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Meldung vom 11.04.2006

Dresden soll Schulen schließen

Kultusministerium stoppt Fördermittel und fordert neuen Schulnetzplan
Für fünf Dresdner Schulen hat die Landeshauptstadt Dresden vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus ein Schreiben zur Anhörung und Stellungnahme bekommen. In diesen Schulen sollen im Schuljahr 2006/2007 keine fünfte Klassen gebildet werden, weil es zu wenig Schüler gibt. Die Landeshauptstadt soll ihren Schulnetzplan überarbeiten, bis dahin gilt ein Fördermittelstopp für alle Dresdner Schulen.
Betroffen sind folgende Schulen:

  • 38. Mittelschule, Saalhausener Straße 61, 01159 Dresden
  • 46. Mittelschule, Leubnitzer Straße 14, 01069 Dresden
  • 82. Mittelschule „Am Flughafen“, Korolenkostraße 6, 01109 Dresden
  • 98. Mittelschule, Berthelsdorfer Weg 2, 01279 Dresden
  • 101. Mittelschule, Pfotenhauerstraße 42/44, 01307 Dresden


Aktuell hat Dresden über 30 Mittelschulen. Um die schülerarme Zeit zu überbrücken beschloss der Stadtrat Schulpaare zu bilden, die wechselnd von Schuljahr zu Schuljahr 5. Klassen bilden. Von 1 090 Bildungsempfehlungen für Mittelschulen wurde ausgegangen. Die Zulassung für Gymnasien wurde vom Kultusministerium von 2,0 auf 2,5 herabgesetzt, die Konsequenz sind weniger Anmeldungen in den Mittelschulen, aktuell in Dresden für das kommende Schuljahr 970.
Mittelschulen und Gymnasien
Wenn trotz der alternierenden Klassenaussetzung noch fünf Mitwirkungsentzüge erfolgen, ist das der Tatsache geschuldet, dass für dieses Schuljahr mit 50 Prozent Übergang Mittelschule und Gymnasium gerechnet wurde, tatsächlich aber eine Wandlung zu über 45 Prozent Mittelschule und 55 Prozent Gymnasium eintritt.
Die neuen Zugangsbedingungen schafften 2005 für die Mittelschul- und Gymnasialplanung eine neue Ausgangslage und damit eine völlig neue Planungsgrundlage. Die Auswirkungen zeigten sich bereits im laufenden Schuljahr. 50 Prozent Zugang je Schulart sind zu verzeichnen. Die alternierende Klassenaussetzung war mit diesem Übergangsverhalten geplant. Mit den Anmeldungen für die Klassenstufe fünf für das Schuljahr 2006/2007 wurde nun deutlich, dass sich dieses Zugangsverhalten weiter verändert hat. Es ist zu vermuten, dass diese Tendenz anhält und zukünftig 40 Prozent Mittelschüler und 60 Prozent Gymnasiasten zu erwarten sind. Das ist genau die umgekehrte Entwicklung, welche für die Schulnetzplanung 2002 die Grundlage bildete. Aufgrund dieser veränderten Planungsgrundlagen, welche erst nach den diesjährigen Anmeldungen realistischer zu beurteilen sind, kann die Fortschreibung der Schulnetzplanung Mittelschulen und Gymnasien der Landeshauptstadt Dresden erst jetzt erfolgen. In dieser werden entsprechend den aktuellen Erfordernissen im Mittelschulbereich weitere Standorte zur Disposition stehen. Die Landeshauptstadt Dresden wird aufgrund des starken Zugangs zu den Gymnasien weitere Kapazitäten schaffen, um ausreichend gymnasiale Ausbildungsplätze zu sichern.
Schulplanung in Dresden
Die Landeshauptstadt Dresden hat am 13. Juni 2002 den Schulnetzplan beschlossen. Mit Bescheid des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus vom 19. März 2003 wurde der Schulnetzplan genehmigt.
Für die Grundschulen hat der Stadtrat am im Oktober 2005 neue Grundschulbezirke beschlossen. Damit kam die Landeshauptstadt Dresden der Forderung des Kultusministeriums nach, keine Grundschule mit weniger Schülern als 15. Gleichzeitig sollten damit Engpässe bei der Kapazität einzelner Schulstandorte ausgeglichen werden. Die Auswirkungen des Beschlusses sind erstmals zum Schuljahr 2006/2007 ersichtlich. Erst nach Analyse des neuen Zugangsverhaltens durch die gemeinsamen Schulbezirke kann eine weitere Optimierung des Schulnetzes erfolgen, wobei der ständig wachsende Schüleranteil in der Landeshauptstadt Dresden im Gegensatz zum Umland zu beachten ist. Dies wird in der derzeit in Erarbeitung befindlichen Fortschreibung der Schulnetzplanung Berücksichtigung finden.
Das Mittelschulnetz hat die Landeshauptstadt Dresden in den vergangenen Jahren den jeweiligen Bedingungen angepasst. So wurden sowohl die 72. Mittelschule als auch die 127. Mittelschule aufgehoben, die 141. Mittelschule schließt zum 31. Juli 2006. Mit Bescheid vom 27. Mai 2005 hat das Kultusministerium für die 85. Mittelschule, für die 107. Mittelschule, für die 127. Mittelschule und für die 141. Mittelschule komplette Mitwirkungsentzüge erlassen. Zusätzlich dazu hat der Stadtrat die 27. Mittelschule im Ortsamt Pieschen und die 60. Mittelschule im Ortsamt Loschwitz aufgehoben. Beide Schulen schließen zum 31. Juli 2006. Für weitere fünf Mittelschulen hat der Stadtrat für die Klassenstufe fünf für das Schuljahr 2006/2007 Teilaufhebungen der Klassenstufe fünf beschlossen.
Was bedeutet der Fördermittelstopp für Dresdens Schulen
Für folgende Schulen liegen Zuwendungsbescheide vor, die nach Schreiben des Regierungspräsidiums Dresden vom 9. August 2005 bewilligungsreif waren und in Kürze entschieden werden sollten.

  • Berufliches Schulzentrum für Bau und Technik, Güntzstraße 5: gesamt 4.499.949 Euro, davon 2.884.408 Euro Fördermittel.
  • Schule für Körperbehinderte „Prof. Dr. Rainer Fetscher“, Fischhaustraße 12: Freiflächengestaltung — gesamt 742.863 Euro, davon 557.147 Euro Fördermittel (Zuwendungsbescheid, der im Februar 2006 beschieden werden sollte).
  • Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden: gesamt 12.248.586 Euro davon 6.622.675,36 Euro Fördermittel.


Förderprojekte, die schon für 2005 zur Förderung beantragt waren und neu in die Prioritäten eingeordnet werden mussten:

  • Abendmittelschule, Hepkestraße 26: Anbau eines Behindertenaufzuges, gesamt 300.000 Euro, davon 210.000 Euro Fördermittel.
  • Schule zur Lernförderung „Albert Schweitzer“, Georg-Palitzsch-Straße 40: gesamt 3.580.055 Euro, davon 2.685.041 Euro Fördermittel.


Förderprojekte die fristgemäß 2005 zur Förderung 2006 beantragt wurden:

  • 33. Grundschule, Marienberger Straße 5: gesamt 1.823.000 Euro, davon 887.000 Euro Fördermittel.
  • 106. Grundschule, Großenhainer Straße 187: gesamt 2.549.738 Euro, davon 1.245.000 Euro Fördermittel.
  • Grundschule Cossebaude, Bahnhofstraße 5: gesamt 925.223 Euro, davon 620.233 Euro Fördermittel.
  • 36. Mittelschule/ 37. Grundschule, Emil-Überall-Straße 34/Stollestraße 43: Innensanierung, gesamt 4.692.000 Euro, davon 2.812.800 Euro Fördermittel.
  • 25. Grund- und Mittelschule, Pohlandstraße 40: Ersatzneubau Turnhalle, gesamt 2.960.000 Euro, davon 1.472.750 Euro Fördermittel.
  • Schule zur Lernförderung „Dinglingerschule“, Dinglingerstraße 4: Freiflächengestaltung, gesamt 1.138.342 Euro, davon 827.506 Euro Fördermittel.


Erläuterung:
Mitwirkungsentzug heißt, das Kultusministerium stellt für die entsprechenden Schulen keine Lehrer mehr zur Verfügung.
Download:

  • Angezeigte Veränderungen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK) für die kommunalen Mittelschulen der Landeshauptstadt Dresden (*.pdf, 647 KB)
  • Prognose der Entwicklung der Dresdner Schülerzahlen bis 2020 (*.pdf; 28 KB)

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