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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/kultur/erinnerungskultur-regionalgeschichte/Geschichte-und-Geschichtssymbol.php 09.02.2026 11:40:46 Uhr 10.02.2026 19:53:18 Uhr |
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13. Februar 1945: Geschichte, Geschichtssymbol und Gedenken heute
Zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 wurde die Innenstadt Dresdens durch vier aufeinanderfolgende Luftangriffe fast vollständig zerstört. Aus Anlass der Bombardierung erinnern die Bürgerinnen und Bürger Dresdens jedes Jahr an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg, Hass und Zerstörung.
Victor KlempererAm Abend dieses 13. Februar brach die Katastrophe über Dresden herein: die Bomben fielen, die Häuser stürzten, der Phosphor strömte, die brennenden Balken krachten auf arische und nichtarische Köpfe, und derselbe Feuersturm riß Jud und Christ in den Tod; wen aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.
Menschenkette
Jährlich, am 13. Februar wird in Dresden vielfältig an die verheerenden Folgen von Menschenverachtung, Diktatur und Nationalismus erinnert. Die Menschenkette in der Dresdner Innenstadt ist seit vielen Jahren an diesem Tag ein zentrales Element, um gegen Krieg, Gewalt und Zerstörung und um einer politischen Instrumentalisierung dieses Tages entgegenzutreten. Nach einem musikalischen Auftakt am frühen Abend auf dem Theaterplatz folgen Ansprachen der Stadtspitze sowie der Leitung der Technischen Universität Dresden. Anschließend formiert sich eine Menschenkette, die sich zur vollen Stunde über die Innenstadt erstreckt. Mehrere tausend Menschen umschließen dabei Hand in Hand, begleitet vom Glockengeläut der Dresdner Kirchen, die Innenstadt.
Aufruf zur Menschenkette Dresden am 13. Februar 2026
Gemeinsam Haltung zeigen. Jeden Tag.
Am 13. Februar gedenken wir des unermesslichen Leids und der Zerstörung, das die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und der von Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg über Millionen von Menschen gebracht haben. Aus diesem Erinnern erwächst Verantwortung.
Gedenken heißt, die Würde jedes Menschenlebens zu achten und sich aktiv für unsere Demokratie einzusetzen. Heute erleben wir erneut Krieg und Gewalt in Europa und in vielen Regionen der Welt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Eskalationen im Nahen Osten und zahlreiche weitere Konflikte verursachen unsägliches Leid, zerstören Lebensgrundlagen und bedrohen die internationale Ordnung. Zugleich geraten demokratische Werte auch in unserem eigenen Land unter Druck: durch Hass und Hetze, durch Ausgrenzung, durch die bewusste Infragestellung von Menschenrechten und durch Angriffe auf die offene Gesellschaft – auch hier in Sachsen und in Dresden.
Der 13. Februar mahnt uns zur Wachsamkeit und zu Zivilcourage. Er mahnt uns, Zivilcourage zu zeigen, wenn Menschen diskriminiert oder eingeschüchtert werden, wenn Gewalt und Verachtung zur Sprache werden, wenn demokratische Prinzipien relativiert oder missachtet werden. Demokratie in Frieden ist wie noch vor nicht allzu langer Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie braucht unseren gemeinsamen Einsatz.
In der Menschenkette reichen wir uns die Hände. Hände, die erinnern. Hände, die Verantwortung übernehmen. Hände, die unsere Demokratie schützen.
Wir laden alle Dresdnerinnen und Dresdner ein, sich am 13. Februar 2026 an der Menschenkette zu beteiligen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen zu setzen: für Demokratie in Frieden und für ein solidarisches Miteinander in Vielfalt.
Wir laden Sie auch ein, nach dem Lösen der Menschenkette weitere Angebote an diesem Abend wahrzunehmen und noch länger in der Innenstadt zu verweilen.
Verlauf der Menschenkette 2026
Der Themenstadtplan verortet ausgewählte Veranstaltungen rund um das Gedenken am 13. Februar 2026 in der Dresdner Innenstadt.
Impressionen
Auseinandersetzung heute
Heute ist der Begriff Erinnerungskulturen im wissenschaftlichen wie öffentlichen Diskurs omnipräsent und ein relevanter Bereich der Stadtpolitik. Erinnerungskultur bezieht sich auf die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte umgeht. Erinnerungskulturen sind dabei häufig diskursiv und kontrovers, immer jedoch auch vielstimmig.
Für viele Dresdner Bürger, Initiativen und Institutionen ist das Erinnern an die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 wichtig. Als Teil einer breiten und lebendigen Erinnerungskultur setzen sich zahlreiche Akteure aus unterschiedlichen Perspektiven und Überzeugungen heraus mit dem Erinnerungsort Dresden auseinander.
Historikerkommission (2004)
"Dresden, 13. Februar – Ein Rahmen für das Erinnern" (Grundsatzpapier, 2005)
AG 13 Februar (2009 - 2022)
Beirat Erinnerungskulturen (seit 2024)
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