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Meldung vom 02.02.2004

Dresden legt zweiten CO2-Bericht zum Klimaschutz vor

Eine Senkung von 22 Prozent bei der Freisetzung treibhausrelevanter Gase konnte zwischen 1993 und 1998 erreicht werden. Bis 2001 waren es dann weitere 3 bis 4 Prozent. Im Jahr 2002 gab es infolge des Augusthochwassers einen Wiederanstieg.

Bislang unzureichend sind die Ergebnisse u. a. beim besonders klimaschonenden Fernwärme-Ausbau und bei der Energieeinsparung in kommunalen Gebäuden. Hier konnte die Landeshauptstadt Dresden die angestrebte Vorbildwirkung nicht erreichen und die Last hoher Betriebskosten wirkt im städtischen Haushalt fort. In den Bestrebungen für einen vorsorgenden Klimaschutz soll dennoch nicht nachgelassen werden, denn viele der bereits beschlossenen Maßnahmen sind auf das Etappenziel 2010 ausgerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die CO2-Emissionen auf 50 Prozent reduziert sein.

Die Landeshauptstadt Dresden hat 1994 anspruchvolle Ziele für den kommunalen Klimaschutz beschlossen. Nun wird eine Halbzeitbilanz auf dem Weg bis zum Zieljahr 2010 vorgelegt. Trotz knapper Haushaltsmittel konnten in Einzelsektoren bemerkenswerte Erfolge erzielt werden. Dazu zählen das gemeinsame Programm mit der DREWAG zur energetischen Altbausanierung und weitere mehr als 50 vom Dresdner Innovationsfonds finanziell unterstützte Vorhaben. Ein herausragendes Beispiel für zukunftorientierte Planungen ist die Vorbereitung des ersten sächsischen Kindertageseinrichtungs-Neubaus in Passivhausbauweise in Dresden-Loschwitz. Hier werden im Vergleich zum Gebäudebestand künftig mehr als 90 Prozent der Heizenergie eingespart. Entsprechend gering werden die verbleibenden Heizkosten sein. Ein weiterer Fortschritt: im Verkehrsaufkommen Dresdens ist nun schon im dritten Jahr in Folge ein Rückgang zu verzeichnen. Das heißt, obwohl die Zahl der Fahrzeuge im Stadtgebiet nicht abgenommen hat, wird mit diesen weniger und sparsamer gefahren. Damit verringert sich der Kraftstoffverbrauch und in Folge dessen die CO2 Emission.

Daher wird der Stadtrat in Kürze über einen Strategiewechsel in den kommunalen Klimaschutzaktivitäten zu entscheiden haben. Neben den Anstrengungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Stadt Dresden soll ein Programm zur Bewältigung der zu erwartenden Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels helfen, den negativen Auswirkungen zu begegnen. Dazu sollen u. a. Vorkehrungen zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes im Stadtgebiet ebenso wie eine Abmilderung der innerstädtischen Überwärmung bei sommerlichen Hitzeperioden gehören. Hierzu wird neben der Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen ein EU-weiter Erfahrungsaustausch angestrebt.
Der Klimaschutzbericht soll dem Dresdner Stadtrat am 26. Februar 2004 vorgelegt werden.

Mit wirksamen Klimaschutzmaßnahmen ist weltweit einige Jahrzehnte zu spät begonnen worden. Daher erwärmt sich die Erdatmosphäre zumindest in den nächsten 50 bis 100 Jahren ungebremst weiter. Extreme Witterungsereignisse häufen sich auch in Sachsen. Erinnert sei an die Jahrhundertflut 2002 und den extrem heißen Sommer des Jahres 2003. Eine im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft 1999-2003 durchgeführte Klimaprojektion für Sachsen zeigt die bis 2050 erwartete Klimaentwicklung in unserer Region auf: 
- Die mittlere Jahrestemperatur wird bis zu 2,7 Grad ansteigen
- Die jährlichen Niederschlagssummen werden abnehmen, besonders die mittleren monatlichen Niederschlagssummen im Frühjahr und Sommer. Das heißt die Vegetationsperioden werden wesentlich trockener. Gleichzeitig können Starkniederschläge zunehmen.
Diesen Herausforderungen wird sich auch die Landeshauptstadt Dresden stellen müssen und ihre Entwicklungskonzeptionen darauf ausrichten.

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