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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2004/11/c_071.php 29.05.2015 00:36:07 Uhr 18.11.2019 09:25:37 Uhr
Meldung vom 22.11.2004

Rathausturm wird bis Frühjahr 2005 saniert

Es ist nicht zu übersehen, der Turm des Dresdner Rathauses ist eingerüstet. 4.200 Quadratmeter Gerüst verhüllen ihn bis in eine Höhe von 53 Metern. In der Vergangenheit kam es wiederholt zum Abbruch von Sandsteinelementen. Dadurch entstand eine erhebliche Gefahr für Personen und Sachwerte. Unsachgemäßes Einbringen von Ergänzungsmörtel in die durch Kriegseinwirkungen verursachten Fehlstellen führten zum Herausfallen vom Mörtelstücken. Durch offene Fugen zwischen den vorgeblendeten Sandsteinplatten und Ausplatzungen der Sandsteinteile drang Feuchtigkeit in die Fassade. Eingelassene Eisenteile und fehlende Blechabdeckungen führten zu weiteren Sandsteinzerstörungen.

Was geschieht hinter dem Gerüst
Die vorhandenen Taubenvergrämungen (Schutz des Turmes gegen Tauben) und die alte Blitzschutzanlage wurden entfernt. Die Turmfassade von insgesamt ca. 4.500 Quadratmetern ist mittels Heißwasser-Dampfstrahl-Verfahren gereinigt worden. Dabei wird die dunkle Sandsteinfarbe erhalten und die Patina nicht verletzt.

Die Baukosten belaufen sich auf ca. 350.000 Euro. Der Abschluss der Leistungen ist für das Frühjahr 2005 vorgesehen.

Sanierungskonzept
Der obere Teil der Rathausturmes des Neuen Rathauses wurde bereits 1997 bis 1999 ab 9. Obergeschoss einer Fassadensanierung unterzogen. Eine Teilinstandsetzung machte das Innere des Turms für Besucher zugänglich. Hauptaugenmerk der damaligen Sanierungsarbeiten galt der Wiedereröffnung der jahrelang von der Bauaufsicht gesperrten Aussichtsplattform im 12. Obergeschoss. Diese wurde grundhaft saniert. Die auf der Balustrade befindlichen 16 Sandsteinfiguren, welche verschiedene Tugenden symbolisieren, wurden restauriert. Zwei Figuren wurden nach Kopien neu hergestellt und mit einem Kran auf die Aussichtsplattform gehoben.

Jetzt muss der untere Teil des Turmes saniert werden. Ziel ist es einerseits, konstruktive Mängel beim Bau und dem Wiederaufbau nach der Zerstörung im Jahr 1945 zu beseitigen und andererseits die Erhaltung des Sandsteins.
Durch Rissuntersuchungen während der Baumaßnahme wird festgestellt, ob es sich bei den vorgefundenen Rissen um statische Risse (z. B. durch Kriegseinwirkung) oder dynamische Risse (z. B. durch unterschiedliche Sonneneinwirkung oder Grundwasserstände) handelt. Diese Rissuntersuchungen werden gegenwärtig über einen längeren Zeitraum (ca. bis Februar 2005) durchgeführt.
Die Architekten- und Ingenieurgesellschaft mbH Heidelmann & Klingebiel erarbeitete das Sanierungskonzept. Die Projektleitung erfolgt durch das Hochbauamt im Auftrag des Bauherren, dem Liegenschaftsamt der Landeshauptstadt Dresden.

Nunmehr gilt es die Sandsteinfassade konstruktiv zu sichern. Dies geschieht durch Sanieren entstandener Risse, Verfugen und Vernadeln bis hin zum Ersatz poröser Steine. So müssen ca. 300 Meter Risse saniert und ca. 3.900 Meter Fugen erneuert werden. Defekte Sandsteine werden durch ca. 350 neue kleine und größere Teile ersetzt. Der Blitzschutz wird während der Bauzeit als Interimslösung über das vorhandene Gerüst gesichert. Die Schwarzmetallhalterungen für den Blitzableiter rosteten und zerstörten den Sandstein. Sie werden deshalb gegen ca. 100 neue Edelstahlhalterungen ausgetauscht. Dafür werden ca. 80 Meter Ableitungen in Kupfer montiert.

Der marode Außenputz in den Anschlussbereichen des Turmes an die Nebengebäude wurde abgeschlagen und soll im Frühjahr neu aufgebracht werden. Anschließend werden diese Flächen neu gestrichen. Wandanschlüsse und Fenstersimse erhalten neues Kupferblech. Nach Abschluss der Sanierung werden wieder Taubenvergrämungen mittels Nylon-Netzen, Spikes bzw. Spanndraht montiert.

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