Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/02/pm_020.php 10.02.2026 13:01:30 Uhr 10.02.2026 15:13:15 Uhr

1.450 Geflüchtete werden 2026 in Dresden erwartet

Noch immer kommen viele Schutzsuchende aus der Ukraine

Die Landeshauptstadt Dresden rechnet 2026 mit 1.450 Geflüchteten, die ihr die Landesdirektion zuweist. Das sind 290 Personen mehr als im Jahr 2025. Hintergrund ist die aktuell sehr unsichere Situation in der Ukraine – die Anzahl der zugewiesenen ukrainischen Schutzsuchenden stieg zuletzt kontinuierlich an. 

Wie viele Geflüchtete kamen 2025 nach Dresden?

Dresden hat im Jahr 2025 insgesamt 1.160 Geflüchtete aufgenommen – darunter waren 699 Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie 461 Schutzsuchende aus der Ukraine. Zum Vergleich: 2024 nahm Dresden 1.298 Asylsuchende und 364 Schutzsuchende aus der Ukraine auf, 2023 waren es 2.125 Asylbewerberinnen und Asylbewerber plus 287 ukrainische Schutzsuchende. Infolge des russischen Angriffskrieges kamen im Jahr 2022 über 10.000 Geflüchtete aus der Ukraine nach Dresden, wovon über 2.000 Personen durch das Sozialamt untergebracht wurden. Im Jahr 2022 hatte die Landesdirektion der Stadt Dresden 1.556 Asylsuchende zugewiesen, im Jahr 2021 waren es 930.

Wie viele Geflüchtete erwartet Dresden 2026?

Für 2026 rechnet die Stadt damit, dass die Landesdirektion Sachsen etwa 850 Asylsuchende sowie 600 ukrainische Schutzsuchende nach Dresden zuweisen wird. Bei diesen Zahlen handelt es sich um eine qualifizierte Schätzung auf Basis aktueller Zuweisungs- und Migrationsdaten, sicher planbar ist das Zuweisungsgeschehen für die Stadt Dresden nicht. Die tatsächliche Entwicklung hängt nach wie vor von schwer vorhersagbaren geopolitischen Ereignissen ab. Hinsichtlich des Zugangs von Asylsuchenden könnte im Jahresverlauf das Solidaritätsabkommen der Europäischen Union für Entspannung sorgen. Diese Vereinbarung soll zum 1. Juli 2026 in Kraft treten und das Verteilverfahren innerhalb der EU optimieren.

Wie werden Asylsuchende untergebracht?

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 brachte die Stadtverwaltung insgesamt 3.758 Menschen in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften unter. Insgesamt stehen in Dresden aktuell 3.824 Plätze in 1.002 Wohnungen und 13 Übergangswohnheimen zur Verfügung. Alleinstehende Asylbewerber wohnen zu Beginn ihres Aufenthalts zunächst grundsätzlich im Wohnheim. Je nach Kapazität werden Familien und alleinstehende Frauen vorrangig in Wohnungen untergebracht. 79 Prozent der Geflüchteten wohnen dezentral in Wohnungen. Die Platzkapazität wird auf Basis des vorhandenen und prognostizierten Bedarfs regelmäßig angepasst. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung 2025 viele Unterbringungseinheiten abgemietet. Das betrifft alle Containerbauten (sogenannte mobile Raumeinheiten) sowie die Einrichtungen Hermann-Mende-Straße 1 (früheres „Eventwerk“) und Löbtauer Straße 40. Für die Unterbringung von Schutzsuchenden mit besonderen Bedarfen sind die Objekte Alexander-Herzen-Straße 64 und die Bautzner Straße 123 neu hinzugekommen. Ab April 2026 wird die Kapazität der Asylunterkunft an der Lingnerallee 3 (frühere „City Herberge“) aufgestockt. Damit kann die Stadtverwaltung die vergleichsweise teure Einrichtung in der Gustav-Hartmann-Straße 4 in Laubegast, die den Bewohnerinnen und Bewohnern auch keine Möglichkeit zur Selbstversorgung bietet, zum 31. März 2026 schließen. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden schrittweise auf andere Einrichtungen in Dresden verteilt. Dabei achtet die Verwaltung darauf, Integrationsfortschritte zu sichern – insbesondere Familien mit schulpflichtigen Kindern sollen in der Nähe ihrer bisherigen Schulen untergebracht werden. Unterstützende Orientierungsangebote begleiten den Umzug.

Wie wird die soziale Betreuung der Geflüchteten sichergestellt?

Asylbewerberinnen und Asylbewerber erhalten in Dresden soziale Betreuung. Das gilt sowohl während der Unterbringung in Wohnheimen als auch, wenn sie in Wohnungen leben. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen angekommene Menschen bei ihrer Integration. Dazu zählen insbesondere: im Quartier orientieren, Rechte und Pflichten verstehen, Nachbarinnen und Nachbarn kennen lernen, Deutsch lernen sowie Integration in Schule, Kita und Arbeit. Wichtig: Diese Aktivitäten müssen nicht Schritt für Schritt nacheinander erfolgen – oft gelingt es parallel. Viele Firmen haben Patenprogramme eingerichtet, die neuen Beschäftigten beim Einstieg ins Unternehmen helfen. Darüber hinaus gibt es in allen Stadtbezirken Mitmach-Angebote für Geflüchtete, beispielsweise in den Bereichen Begegnung, Bildung, Sport und Kultur. Viele Einrichtungen werden von ehrenamtlichen Willkommensinitiativen oder Stadtteilvereinen betreut, das stärkt die gesellschaftliche Integration. Die Stadt unterstützt bürgerschaftliches Engagement im Rahmen ihrer Ehrenamtsförderung.