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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2023/11/pm_015.php 06.11.2023 13:44:49 Uhr 21.04.2024 01:51:36 Uhr

Dresden erinnert am 9. November an die Reichspogromnacht 1938

Vielseitiges Gedenkprogramm mit Gelegenheit zu Austausch und Diskussion

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten Synagogen in ganz Deutschland, auch in Dresden. Viele jüdische Geschäfte wurden angezündet und geplündert, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verhaftet. Die Landeshauptstadt Dresden lädt ein, am 9. November 2023 am vielfältigen Veranstaltungsprogramm zum Gedenken teilzunehmen. Anlässlich des 85. Jahrestages der Reichspogromnacht findet am Donnerstag, 9. November, 15.30 Uhr, eine Gedenkveranstaltung an der Stele Brühlscher Garten, Hasenberg, statt. An dieser Stelle stand die von Gottfried Semper entworfene und 1840 eingeweihte Dresdner Synagoge bis zu ihrer Zerstörung in der Reichspogromnacht. Dresdnerinnen und Dresdner, Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder von Initiativen, Vereinen und Organisationen sind herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert betont: „Die Landeshauptstadt Dresden fühlt sich mehr denn je verpflichtet, das Gedenken an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die unsagbares Leid erfahren haben, wachzuhalten. Aus diesem Grund laden wir Sie herzlich ein, am 9. November an dem vielfältigen Veranstaltungsprogramm in unserer Stadt teilzunehmen. An diesem Tag geht es nicht nur darum, sich zu erinnern, sondern auch wichtige Werte wie Demokratie und Toleranz, Freiheit und Frieden in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Diese besondere Verantwortung ist heute aktueller denn je. Die Jüdinnen und Juden in unserer Stadt, die gerade in großer Sorge um Familie und Freunde in Israel leben, sehen sich offenen Anfeindungen und Hass überall auf der Welt ausgesetzt. Ihnen gilt deshalb unsere uneingeschränkte Solidarität. Wir werden uns weiterhin mit aller Konsequenz für den Schutz des jüdischen Lebens, der jüdischen Kultur und des jüdischen Glaubens in Dresden einsetzen, da sie ein Teil unserer Stadtgesellschaft sind.“

Zur Gedenkveranstaltung an der Stele Brühlscher Garten sprechen Oberbürgermeister Dirk Hilbert und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden Ekaterina Kulakova. Der Synagogenchor Dresden übernimmt den musikalischen Rahmen. Es folgen das „El mole Rachamim“ und das Kaddisch-Gebet. Anschließend legen Repräsentanten des Sächsischen Landtags, des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden Kränze nieder. Bürgerinnen und Bürger können ebenfalls Blumen niederlegen. Während der Veranstaltung bleiben die Straßenzugänge am Hasenberg für den Verkehr gesperrt.

Rund um den 9. November gibt es weitere Veranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften, engagierten Ehrenamtlichen, zivilgesellschaftlichen Akteuren im Bereich der Erinnerungskultur, städtischen Kultureinrichtungen, Gedenkstätten, Vereinen, Verbänden, Initiativen, Netzwerken und Privatpersonen.  Geplant sind Lesungen und Podiumsdiskussionen, Vortrags- und Filmabende bis hin zu künstlerischen Interventionen, Konzerte, Ausstellungen sowie alternative Gedenkprojekte. Alle Veranstaltungen bieten auch Raum für Fragen und Diskussionen. Ziel ist es, den 9. November als einen Tag des Dialogs und der Auseinandersetzung zu begehen.

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