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04.05.2006

Übergabe des Dresdner Zeitzeugenarchivs an das Stadtarchiv Dresden

Zeitzeugen dokumentieren Geschichte
Im Beisein von Bürgermeister Detlef Sittel übergibt die Leiterin des Frauenstadtarchivs Dresden Nicole Schönherr heute dem Amtsleiter und Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden Thomas Kübler offiziell das Zeitzeugenarchiv, dem sie als Projektleiterin vorsteht. Als Bestand wird dieses der Tektonik des Stadtarchivs Dresden zugeordnet und voraussichtlich ab Oktober 2006 einer öffentlichen Nutzung zugeführt. Er umfasst mehr als 100 Erinnerungsberichte, Originaltonaufnahmen und Dokumente.
Im Mai 2003 beschloss der Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden den Aufbau eines Zeitzeugenarchivs über die Zerstörung Dresdens im Jahre 1945. Die inhaltliche und konzeptionelle Federführung zum Aufbau wurde dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Dresden übertragen. Für die Mitarbeit und wissenschaftliche Begleitung des Projektes wurde die Interessengemeinschaft »13. Februar 1945« e. V. gewonnen.
Da die Auswirkungen der NS-Diktatur, des Zweiten Weltkrieges und der Zerstörung Dresdens im Luftkrieg in allen Lebensbereichen spürbaren Einfluss nahmen und das Selbstverständnis sowie die Beschaffenheit unserer Stadt nachhaltig beeinflussen, wurde die thematische Fokussierung des Stadtratsbeschlusses auf die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges erweitert. Für die Arbeit des Zeitzeugenarchivs Dresden bildet daher die Erlebnisgeneration der Jahre 1933 bis 1945 einen ersten Schwerpunkt. In einem zweiten Schritt nimmt sich das Zeitzeugenarchiv der Nachkriegszeit, der DDR und der Zeit von der politischen Wende 1989/90 bis zur Gegenwart an.
Die Ziele des Zeitzeugenarchivs lassen sich in vier wesentlichen Punkten zusammenfassen:

  • Es werden lebensgeschichtliche Interviews geführt und wissenschaftlich erschlossen.
  • Vorhandene Oral-History-Materialien 1) werden erfasst, erschlossen und für die wissenschaftliche Nutzung zugänglich gemacht.
  • Voraussetzung hierfür ist die zentrale Vernetzung aller Dresden-bezogenen Oral-History- Projekte. Geplant sind u.a. Aktivitäten, die den fachlichen Austausch und die Qualifikation der Akteure verbessern und die Arbeit der Projekte unterstützen sollen.
  • Ergänzt wird dies durch die Erarbeitung von Bildungsangeboten für Schulen und andere Bildungseinrichtungen - etwa unterrichtsbegleitende Projekte, historische Workshops, Ausstellungen und Veranstaltungen.


1) "Oral-History" - steht für erzählte und erlebte Geschichte. "Oral History" ist die Art der geschichtlichen Überlieferung, die die Lebensgeschichte der Beteiligten mit einschließt. Ein zentraler Aspekt der "Oral-History" ist es, Spuren des Alltags zu sichern, d.h. Aussagen über die Alltagsgeschichte zu gewinnen. "Oral-History-Materialien" sind demnach sämtliche subjektiven Erinnerungszeugnisse, die im Zusammenhang stehen mit der erzählten / erlebten Geschichte des Zeitzeugen.

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