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Meldung vom 10.03.2006

13. Februar 1945: Zeitzeugen gesucht

Dresdner Untersuchungskommission 13.—15. Februar 1945 bittet erneut um Unterstützung
Mit einem Aufruf bittet die Dresdner Untersuchungskommission 13.-15. Februar 1945 die Bürgerinnen und Bürger erneut um Unterstützung. Sie sucht Menschen, die sich an die Bombenangriffe am 13. und 14. Februar 1945 in Dresden erinnern.
Viele Zeitzeugen sagen, dass Dresden die Stadt mit den meisten Bombenopfern oder mit den größten und verheerendsten Folgen der angloamerikanischen Luftangriffe war. Dem möchte sie auf den Grund gehen. Parallel zu den realhistorischen Untersuchungen möchte die Kommission Interviews zu ausgewählten thematischen Schwerpunkten führen.

  • Die Kommission sucht Personen, die Angaben über die Toten in den eigenen und benachbarten Wohnungen und Häusern machen können, um Überlieferungen zu prüfen. Damit möchte sie den Stand der zusätzlichen Einquartierungen von Flüchtlingen, Soldaten oder Ausgebombten in Wohnungen und Kellern rekonstruieren. Gesucht werden auch Personen, die während der Luftangriffe auf Dresden in der Pirnaischen Vorstadt — auf der Mathildenstraße oder Pirnaischen Straße — lebten.
  • Die Kommission bittet Augenzeugen, unter anderem aus dem NSDAP-Apparat, dem Militär, der Feuerwehr, den Räumkommandos (zum Beispiel der Hitlerjugend, KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter), den Friedhofskommissionen oder Versorgungsgruppen (zum Beispiel des Städtischen Wohlfahrtsamtes und Ernährungsamtes), sich zu melden. Mit ihren Aussagen will sie die Bergung rekonstruieren und die Arbeit der städtischen Behörden analysieren.
  • Die Kommission sucht außerdem Personen, die sich in der Bombennacht in Dresden als Soldaten aufhielten, Flüchtlinge und Ausgebombte aus anderen Städten sowie Zwangsarbeiter, Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlinge, die nach Dresden gebracht wurden.
  • Darüber hinaus bittet die Kommission ehemalige Angestellte der Reichsbahn, die Auskünfte geben können über die Mobilität der Flüchtlinge auf den Dresdner Bahnhöfen, sich zu melden. Auch all jene sind angesprochen, die während der Luftangriffe auf Dresden Flüchtlinge und Verwundete betreuten, zum Beispiel als DRK-Helfer, ärztliches Personal, Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und der Hitlerjugend.
  • Außerdem sucht die Kommission Personen, die sich zur Zeit des Angriffs nicht in Dresden aufhielten, zum Beispiel Soldaten, Kinderlandverschickte, evakuierte Mütter mit Kindern und außerhalb Dienstverpflichtete.


Die Kommission bittet alle Zeitzeugen, sich an das Stadtarchiv Dresden, Telefon (03 51) 4 88 15 17, zu wenden.
Anschrift:
Stadtarchiv Dresden
Untersuchungskommission 13.—15. Februar 1945
Postfach 12 00 20
01001 Dresden
Seit einem Jahr ermittelt die Untersuchungskommission 13.—15. Februar 1945, die vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden einberufen wurde, die Opferzahl der Luftangriffe des 13. bis 15. Februar 1945. Sie untersucht, wie zuverlässig die bisher zusammengetragenen und ausgewerteten historischen Quellen sind und welche Opferzahl realistisch ist.
Bereits im März vergangenen Jahres wandte sich die Kommission an die Öffentlichkeit. Für die große Resonanz — mit teilweise neuen, für die Untersuchungen wichtigen Hinweisen — bedankt sie sich bei allen Adressanten.

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