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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2024/02/pm_038.php 12.02.2024 15:28:45 Uhr 03.03.2024 00:32:51 Uhr

Trauer um ehemalige Intendantin des tjg. theater junge generation

Gunild Lattmann war eine kluge, gesellschaftlich engagierte und leidenschaftlich für ihre Überzeugungen kämpfende Frau. Als Dramaturgin an zwei großen Dresdner Theatern wie als Intendantin des tjg. hat sie über Jahrzehnte Generationen an Künstlerinnen, Künstlern und Kindern künstlerisch begleitet und geprägt und dem Theaternachwuchs große Fußstapfen hinterlassen. Ihr Tod macht uns traurig. Meine Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch

Dresdens Kinder- und Jugendtheater trauert um seine ehemalige Intendantin Gunild Lattmann-Kretschmer die am Sonnabend, 10. Februar 2024, im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Sie hat das Haus vor allem in ihrer Zeit als Intendantin (1976 bis 1996) maßgeblich und auf lange Sicht geprägt hat – viele Errungenschaften ihrer Arbeit spielen bis heute eine Rolle in der Programmatik des Hauses. Dem tjg. ist Gunild Lattmann-Kretschmer als mutige und überzeugte Streiterin für das Publikum und die Augenhöhe mit diesem, für zeitgenössische Stoffe und programmatische Öffnung in Erinnerung geblieben, die dem Haus weit über ihre Intendanz hinaus verbunden blieb. 
Bereits von 1959 bis 1964 war sie als Dramaturgin am damaligen Theater der Jungen Generation tätig, anschließend als Chefdramaturgin an der Staatsoperette Dresden, bis sie schließlich mit dem Beginn ihrer Intendanz 1976 vor größte Herausforderungen gestellt war, da das Theater im gleichen Jahr einem Brand zum Opfer gefallen war. Dazu zählten unter anderem die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs, die parallele offensive programmatische Weiterentwicklung sowie die Wiedereröffnung des zuerst teilrekonstruierten Theaters 1979. 
Zahlreiche Inszenierungen aus der Ära Gunild Lattmann spielen im kollektiven Gedächtnis des Dresdner Publikums bis heute eine Rolle, unter vielen anderen etwa Ekkehard Dennewitz‘ Inszenierung von Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ (1980) bis hin zu Märcheninszenierungen wie „Die feuerrote Blume“ (1982) oder „Das Rübchen“ (1984), an das das tjg. 2016 mit der Eröffnungsinszenierung „Rübe“ (Ulrich Hub) im Kraftwerk Mitte erinnerte.   
Auf Gunild Lattmanns Nachfolger Dietrich Kunze folgte im Jahr 2008 schließlich die jetzige Intendantin Felicitas Loewe.