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https://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/migration/aktuelles/iwgr/frauenpower-im-engagement-fuer-dresden.php 30.03.2022 13:07:47 Uhr 28.11.2022 19:35:02 Uhr
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© Jenny Weber. Auf dem Foto: Mariana Seeboth, Koordinatorin im Kolibri e. V.

Frauenpower im Engagement in Dresden

Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ finden in Dresden seit 14. März bis zum 6. April unter dem Motto „Haltung zeigen!“ statt. Es sind bundesweite Aktionswochen der Solidarität mit den Gegnerinnen und Gegnern sowie Opfern von Rassismus. Sie wollen auf Diskriminierung aufmerksam machen und laden ein, innezuhalten, zu reflektieren und sich zu informieren. In diesem Zusammenhang beschreiben Dresdnerinnen mit Migrationshintergrund in einer Serie, wie sie sich für Dresden engagieren und für Diversität einsetzen.

Im letzten Teil steht Mariana Seeboth, Koordinatorin im Kolibri e. V., Rede und Antwort.

Wofür engagieren Sie sich und warum?

Wenn jemand seine Arbeit leidenschaftlich ausübt, dann ist die Grenze zwischen Haupt- und Ehrenamt oft verschwommen. Ich liebe meinen Verein Kolibri e. V., weshalb ich möchte, dass es ihm gut geht. Die Tätigkeiten und Philosophie des Vereins stimmen mit meiner eigenen Weltanschauung überein. Daher engagiere ich mich gern und stehe zu der Arbeit hier. Unser Verein spricht verschiedene Altersgruppen an und bietet ein breites Angebotsspektrum. Ich liebe es aber auch zu sehen, wie sich Kolibri e. V. erweitert, vielfältiger und immer internationaler wird. Außerdem fungiere ich als Koordinatorin für den persischen Frauentreff unseres Vereins. Ich kenne Frau Karimi, die den Frauentreff betreut, schon seit 2015 und konnte sehen, wie sie und die anderen Frauen sich immer weiterentwickeln. Frau Karimi ist eine echte Powerfrau und ein Vorbild für viele Frauen und Familien. Der Wunsch zu helfen, ist jedoch schon seit meiner Kindheit tief in mir verankert. Meine Eltern sagten mir damals immer: „Hilf, wo du kannst! Hilf anderen Menschen!“. Seit meiner früheren Tätigkeit im Büro des Sächsischen Ausländerbeauftragten brenne ich für die Arbeit im Bereich Migration, Integration und Asyl. Während meiner Schwangerschaft schrieb ich dann das Projekt „Menschen helfen Menschen“, mit welchem ich 2015 beim Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk e. V. angestellt wurde. Zuerst wurde ich dort Regionalkoordinatorin und später Koordinatorin für Integration und Ehrenamt, dabei betreute ich unter anderem Geflüchtete. Während meiner Arbeit erinnerte ich mich oft an meine erste Zeit in Deutschland zurück. Ich konnte etwas zurückgeben, von der Unterstützung, die ich selbst erfahren habe – und ich liebe es einfach, Menschen, die Hilfe brauchen, und Menschen, die Hilfe anbieten, zusammenzubringen.

Sehen Sie Engagement als eine Chance, Diskriminierung abzubauen?

Ich denke, es kann eine Chance sein, aber ist nicht das Ziel. Engagement geht über Herkunft hinaus, weshalb ich hoffe, dass hierdurch Vorurteile abgebaut werden können. Ich sehe mich selbst als Vermittlerin und sehe das Suchen, Finden und Zusammenbringen von Menschen als meine Lebensaufgabe an. Ich hoffe, dass sich Menschen durch Engagement näherkommen und mehr Verständnis füreinander entwickeln. Dies geschieht auch in unserem Verein. Er wächst stetig und bringt die Menschen in ihrer Vielfalt unter einem Dach zusammen. Wir können voneinander und miteinander lernen sowie Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Dies geschieht über Generationen hinweg.

Möchten Sie Dresdnerinnen und Dresdnern, die sich ebenfalls engagieren wollen, etwas mit auf den Weg geben?

Engagement ist so vielfältig. Für jede und jeden ist etwas dabei, egal wie viel Zeit jemand investieren kann und mag. Es kommt dabei auch nicht darauf an, wie groß oder klein der Beitrag ist. Wichtig ist, dass wir über unseren eigenen Schatten springen und einfach den ersten Schritt wagen. Schaut erstmal, was euch Spaß macht und wo ihr etwas beitragen wollt. In Dresden gibt es viele Möglichkeiten! Und wie ein ehrenamtlicher Kollege einmal sagte: „Man nimmt so viel Glück mit nach Hause.“ Ehrenamt macht also glücklich!

Im zweiten Teil steht Yalda Karimi vom Verein Kolibri e. V. Rede und Antwort.

Im ersten Teil steht Vivian Goetze vom Verein AFROPA e. V. Rede und Antwort.

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