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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2006/11/c_084.php 29.05.2015 01:10:56 Uhr 13.11.2019 10:40:35 Uhr
Meldung vom 23.11.2006

Gedenkbuch für die Dresdner Juden erscheint

Vorstellung am 26. November im Kulturrathaus
Am Sonntag, 26. November, 15 Uhr wird das „Buch der Erinnerung – Juden in Dresdendeportiert, ermordet, verschollen 1933–1945“ vorgestellt. Interessierte sind dazu ins Kulturrathaus, Königstraße 15, eingeladen. Es sprechen Dr. Lutz Vogel, Erster Bürgermeister der Stadt und Lilli Ulbrich vom Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden. Ebenfalls zu Gast sind Dr. Hildegard Hamm-Brücher, Staatsministerin a. D., Prof. Peter K. Breit, Professor emeritus West Hartford, Connecticut, USA, und Günther B. Ginzel, Publizist, Journalist und Filmautor. Hannes Heyne bringt Musikimprovisationen zu Gehör.
Der Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden fand in zehnjähriger ehrenamtlicher Forschungsarbeit über 7100 Namen und Daten der Jüdinnen und Juden, die durch die Rassegesetze der NS-Zeit verfolgt wurden.
Im „Buch der Erinnerung“ sind diejenigen genannt, die sich vor der drohenden Deportation das Leben nahmen, die deportiert und ermordet wurden, im Konzentrationslager waren oder nach der Deportation als verschollen gelten. Die Erinnerung an die jüdischen Männer, Frauen und Kinder verdeutlicht, welche Verluste den Familien und der Stadt Dresden entstanden sind.
Die Geschichte der Dresdner Juden ist eng verbunden mit der Geschichte der Stadt. Obwohl der Bevölkerungsanteil der Juden nach der Volkszählung 1925 nur 0,83 Prozent betrug, haben sie mit ihrem sozialen Engagement, ihren Stiftungen, ihrer Beteiligung am kulturellen und naturwissenschaftlichen Leben maßgeblich zum Ruf Dresdens als Kulturstadt beigetragen. So waren im Jahr 1925 unter den 5120 Juden auch Künstler, Kunstmäzene, Spender und Förderer von Einrichtungen, die bis heute von Bedeutung sind. Dazu gehören der Arzt Prof. Eugen Galewsky, der Textilkaufmann und Kunstförderer Oskar Meder und die Schulärzte Dr. Alexandrine und Otto Kastner.
Laut der Volkszählung von 1933 lebten nur noch 4397 zur israelitischen Religionsgemeinde Dresden gehörende Juden in der Stadt, der Antisemitismus war spürbar und führte zu Emigrationen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann 1933 die systematische, durch Gesetze und Verordnungen legitimierte Entwürdigung und Verfolgung der Juden.

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