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Meldung vom 21.09.1999

Unvergesslich und nie vergessen - Ehemalige Dresdner Bürger besuchen ihre Heimatstadt

Pressemitteilung

21. September 1999 / l / r / Schö

Unvergesslich und nie vergessen

Ehemalige Dresdner Bürger besuchen ihre Heimatstadt


Bereits zum siebenten Mal besuchen ehemalige Bürger Dresdens vom 26. September bis 1. Oktober 1999 ihre alte Heimatstadt. Sie folgen einer Einladung von Oberbürgermeister Dr. Herbert Wagner und kommen aus Israel, Großbritannien, den USA, aus Österreich, aus Südfrika, Brasilien und Argentinien. Auf ihrer Reise nach Dresden werden sie von ihren Ehepartnern oder auch von ihren Kindern begleitet. Auch diesmal kommen einige Geschwister gemeinsam nach Dresden.

Das Aufenthaltsprogramm, das vom Presseamt organisiert und betreut wird, sieht am ersten Besuchstag (27.) ein persönliches Gespräch mit dem Oberbürgermeister im Rathaus vor. Dem schließt sich eine Stadtrundfahrt an, die das Dresden von heute vermitteln soll. Im Programm sind außerdem eine Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz, ein Opernabend, ein Besuch des Zwingers und der Gemäldegalerie "Alte Meister" vorgesehen. Ein Erinnerungsspaziergang durch den Park von Schloss Pillnitz wird das Besuchsprogramm abschließen.

Ein Gedankenaustausch wird die ehemaligen Dresdener Bürger mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde Dresden zusammenführen. Dort erhalten sie aktuelle Infomationen über den Bau der neuen Dresdner Synagoge. Sie besuchen auch die heutige Synagoge und den jüdischen Friedhof an der Fiedlerstraße, auf dem Angehörige unserer Gäste begraben liegen. Ein heute 85jähriger ehemaliger Dresdner aus Argentinien, der in Begleitung seiner Enkelin kommt, schrieb uns: Ich bin am 29. Mai 1914 in Dresden geboren und musste im Jahre 1937 aus Deutschland als Jude auswandern, so konnte ich mein angefangenes Studium nicht beenden. Selbstverständlich möchte ich den jüdischen Friedhof besuchen, wo mein 1931 verstorbener Vater liegt. Meine Mutter ist leider im Warschauer Ghetto umgekommen. Alle diese ehemaligen Dresdner haben zur Nazizeit Schreckliches erfahren müssen. Mit diesem Besuch möchte die Stadt Dresden dazu beitragen, dass ihre ehemaligen Mitbürger ihre Heimatstadt wieder finden. Dass Dresden damit auf gutem Wege ist, belegen die Briefe, die den Oberbürgermeister von den Teilnehmern vergangener Besuchsprogramme erreichen. Die Seniorin der Besuchergruppe des vergangenen Jahres, schrieb uns: Obwohl wir aus allen Teilen der Welt zusammengewürfelt waren - nach einigen Stunden waren wir eine Gemeinschaft und zum Abschied trennten wir uns als Freunde. Es waren alles Dresdner! Jetzt bewahrt man dieses Gefühl als eine kostbare Erinnerung.

Aus Argentinien erreichte uns ein Schreiben mit den Worten: Wir denken noch ständig an die herrliche Zeit, die wir mit Ihnen verbrachten. Dresden ist uns, auch wenn etwas verändert, wieder sehr nahe gekommen und in der Sächsischen Schweiz, in Pillnitz und am Blauen Wunder fand ich die alte Heimat wieder, unverändert, unvergesslich und nie vergessen.


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