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Meldung vom 06.02.2006

Dresden gedenkt des 13. Februar 1945

Zerstörung der Stadt durch die Bombennacht vor 61 Jahren
Am späten Abend des 13. Februar 1945 griffen mehrere Hundert britische Bomber das Stadtzentrum Dresdens an. Ihnen folgten Stunden später eine noch stärkere Streitmacht und in den Mittagsstunden des 14. und 15. Februar 1945 amerikanische Verbände. Im Ergebnis dieser vier Luftangriffe wurde das Dresdner Stadtzentrum fast vollständig zerstört und mehrere Zehntausend Menschen getötet. In seinem sechsten Jahr hatte damit der von Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg, dem bereits Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren, endgültig auch Dresden erreicht. Die Luftangriffe trafen eine Stadt, die Hunderttausende Menschen und unersetzbare Kulturgüter barg, die aber gleichermaßen umfassend in die deutsche Kriegsführung einbezogen war.
61. Jahrestag der Zerstörung
2006 begeht die Stadt Dresden ihr 800stes Stadtjubiläum. In diesem Kontext spielt auch die Erinnerung an die Zerstörung Dresdens, eine wesentliche Rolle. Für die demokratische Öffentlichkeit Dresdens soll das Anlass sein, Erinnern und Gedenken in unserer Stadt zu diskutieren, positive Traditionen aufzugreifen, Haltungen und Ziele festzuschreiben und einem Missbrauch der Erinnerung entgegen zu treten.
13. Februar 2006 in Dresden
Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind an diesem Tag, 11:00 Uhr zur traditionellen Kranzniederlegung auf den Heidefriedhof eingeladen. Erwartet werden zum offiziellen Gedenken Vertreter der Sächsischen Staatsregierung, des Bundestages, des Sächsischen Landtages und des Stadtrates. Die Kränze werden von Polizeischülern getragen.
Der Sachsen-Marathon e.V. lädt alle Sportinteressierten zum „9. Dresdner Friedenslauf“ ein. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ startet der gemeinsame Lauf zum Gedenken an die Bombenopfer, 9 Uhr an der Gedenkstätte am Münchner Platz. Die Strecke führt über die Prager Straße, zur Gedenktafel für die Bücherverbrennung 1933 am Wettiner Platz, dann zum Altmarkt an die Verbrennungsstätte der Opfer des 13. Februar 1945, zur Frauenkirche, zur Synagoge, über die Hauptstraße und zur Dreikönigskirche. Von hier aus ist die Kranzniederlegung, 11 Uhr im Ehrenhain des Heidefriedhofes, Ziel der Teilnehmer. Die Distanz beträgt 18 Kilometer. Die Friedensläufer können abschnittsweise zu Fuß, per Fahrrad oder Inline-Skater begleitet werden.
Zum GeDenken — 13. Februar lädt ab 10 Uhr ganztägig auf der Südseite des Dresdner Altmarktes ein Aktionsbündnis der AG Geschichte des Bertolt-Brecht-Gymnasiums, der DGB Region Dresden-Oberes Elbtal, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Interessengemeinschaft "13. Februar 1945", des Ökumenischen Informations-Zentrums und pax christi Dresden ein. Mit einer ganztägigen Ausstellung wollen die Veranstalter Angebote zum „GeDenken“ an diesem Tage machen: Bilder der Zerstörung, „Rahmen des Erinnerns 2005“, Friedensbotschaften anderer Städte an Dresden, Dresden-Johannstadt und der 13. Februar, „Bürgermeister für den Frieden: Atomwaffen abrüsten — In Deutschland beginnen!“ - Unterschriftenaktion, Kampagne gegen die Verbreitung von Kleinwaffen u.a.
Ausgehend von dem trauernden Erinnern an die Opfer der Zerstörung Dresdens 1945 und dem Gedenken aller Opfer von Kriegen und Gewalt soll die Gedenkveranstaltung ab 19:30 Uhr ein Zeichen setzen für den Friedenswillen der Bürger Dresdens.
Es spricht Oberbürgermeister Ingolf Roßberg. Den Schwerpunkt der Versammlung wird Frau Lena Selig, Leipzig, Vertreterin der IPPNW, der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ mit ihrem Beitrag setzen: "Vision 2020 — Abrüstung wagen! Atomwaffenfrei für eine friedliche Zukunft".
Ab 15 Uhr beginnt „Erinnern und Gedenken an der Frauenkirche“ - eine Gedenkveranstaltung der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche e.V. auf dem Dresdner Neumarkt.
17 Uhr gibt es in der Dresdner Frauenkirche ein Konzert „Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13.02.1945“.
Traditionell lädt der Stadtökumenekreis zum ökumenischen Gottesdienst ein. Er findet in diesem Jahr 20:30 Uhr in der Katholischen Kathedrale-Hofkirche statt. Es ist zu einem guten Brauch geworden, dass die Dresdner anschließend an die Frauenkirche gehen und dort im Außenbereich eine Kerze aufstellen. Dazu läuten im Gedenken an die Toten von 21:45 Uhr bis 22 Uhr die Glocken aller Dresdner Kirchen.
Die Dresdner Frauenkirche öffnet 22 Uhr für die „Nacht der Stille“ mit Gebeten um Frieden in aller Welt. Bis 1 Uhr morgens stehen ihre Türen offen.
Eine Übersicht über die Veranstaltungen zum 13. Februar 2006 in Dresden sowie weitere Informationen zum Tag stehen im Internet unter www.dresden.de/13.Februar.
Symbolkraft und Erinnerungskultur
Die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 wurde rasch zu einem weltweit bekannten Symbol für militärische Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Bis heute wird das Geschehen in Dresden als Beispiel für viele vergleichbare militärische Aktionen dieses und folgender Kriege genannt. Zugleich beeinflusst die Erinnerung an die Zerstörung nachhaltig das Bild unserer Stadt in der Welt.
In Dresden ist seit 1945 eine reiche und differenzierte Erinnerungskultur entstanden, die vor allem den Friedenswillen der Nachkriegsgenerationen bewahrt und Raum für Annäherung an die ehemaligen Kriegsgegner gegeben hat. Parallel dazu wurde und wird in politisch motivierten Verlautbarungen und Handlungen auf die Zerstörung Dresdens Bezug genommen. Je nach Akteuren und Situation dient das historische Geschehen dabei als Ausgangspunkt für Argumentationen, die auf zum Teil völlig unterschiedliche Ziele gerichtet sind.
So steht die Erinnerung an den 13. Februar 1945 im spannungsvollen Kontext von Diskussionen, die weit über den lokalgeschichtlichen Rahmen hinaus Bedeutung haben. Sie schließen eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Stadt und ihrer Menschen ebenso ein, wie sie grundlegende Fragen von Frieden, Menschenwürde und unserer Verantwortung dafür zum Inhalt haben.
„Dresden, 13. Februar — Ein Rahmen für das Erinnern“.
Dieser „Rahmen“ ist ein Text, erarbeitet im Jahr 2004 von einer Gruppe Dresdner Bürger und unterstützt durch zahlreiche Persönlichkeiten, setzt sich grundlegend mit den Zielen der Erinnerung an die Zerstörung Dresdens auseinander und ist weiter aktuell. Die Zeitzeugen, Bürger und Vereine füllen diesen "Rahmen" aus. Wortlaut und weitere Informationen dazu im Internet unter www.dresden.de/13. Februar
Historikerkommission
Die Kommission soll die Zahl der Todesopfer der Luftangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 ermitteln. Am 26. April 2006 findet ab 13 Uhr im Deutschen Hygienemuseum ein öffentlicher Workshop statt, bei dem die Kommission aus ihrer Arbeit berichten und Zwischenergebnisse vorstellen wird.

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