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08.01.2003

Verkehrstunnel Wiener Platz - aktueller Stand Beseitigung der Hochwasserschäden

Heute besichtigten der Bürgermeister für Stadtentwicklung, Herbert Feßenmayr und der Leiter des Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz, die im August 2002 durch das Hochwasser stark beschädigte Baugrube des Verkehrstunnels am Wiener Platz und informierten über den aktuellen Stand der Arbeiten.
Allgemeine Angaben
Die Verkehrsfreigabe des Tunnels war im September 2000. Das Bauwerk hat eine Länge von ca. 470 Metern, zwei Röhren mit je zwei Fahrspuren sowie eine Röhre nördlich zur Anfahrt der Prager Straße. Weiterhin gehören zur Tunnelanlage ein Betriebsgebäude mit Trafoanlagen der DREWAG und ein Gleichrichterunterwerk der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Das Bauwerk hat drei Ebenen unter der Oberfläche.
Schäden nach Überschwemmung durch die Weißeritz

Am 12. August 2002 flutete das Wasser der Weißeritz gegen 10:00 Uhr die gesamte Baugrube am Wiener Platz, einschließlich der Tunnelanlagen. Das Speichervolumen von ca. 450.000 Kubikmetern Wasser entlastete das Stadtzentrum erheblich, für einen hohen Preis. Nach ersten Schätzungen wird die Beseitigung der Schäden 5.486.000 Euro kosten.
23. August 2002 bis 29. August 2002:
Mit fest installierten Grundwasserabsenkanlagen wird das Wasser stark verzögert abgepumpt, um Auftriebsschäden am Rohbau wegen des extremen Grundwasserstandes (113 NN) zu vermeiden. Feuerwehren, Bundeswehr und Technisches Hilfswerk helfen.
Ab 29. August 2002:
Die Schäden werden festgestellt. In allen Bereichen des Tunnels und der Betriebsgebäude hat sich Schlamm abgelagert, insgesamt ca. 4500 Kubikmeter. Die gesamte Technische Ausrüstung erlitt Totalschaden. Zerstört sind: die Leitstelle mit Leitrechner und allen Schaltanlagen, die Hebeanlagen einschließlich der Steuerung, die Klima- und Lüftungsanlage, alle Brandschutztüren und -baustoffe, die Trafoanlagen, das Gleichrichterunterwerk der DVB, die Notstromversorgung, die Beleuchtungsanlage einschließlich der Steuerung, die Verkehrssteuerung einschließlich der Steuerschleifen, die Brandmeldeanlage, die Feuerwehrfunkanlage, die Sichttrübungsanlage, die Messanlage für Kohlendioxid, alle Notrufnischen, die Löschwasseranlage, die Entrauchung und Belüftung durch Strahlventilatoren sowie das Parkleitsystem. Die Schallschutzverkleidung, die Entwässerungsanlagen und die Kabelzugsysteme verschlammten vollständig.
Wiederherstellung
29. August 2002:
Es wird begonnen die Baugrube zu entschlammen.
9. September 2002 bis 23. September 2002:
Der Schlamm wird entfernt und das Betriebsgebäude entkernt.
16. September 2002:
Der Schlamm in der Baugrube ist beseitigt.
17. September 2002:
Der Auftrag für den Rückbau der schadhaften technischen Ausrüstungsanlagen ist erteilt. Bis 30. Oktober 2002 werden diese Arbeiten abgeschlossen.
5. Dezember 2002:
Abschluss von Untersuchungen an der Schallschutzverkleidung mit dem Ergebnis, dass die Absorbtion weiter ausreicht. Damit werden ca. 100.000 Euro eingespart, die bisher veranschlagt waren. Die Edelstahlgitter müssen nur gereinigt werden, aber dafür ist Frostfreiheit erforderlich.
12. Dezember 2002:
Feststellung von Schäden an den eigentlich trockenen Feuerlöschleitungen durch Frost wegen unberechtigter Flutung und Wasserentnahme durch andere am Wiener Platz tätige Firmen. Schadenshöhe ca. 50.000 Euro
20. Dezember 2002:
Erst jetzt kann die erforderliche Energie zur Verfügung gestellt werden und die Inbetriebnahme einer halbautomatischen provisorischen Entwässerung erfolgen. Damit sind die Feiertage 2002 abgesichert. Bisher war das tägliche Absaugen der in den Tunnel eindringenden Oberflächenwässer mit Saugfahrzeug erforderlich.
Januar 2003:
Verdacht auf drei defekte Stellen im Tunnelabdichtungssystem. Sie werden zur Zeit untersucht und umgehend saniert. Frostfreiheit ist dafür erforderlich. Bei den Kabelzugarbeiten gibt es Terminverzögerungen durch zu niedrige Temperaturen. Parallel zur knappen Terminkette werden die Entwässerungs- und Hebeanlagen unter Regie der Stadtentwässerung Dresden wiederhergestellt. Diese Arbeiten sind nicht maßgeblich für den Endtermin.
Verkehrsfreigabe
Bisher wurde davon ausgegangen, den Tunnel unter provisorischen Bedingungen stark beschränkt freizugeben. Das heißt: nur eine Spur, Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde, provisorische Beleuchtung und keine automatischen Sicherheitssysteme. Nachstehende Einrichtungen stünden im provisorischen Betriebsfall nicht zur Verfügung: die Strahlventilatoren für Entrauchung und Belüftung, die Brandmeldeeinrichtungen, der Funkdienst für die Feuerwehr, die Notrufnischen mit Handfeuermeldern, die Löschwasserleitung wegen Defekt und fehlender Begleitheizung, die Sichttrübungs- und Kohlendioxidmessung, automatische Tunnelsperrung bei Brand und Kohlendioxidüberschreitung, Leitstelle mit Leitrechner für Klima und Lüftung sowie die Verkehrssteuerung einschließlich Schleifen. Die anwesenden Mitarbeiter der Polizei, der Feuerwehr, des TÜV, der Hauptabteilung Mobilität im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters sowie der beteiligten Firmen waren sich einig, dass eine Verkehrsrechtliche Anordnung für eine Freigabe unter diesen Voraussetzungen aus Sicherheitsgründen nicht erwirkt werden kann.
Eine Freigabe des Tunnels ist unter den gegebenen Umständen voraussichtlich nicht vor April 2003 möglich.

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