedenklich sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Dazu wurden 353 Hygienetests (Abklatsch- und Tupferproben) in 308 Betrieben vorgenommen. Insgesamt nahmen die Mitarbeiter des Amtes letztes Jahr 2.367 Lebensmittelproben (z.B. Fleisch, Geflügel und -erzeugnisse; Eis und Desserts; alkoholfreie Getränke; Brühen, Suppen, Saucen; Gegenstände und Materialien mit Lebensmittelkontakt; Milch- u. Milchprodukte; Getreide und Backwaren, Zigaretten und Kosmetika). Beanstandet wurden vor allem mikrobiologische Verunreinigungen gleichauf mit Kennzeichnungsmängeln sowie Mängel bei der stofflichen Zusammensetzung der Lebensmittel.
Die Abt. Lebensmittelüberwachung beantwortet auch Bürgerbeschwerden (2004 waren es 162) und informiert zu Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutzes. Gewerbetreibende werden beraten zu bauhygienischen Anforderungen (2004 in 336 Objekten) im Verkehr mit Lebensmitteln, ihrer Haltbarmachung und zum Aufbau eines Eigenkontrollsystems ( 2004 in 286 Einrichtungen).

Für das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist der Sommer weniger Ferienzeit. Gerade jetzt haben die Tierärzte und Lebensmittelkontolleure viel zu tun. In einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Detlef Sittel stellte die Leiterin des Amtes Kerstin Normann die wichtigsten Eckpunkte der aktuellen Arbeit vor und zog Bilanz für 2004.

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