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Meldung vom 30.01.2004

13. Februar 1945 - Dresden gedenkt

„...man darf gar nicht daran denken, wenn man im Keller sitzt und wartet so auf den Tod“ schrieb eine 55-jährige Dresdnerin an ihren Bruder in Pirna am 12. Februar 1945.(2) Am 13. Februar 1945, zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr nahmen 245 Lancaster-Maschinen und neun Mosquito-Bomber der 5. Bomberflotte der Royal Air Force Kurs auf Dresden. 21:39 Uhr wird in der Stadt Fliegeralarm ausgelöst. 22:05 Uhr fällt eine der ersten Markierungsbom-ben über dem Stadion im Ostragehege. Der Bombenabwurf auf Dresden beginnt 22:13 Uhr. Nach wenigen Minuten steht die gesamte Innenstadt in Flammen. Eine zweite Angriffswelle folgt am 14. Februar 1945 gegen 1:23 Uhr. 529 Bomber werfen ihre tödliche Fracht auf die Stadt. Dresden brennt auf einer Fläche von 15 Quadratkilometern. (1)

Dresden mahnt und gedenkt
Oberbürgermeister Ingolf Roßberg lädt alle Bürgerinnen und Bürger am 13. Februar, 11:00 Uhr zur traditionellen Kranzniederlegung auf den Heidefriedhof ein. Erwartet werden zum offiziellen Gedenken an die Opfer der Bombennacht Vertreter der Sächsischen Staatsregierung, des Bundestages, des Sächsischen Landtages und des Stadtrates. Die Kränze werden von Polizeischülern getragen.
Ingolf Roßberg: „Nie vergessen, was so unfassbar, mahnen und wach sein — das ist stetige Aufgabe unserer und nachfolgender Generationen. Dresdens Gedenken an die furchtbarste Nacht dieser Stadt und ihrer Menschen mahnt alljährlich über Grenzen hinweg: Nie wieder und nirgendwo Krieg! Ehren wir die Opfer, indem wir sie nie vergessen. Gedenken wir mit nachhaltiger Erkenntnis für die Gegenwart und die Zukunft.“

Dresdner Bürger, Einrichtungen, Vereine und Initiativen gedenken in zahlreichen Veranstaltungen der Opfer und der Zerstörung vor 59 Jahren:

Am 4. Februar 2004 stellt das Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Frauenstadtarchiv und der IG 13. Februar das Projekt „Mahndepot 59“ der Initiative Kunstplan vor. Die Veranstaltung richtet sich besonders an Schüler der Oberstufe und präsentiert das Gesamtprojekt und das Mahndepot 2004: die Frauenklinik Dresden. Anschließend berichten Zeitzeugen.

Der Dresdner Kreuzchor und das Staatsschauspiel Dresden führen am 8. Februar 2004 in einer Gemeinschaftsproduktion „Die Ermittlung“ von Peter Weiss und A–capella-Chorwerke in der Dresdner Kreuzkirche auf.

Der Sachsen-Marathon e.V. startet am 13. Februar, 9:00 Uhr den gemeinsamen Lauf zum Gedenken an die Bombenopfer an der Gedenkstätte am Münchner Platz. Der zweite Bürgermeister der Landeshauptstadt, Dr. Lutz Vogel wird beim Start anwesend sein. Die Strecke führt über die Prager Straße, zur Gedenktafel für die Bücherverbrennung 1933 am Wettiner Platz, dann zum Altmarkt an die Verbrennungsstätte der Opfer des 13. Februar 1945, zur Frauenkirche, zur Synagoge, über die Hauptstraße zur Dreikönigskirche und zu einer Teepause in den Dresdner Laufsportladen. Von hier aus ist die Kranzniederlegung, 11:00 Uhr im Ehrenhain des Heidefriedhofes, Ziel der Teilnehmer. Die Distanz beträgt 13 Kilometer. Die Friedensläufer können abschnittsweise zu Fuß, per Fahrrad, Inline-Skater oder Rollstuhl begleitet werden.

Traditionell lädt der Stadtökumenekreis zum ökumenischen Gottesdienst ein. Er findet in die-sem Jahr um 20:30 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche statt. Es ist zu einem guten Brauch geworden, dass die Dresdner anschließend an die Baustelle der Frauenkirche gehen und dort im Außenbereich eine Kerze aufstellen. Dazu läuten im Gedenken an die Toten von 21:45 Uhr bis 22:00 Uhr die Glocken aller Dresdner Kirchen.

Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, PAX Christi Dresden, der DGB, Region Dresden/ Oberes Elbtal, der HATIKVA e.V., das Berthold-Brecht-Gymnasium und die IG 13. Februar laden 19:30 Uhr zum „GeDenken“ auf die Südseite des Dresdner Altmarktes ein. Oberbürgermeister Ingolf Roßberg wird anwesend sein. Auf dem Dresdner Altmarkt wurden viele zum Teil nicht identifizierte Opfer der Bombennächte eingeäschert, um dann ihre letzte Ruhe auf dem Heidefriedhof zu finden.

Im Kulturpalast erklingt zum Gedenktag um 19:30 Uhr das 6. Philharmonische Konzert mit Werken von Giuseppe Verdi. In der Semperoper führt die Sächsische Staatskapelle Dresden um 20:00 Uhr das „Requiem d-Moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart auf.

Die Dresdner Frauenkirche lädt am 13. Februar, 18:00 Uhr zum ökumenischen Abendgebet der evangelischen Jugend ein. Um 22:00 Uhr öffnet die Unterkirche der Frauenkirche für die „Nacht der Stille“ mit Gebeten um Frieden in aller Welt. Bis 1:00 Uhr morgens stehen ihre Türen offen. Außerdem findet traditionell eine Gedenkveranstaltung der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche e.V. auf dem Dresdner Neumarkt statt.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungen zum 13. Februar zum Download (*.pdf, 28 KB)

Die Dresdner wollen am 13. Februar 2004 der Zerstörung ihrer Stadt vor 59 Jahren gedenken. Um die Veranstaltungen in der Innenstadt zu schützen, finden in der Innenstadt von 12:00 Uhr bis 24:00 Uhr keine Versammlungen im Sinne des Versammlungsstättengesetzes statt. Die Stadt erließ dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung. Diese wurde im Dresdner Amtsblatt 5/ 2004 am 29. Januar 2004 veröffentlicht und tritt am 6. Februar 2004 in Kraft.

Die Landeshauptstadt Dresden richtet für die Bürgerinnen und Bürger wieder einen Bustransfer zur Kranzniederlegung auf dem Heidefriedhof am 13. Februar 2004. Abfahrt zum Heidefriedhof: 10:15 Uhr vor dem Dresdner Rathaus, Eingang „Goldene Pforte“, Rathausplatz 1. Abfahrt vom Heidefriedhof: 11:45 Uhr vor der Trauerhalle. Wer mitfahren möchte, meldet sich bitte unter Telefon 03 51/ 4 88 2491 oder 4 88 2875 an.

(1) Quelle: Götz Bergander „Dresden im Luftkrieg“, Böhlau Verlag, Weimar, Köln, Wien 1994
(2) Quelle: „Verbrannt bis zur Unkenntlichkeit -Die Zerstörung Dresdens 1945“, Stadtmuseum Dresden 1994

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