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06.01.2003

Neues Überschwemmungsgebiet für ein 100-jährliches Hochwasser der Elbe festgelegt

Veröffentlichung der neuen Karte durch das Umweltamt
Heute informierte Oberbürgermeister Ingolf Roßberg gemeinsam mit dem Wirtschaftsbürgermeister, Dirk Hilbert, in einer Pressekonferenz über das amtlich neu festgestellte Überschwemmungsgebiet für ein 100-jährliches Hochwasser der Elbe.
 Jedem Dresdner sind die riesigen Gebiete nachdrücklich in Erinnerung, die das Hochwasser im August vergangenen Jahres überflutete. Die Katastrophe erzwingt, das Überschwemmungsgebiet der Elbe neu festzustellen. Eine Karte des Umweltamtes mit dem amtlich neu festgestellten vorläufigen Überschwemmungsgebiet der Elbe zeigt, dass im August 2002 ohne die vielen errichteten Sandsackverbaue und Dämme noch weitere große Flächen unter Wasser gestanden hätten.
Die neue Karte berücksichtigt ein 100-jährliches Hochwasser, mit einer Wassermenge von 4.350 Quadratmetern pro Sekunde. Das entspricht 90 Prozent der Wassermenge vom August 2002 und einem Pegelstand an der Augustusbrücke Dresden von ca. 9,00 Metern. Im August 2002 betrug er hier genau 9,40 Meter.
Der Pegelstand eines Flusses richtet sich nach Uferzustand und -bebauung. Deshalb verhalten sind Pegelstand und Wassermenge des Flusses nicht proportional. Für die Festlegung eines Überschwemmungsgebietes ist die Wassermenge relevant. Die neue Wassermenge bestimmte das Umweltamt zusammen mit dem Landesamt für Umwelt und Geologie Sachsen mit ca. zehn Prozent weniger Wasser, als die Stadt zum Scheitelpunkt der Hochwasserwelle im August 2002 durchfloss. Breitet sich dieses 100-jährliche Hochwasser ungehindert aus, überschwemmt es bereits weite Gebiete von Trachenberge und Pieschen-Nord.
Die Karte mit dem amtlich neu festgestellten vorläufigen Überschwemmungsgebiet der Elbe wird im Umweltamt ab heute bis einschließlich 17. Januar 2003 öffentlich ausgelegt. Sie kann auf der Grunaer Str. 2 (Pirnaische Platz) im Zimmer N122 während der üblichen Sprechzeiten kostenlos eingesehen werden:
Dienstag, Donnerstag von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Freitag von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Am 18. Januar 2002 erlangt die Karte Rechtskraft. Auch nach Ablauf der Auslegungsfrist kann jedermann im Umweltamt die Karte mit dem Überschwemmungsgebiet kostenlos einsehen. Mit der öffentlichen Auslage dieser Karte wird, nach den neuen Regelungen des Sächsischen Wassergesetzes, im dargestellten Überschwemmungsgebiet der Schutz unbebauter und ungenutzter Flächen vor einer Bebauung angestrebt.
Sanieren oder Errichten von baulichen Anlagen in bereits bebauten Gebieten (so genannte Bereiche nach § 34 BauGB) und in Gebieten, für die bereits Baurecht geschaffen wurde (so genannte Bereiche nach § 30 BauGB), wird dadurch nicht beeinträchtigt. Natürlich sollte jeder, der in einem potenziell überschwemmungsgefährdeten Gebiet wohnt, arbeitet oder baut, sich mit den Konsequenzen eine möglichen Überschwemmung auseinandersetzen und selbst vorsorglich Schutzvorkehrungen treffen.
Auf der Grundlage der neuen Karte überarbeitet die Landeshauptstadt Dresden, zusammen mit Experten und Betroffenen, bis zum Spätsommer diesen Jahres das Hochwasserkonzept für die Elbe. Ziel dabei ist, künftig Schäden zu reduzieren oder gar zu vermeiden. So kann ein vollständiger Schutz für bestimmte Anlagen oder Stadtgebiete auch für Hochwasser angestrebt werden, die über dem 100-jährlichen Ereignis liegen, wie z.B. für die Kläranlage auf der Scharfenberger Straße. Wird das Konzept realisiert, können die weiterhin durch Hochwasser gefährdeten Flächen deutlich kleiner werden.
Ende des Jahres 2003 soll auf der Basis des Konzeptes eine neue Rechtsverordnung zum Überschwemmungsgebiet der Elbe durch den Oberbürgermeister erlassen werden.
Weitere Informationen bei Dr. Christian Korndörfer unter Telefon 03 51/ 4 88 62 00

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