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https://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/migration/integrationspreis/interview-integrationspreis-1.php 11.10.2018 10:36:07 Uhr 26.05.2019 10:28:01 Uhr

„Wir wünschen uns, dass Vorurteile abgebaut werden“

Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller (Mitte) mit ihrem Team Hamid Rzouki, Aurora M. Madrid Albornoz, Shavkat Hamedov und Arthur Bobylew (von links).
Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller (Mitte) mit ihrem Team Hamid Rzouki, Aurora M. Madrid Albornoz, Shavkat Hamedov und Arthur Bobylew (von links).

Nachgefragt bei: Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, geschäftsführende Gesellschafterin der Dresdner Backhaus GmbH

In einem Interview äußert sich Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, geschäftsführende Gesellschafterin der Dresdner Backhaus GmbH, was sich seit dem Erhalt des Dresdner Integrationspreises 2017 geändert hat.

Die Preisskulptur zeigt eine stilisierte Weltkugel, wo steht der Preis heute bei Ihnen?
Diese Keramik hat in meinem Büro einen Ehrenplatz. Die Urkunde hängt zentral bei uns im Eingang und ist für jeden sichtbar, der in unser Backhaus kommt. Ebenso wird sie auf den Bildschirmen in den Cafés im Wechsel gezeigt.

Was hat sich für Ihren Betrieb und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit der Preisverleihung verändert?
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stolz auf diese Auszeichnung, da sie das Unternehmen vorgeschlagen haben. Es war eine Mitarbeiterinitiative und daher ist es auch eine Mitarbeiterauszeichnung.
Die Wahrnehmung und Akzeptanz unseres Unternehmens ist regional und überregional gestiegen. Wir werben auch offensiv mit der Auszeichnung, zum Beispiel in allen unseren E-Mail-Signaturen und auf unserer Homepage.

Wo gibt es Probleme?
Wir haben mittlerweile eine ganze Reihe von Menschen mit Migrationshintergrund auch im Kontakt mit Kunden in den Fachgeschäften. Großteils findet das große Anerkennung und Wertschätzung und in unserem Hauptgeschäft genießt es eine hohe Akzeptanz seitens unserer Kundschaft. Allerdings haben wir auch gegenteilige Erfahrungen machen müssen. Da schützt einen die Auszeichnung mit dem Integrationspreis nicht. Hier müssen wir sehr schnell gegensteuern zum Wohle aller unserer Mitarbeiter. Das ist durchaus frustrierend, aber lässt uns auch mehr zusammenrücken.

Was haben Sie mit dem Preisgeld gemacht?
Wir haben es zu unserer Weihnachtsfeier für alle unsere Mitarbeiter im Januar mitverwendet.

Was sind die aktuellen Herausforderungen für Ihr interkulturelles Team?
Der Anteil der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund nimmt zu, es spricht sich wohl auch rum, dass es im Dresdner Backhaus funktioniert. Wir arbeiten ständig an den Sprachbarrieren, die Gott sei Dank meist ganz schnell verschwinden. Wir freuen uns über jeden Mitarbeiter, der selbstständig und verantwortungsvoll ein Mitglied des Teams wird.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Wir wünschen uns, dass Vorurteile abgebaut werden. Es gibt doch nichts Sinnvolleres, als die Menschen, die zu uns gekommen sind, in den Arbeitsmarkt einzugliedern, damit sie ohne staatliche Unterstützung leben können.
Fakt ist, dass wir einen Arbeitskräftemangel haben und darauf angewiesen sind, Menschen aus dem Ausland in unseren Arbeitsmarkt zu bringen. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen. Wenn dies also geschieht, dann kann ich die Ablehnungshaltung die manchmal unseren Mitarbeitern entgegenkommt, nur sehr schwer ertragen. Ich wünsche mir dazu einfach mehr Einsicht.

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