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Meldung vom 03.02.2000

Herzog von Kent übergibt Kuppelkreuz für Frauenkirche

Pressemitteilung

3. Februar 2000 / l / r / Skre

Herzog von Kent übergibt Kuppelkreuz für Frauenkirche
Dresden gedenkt der Zerstörung vor 55 Jahren


In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 fiel Dresden binnen weniger Stunden in Schutt und Asche. Zehntausende Menschen kamen im Bombenhagel um. Die Dresdner Bürger erinnern auch in diesem Jahr, 55 Jahre danach, in zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der schrecklichen Zerstörung. Oberbürgermeister Dr. Herbert Wagner lädt zur traditionellen Kranzniederlegung am 13. Februar, 11 Uhr, auf den Heidefriedhof ein. Erwartet werden neben den Vertretern der Sächsischen Staatsregierung, des Sächsischen Landtages, des Regierungspräsidiums, des Bundestages und des Stadtrates auch der Herzog von Kent und die Stadtoberhäupter mehrerer Partnerstädte. Polizeischüler tragen die Kränze.

Ebenfalls 11 Uhr beginnt das Gedenkkonzert des Sächsischen Vocalensembles in der Unterkirche der Frauenkirche. Zu erleben sind Darbietungen von Tallis, Lidholm, Lotti, Scarlatti und Zelenka.

Für den Nachmittag wird mit besonderer Spannung nicht nur von den Dresdnern die Übergabe des Kuppelkreuzes der Frauenkirche erwartet. Anlässlich des Besuches des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog Anfang Dezember 1998 im britischen Königshaus konnte das Werk erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Am 12. Februar 1999 wurde in der Kathedrale von Coventry ein Gottesdienst der Freundschaft zwischen Coventry und Dresden gefeiert, in dem das Kreuz und die goldene Erdkugel als Gabe des britischen Königsreiches an die Frauenkirche dargeboten wurden. Nun, ein Jahr später - am 13. Februar 2000, 16 Uhr, überreicht der Herzog von Kent das über rund acht Meter große Kreuz an den Landesbischof als ein Symbol der Versöhnung zwischen Großbritannien und Deutschland. Besonders dem Dresden Trust, einer britischen Institution, die die Hilfe für den Wiederaufbau der Frauenkirche organisiert und dessen Schirmherrschaft der Herzog von Kent übernahm, ist es zu verdanken, dass diese Friedensbotschaft zustande kam.

Das vom Londoner Kunstschmied Mac Donald gefertigte Kunstwerk ging ein Jahr lang auf Reisen durch englische Städte, die wie Dresden und Coventry schwer zerstört wurden. Zuletzt, seit Ende vergangenen Jahres, stand es in der Londoner St. Pauls Cathedral.

Ab 17 Uhr sind die Dresdnerinnen und Dresdner aufgerufen, gemeinsam mit Vereinen und Musikern, mit dem Pfarramt der Frauenkirche und der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche unter dem Motto Brücken bauen - Versöhnung leben bei Musik, Gesang und Gesprächen am Platz vor der Frauenkirche an Zerstörung und Leid, an Frieden, Versöhnung und Vergebung zu erinnern. Hierzu sollten auch Kerzen mitgebracht werden.

Die Kreuzkirche lädt zur gleichen Zeit, für 17 Uhr, zum Gedenkkonzert ein. Der Dresdner Kreuzchor, das musica-viva-ensemble Dresden und Solisten führen von Rudolf Mauersberger Wie liegt die Stadt so wüst, von Christian Münch ein vliessende lieht miner gotheit (Uraufführung) und Mozarts Missa in c-Moll auf.

Dem Gedenken an die Zerstörung Dresdens widmet sich die Dresdner Philharmonie am 12. und 13. Februar. Jeweils 19.30 Uhr wird im Festsaal des Kulturpalastes Dresden Ludwig van Beethovens Missa solemnis zu hören sein. .

20 Uhr führt die Sächsische Staatskapelle das 6. Sinfoniekonzert in der Semperoper auf. Es erklingt das War Requiem von Benjamin Britten.

20.30 Uhr beginnt der ökumenische Gedenkgottesdienst in der Kreuzkirche, an dem auch Oberbürgermeister Dr. Herbert Wagner teilnimmt.

Traditionell läuten von 21.45 bis 22 Uhr die Glocken im Gedenken an die Toten. Wie in jedem Jahr werden die Dresdner zur Baustelle der Frauenkirche gehen und dort eine Kerze aufstellen.

Zur Gedenkandacht und zum gemeinsamen Singen bittet die Katholische Dekanatsjugend ab 22.15 Uhr in die Kathedrale. Von 23 Uhr bis 6 Uhr ist die Unterkirche der Frauenkirche zur Nacht der Stille geöffnet.

Auch diesmal ruft der Sachsen-Marathon e. V. sportinteressierte Bürger auf, sie ein Stück zu begleiten. Treffpunkt ist 7 Uhr für die Wanderer und 9 Uhr für die Läufer am World Trade Center in der Freiberger Straße/Ammonstraße. Die Strecke führt über die Freiberger Straße, Postplatz, Altmarkt, Schloßstraße, Augustusbrücke, Hauptstraße, Alaunplatzüber den Prießnitzgrundweg zum Dresdner Heidefriedhof. Dort nehmen alle Sportler an der Kranzniederlegung teil. Der Rückweg erfolgt über die Großenhainer Straße, Hansastraße, Antonplatz, Marienbrücke, Könneritzstraße bis zum Ausgangspunkt Freiberger Straße.

Die AnStiftung verleiht 14.30 Uhr den Dresdner Friedenspreis an Frauen, die im 2. Weltkrieg Zwangsarbeit in Deutschland leisten mussten. Die Veranstaltung im Kulturrathaus, Königstraße 15, ist öffentlich. Neben Hana Vavskova aus der Ukraine, die zum Gleisbau nach Schlesien verschleppt war und heute in Tschechien lebt, erhält den Preis die Gruppe der Genshagenerinnen. So nennen sich die überlebenden Frauen, die 1944/45 im KZ-Außenlager Daimler-Benz-Genshagen Flugzeugmotoren für den Einbau in Jagdflugzeuge und Kampfbomber der deutschen Luftwaffe montieren mussten.

Alle Veranstaltungen rund um den Gedenktag auf einen Blick bietet das neue Faltblatt der Landeshauptstadt Dresden 13. Februar 2000 Veranstaltungen. Es liegt ab sofort in den Informationsstellen der Rathäuser, in den Ortsämtern und im Container an der Baustelle der Frauenkirche aus.


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