Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2024/02/pm_020.php 07.02.2024 12:58:48 Uhr 05.03.2024 11:18:31 Uhr

Photovoltaik für das Dach des historischen Neuen Rathauses

Die Landeshauptstadt will auf dem Dach des Rathauses am Dr.-Külz-Ring eine Photovoltaikanlage errichten lassen. Mit der Ertüchtigung der kommunalen Gebäude für das Ziel der Klimaneutralität und als Beitrag zur Energieversorgungssicherheit wird die Stadtverwaltung auch eine Vorbildrolle einnehmen. Das über 100 Jahre alte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Ein denkmalpflegerisch abgestimmter und genehmigungsfähiger Entwurf geht nun in die städtischen Gremien.

Es ist uns als Landeshauptstadt ein besonderes Anliegen, mit der Errichtung einer großflächigen Photovoltaikanlage auf dem historischen Neuen Rathaus Dresden ein sichtbares Zeichen für den Klimaschutz und für eine sichere Energieversorgung zu setzen, zumal mit der Anlage ein beachtlicher Anteil des Stromverbrauches im eigenen Haus gedeckt werden kann. Deshalb finanzieren wir dieses Projekt aus unserem Sonderprogramm Sichere Energieversorgung aus meinem Geschäftsbereich.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hinsichtlich Energiesicherheit und CO2-Neutralität diskutierte die Landeshauptstadt gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden von Stadt und Land verschiedene Varianten. Ziel war dabei, die technischen und optisch wirksamen Ausprägungen einer Photovoltaikanlage mit den Anforderungen und Zielen des Denkmalschutzes auf einen gemeinsamen, größtmöglichen Nenner zu vereinen. 

Wir sind sehr froh, mit dem Landesamt für Denkmalpflege eine Variante zur Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem historischen Rathausdach gefunden zu haben, mit der alle zufrieden sind. Diese Photovoltaikanlage zeigt an prominenter Stelle im Stadtraum: Energiewende und Denkmalschutz gehen zusammen.
Baubürgermeister Stephan Kühn

Die besondere Wirkung der Dacheindeckung wird vom Erscheinungsbild der sogenannten „Biberschwanzziegel“ geprägt. Diese Dacheindeckung aus Tonziegeln in Form eines Biberschwanzes wird seit dem 14. Jahrhundert verwendet. Für die Dachbelegung mit Photovoltaikplatten galt es daher nach einer Lösung zu suchen, die diese historische Wirkung nicht beeinträchtigt. Demgegenüber stand im Abstimmungsprozess, dass die Größe der Photovoltaikanlage einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten muss. Unter Berücksichtigung der Baukosten für die Photovoltaikanlage, der unterschiedlich ausgerichteten Dachflächen sowie der Größe der Dachfläche insgesamt konnte gemeinsam eine kompromissfähige Variante erarbeitet werden. 
Folgende Kriterien sind hierbei zentrale Vorgabe und werden in der weiteren Planung untersetzt und konkretisiert:

Eine Belegung mit Photovoltaikmodulen erfolgt nur auf den zu den Innenhöfen angeordneten Dachflächen, auf die nach außen gerichteten stark einsehbaren Dachflächen kommen keine Module.

Die Anordnung der Photovoltaikmodule wird gestalterisch beruhigt und klar, möglichst rechtwinklig erfolgen. 
Die erforderlichen Kabelführungen zwischen den Modulfeldern über das Dach werden auf ein Minimum reduziert bzw. optisch angepasst. Sichtbare Modulrahmen sowie Unterkonstruktionen werden passend zu den schwarzen Glas-Glas Modulen ebenfalls in schwarz ausgeführt. Mit diesen Vorgaben kann eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 340 kWp konzipiert werden. Die erzeugte Strommenge soll fast vollständig im Neuen Rathaus verbraucht werden. Die Planung sieht einen Baubeginn ab November 2024 vor. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen betragen nach einer ersten Kostenschätzung 1.300.000 Euro, davon rund 500.000 Euro für die Photovoltaikanlage selbst. Der größere Teil der Kosten von rund 800.000 Euro fällt für die Ertüchtigung des Rathausdachs und die notwendigen Planungsleistungen an.