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02.06.2005

Brunnenreinigung und Ausbildungsprojekte schaffen Grundlagen für die Zukunft

Die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa - Initiative für Menschen in Not e. V. ist seit Anfang Januar in Sri Lanka und Indien im Einsatz. Oberbürgermeister Ingolf Roßberg hatte unmittelbar nach der Flutkatastrophe unter dem Motto „Dresden hilft“ zu Spenden für die Projekte der Hilfsorganisation aufgerufen. Nach der geleisteten Soforthilfe hat arche noVa Wiederaufbauprojekte gestartet, über die Sven Seifert, Koordinator der humanitären Auslandshilfe von arche noVa, der vor kurzem aus Sri Lanka zurückgekehrt ist, in der heutigen Pressekonferenz berichtete.

arche noVa arbeitet in Sri Lanka, Südindien und auf den Malediven mit lokalen Partnern zusammen. Zwei Schwerpunkte zeichnen die Hilfsprojekte von arche noVa aus: die Reinigung und Instandsetzung von Brunnen sowie soziale und Einkommen schaffende Maßnahmen. Um die Qualität der Projekte und die Zuverlässigkeit der Projektpartner zu prüfen, sowie weitere konkrete Vereinbarungen mit lokalen Hilfsorganisationen vor Ort abzuschließen, besuchten arche noVa Projektkoordinator Sven Seifert und weitere Mitarbeiter wiederholt die Krisenregion. Derzeit sind vier deutsche Projektmitarbeiter und ca. 20 lokale Mitarbeiter für arche noVa im Einsatz vor Ort.

„Im Laufe unserer Hilfsprojekte in den `tsunami-affected areas´ wird zunehmend deutlich, dass auch die bürgerkriegsbetroffenen Regionen im Hinterland in die Projekte einbezogen werden sollten, um dem Aufflackern neuer Konflikte vorzubeugen. Schließlich gilt es, den mühsam hergestellten Friedensprozess nicht durch scheinbare Bevorzugung der Küstenregion zu gefährden,“ erklärte Sven Seifert.

„Die Dresdner, die für die Projekte von arche noVa gespendet haben, bekommen verlässliche Informationen aus erster Hand über die solide und zielgerichtete Verwendung der Spenden,“ kommentierte OB Roßberg den Bericht von Sven Seifert und dankte den Mitarbeitern der Hilfsorganisation für ihr Engagement. arche noVa ist Mitglied der „Aktion Deutschland hilft“ und ist mit dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen ausgezeichnet. Rund 560.000 Euro sind inzwischen auf dem Spendenkonto des Vereins eingegangen.

Die Reinigung und Instandsetzung zerstörter, verschmutzter und versalzener Brunnen sowie den Neubau von Brunnen im Nordosten und an der Ostküste Sri Lankas führen arche-Teams weiterhin in Zusammenarbeit mit der Organisation TRO (Tamils Rehabilitation Organisation) durch. Rund 600 Brunnen wurden schon gereinigt, 4000 sollen es insgesamt werden. Dazu setzen sie eine spezielle, den örtlichen Verhältnissen angepasste Technologie ein. Durch die Ausbildung lokaler Teams wird gewährleistet, dass das Know-How im Land bleibt, und die Brunnen auch nach dem Abzug der internationalen Helfer gewartet und genutzt werden können. Begleitend werden die Frauen in den Dörfern in Fragen der Wasserhygiene ausgebildet, um die Bewohner über die Brunnenreinigung aufzuklären. Kleinbauern, die durch den Tsunami ihre Bewässerungspumpen verloren haben, erhalten in Zusammenarbeit mit NERTRA (North East Rehabilitation Training and Research Association), einer lokalen Nichtregierungsorganisation, Schulungen zur nachhaltigen Verbesserung der Anbauergebnisse.

Ein zweiter Schwerpunkt der Projekte von arche noVa in den „tsunami-affected areas“ betrifft die sozialen und Einkommen schaffenden Maßnahmen. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation „Ahimsa“ in Sri Lanka sollen in Hikkaduwa, einem Fischerdorf 100 km südlich von Colombo, Nähmaschinen angekauft werden, Ausbildungskurse in Lehmbau, Palmflechterei und Kokosfaserproduktion angeboten werden. Ziel dieses auf zwei Jahre angelegten Projektes soll die Stärkung lokaler Initiativen sein. In Hikkaduwa soll auch ein Jugend und Gemeinschafts-Zentrum wiederaufgebaut werden. Das Zentrum soll mit verschiedenen Freizeitangeboten und einer Bibliothek als zentrale Anlaufstelle für Information und Beratung dienen. Außer diesem neuen Kooperationsprojekt engagiert sich arche noVa weiterhin für die Einrichtung von Kinderzentren zusammen mit der Frauenorganisation CWDR (Centre for Women’s Development and Rehabilitation) im Nordosten von Sri Lanka.

Auch in der südindischen Region Tamil Nadu fördert arche noVa gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation „Snekham Social Service Center“ Ausbildungsprojekte zur Trockenfischverarbeitung, Milchverarbeitung und Seifenproduktion und finanziert die materielle Grundausstattung. „Snekham“ („Freundschaft“) koordiniert ein Netz von bereits vor dem Tsunami existierenden lokalen Initiativen.

Auf den Malediven ist der Dresdner Verein mit einer lokalen Hilfsorganisation eine Kooperation eingegangen. Im März hatte sich die Maledive Island Development Association (MIDA) mit einem Projektvorschlag an arche noVa gewandt. Zum einen werden Regenwassergewinnungsanlagen auf den Inseln Guraidhoo Island, Maafushi und Huraa gebaut, zum anderen soll eine ehemalige Vorschule wiederaufgebaut und ausgebaut werden. Wo früher rund 140 Schüler zwischen drei und sechs Jahren unterrichtet wurden, ist die Kapazitätsgrenze durch 196 zusätzliche Flüchtlingskinder weit überschritten.

Für die Projekte der arche noVa kann weiterhin gespendet werden unter dem Kennwort „Sri Lanka” oder „Südostasien“ an den Verein arche noVa e.V. auf das Konto 3120115699 bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (BLZ 850 503 00) oder Konto 3573500 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 850 205 00).

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