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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/01/pm_037.php 21.01.2026 12:36:54 Uhr 21.01.2026 15:09:05 Uhr

In Dresden ist es zu warm und zu trocken

Jahreswetterbilanz 2025 der Stadt Dresden unterstreicht Klimatrend

Das Jahr 2025 war in Dresden erneut deutlich zu warm, sehr sonnig und außergewöhnlich trocken. Zwar lag die Jahresdurchschnittstemperatur unter dem bundesweiten Mittel, dennoch bestätigt auch 2025 den anhaltenden Erwärmungstrend. Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,4 Grad Celsius lag Dresden um 1,5 Grad über der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990. Deutschlandweit betrug die Abweichung sogar 1,9 Grad. Damit reiht sich 2025 auch in Dresden in die Serie überdurchschnittlich warmer Jahre ein.

Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden

Auffällig war besonders der Sonnenschein: Mit insgesamt 2.031 Sonnenstunden verzeichnete Dresden das sechste sonnenscheinreichste Jahr seit 1961. Gegenüber dem langjährigen Mittel entspricht dies einem Plus von 31 Prozent. Bis auf die Monate Juli und Oktober schien die Sonne in allen Monaten häufiger als im Durchschnitt.

Wo viel Sonne scheint, fällt meist wenig Regen. An der Wetterstation Dresden-Klotzsche wurde im Jahr 2025 an lediglich 136 Tagen messbarer Niederschlag registriert. Das sind 34 Regentage weniger als im Zeitraum 1961 bis 1990. Insgesamt fielen 29 Prozent weniger Niederschlag, das entspricht einem Defizit von 192 Litern pro Quadratmeter. Mit nur 477 Litern Niederschlag war 2025 das fünft-trockenste Jahr seit 1961. Besonders auffällig war das erste Halbjahr, das – neben 2003 – das trockenste seit 1961 war.

Längere Kälteperioden blieben aus

Mit 76 Frosttagen, also Tagen, an denen die Tagesminimumtemperatur unter null Grad Celsius bleibt, lag die Zahl um fünf Tage unter dem Referenzwert. 
Besonders deutlich war der Rückgang bei den Eistagen. Das sind Tage, bei denen die Tageshöchsttemperatur unter null Grad Celsius bleibt. Statt durchschnittlich 27 wurden 2025 nur sieben Tage mit ganztägigem Frost gemessen. 

Mit 43 Sommertagen, Tage an denen die Tageshöchsttemperatur 25 Grad Celsius erreicht oder überschreitet, wurde der Vergleichswert 1961 bis 1990 um fünf Tage überschritten. Die Zahl der Heißen Tage, d. h. Tage an denen 30 Grad Celsius oder mehr erreicht werden, lag mit 15 mehr als doppelt so hoch wie der Langzeitdurchschnitt. Diese traten vor allem im Juni auf, also zu Beginn des Sommers, wo hohe Temperaturen als besonders belastend empfunden werden, da der Körper noch nicht daran gewöhnt ist.

Wässerung der Stadtbäume erfolgte eher als üblich

Die Jahreswetterbilanz 2025 unterstreicht damit einmal mehr die klimatischen Veränderungen in Dresden und verdeutlicht die zunehmende Wärme, Sonnenscheindauer und Trockenheit. Grundwasser konnte sich kaum neu bilden, sodass die Grundwasserstände das ganze Jahr über kontinuierlich sanken. Die städtischen Bäume litten abermals unter diesen Bedingungen. Bereits im April – und nicht wie sonst üblich erst im Mai – musste die Landeshauptstadt mit der Wässerung der rund 6.000 Jungbäume beginnen. Aufgrund der hohen Temperaturen kam es sowohl zu Schuljahresende als auch -beginn zu Einschränkungen des Schulunterrichts.

Dresden braucht eine tragfähige, strategische Antwort auf das sich ändernde Stadtklima und häufiger auftretende Wetterextreme.

„Ein beschlossenes und planmäßiges Vorgehen, Dresden widerstands- und zukunftsfähig gegenüber den Klimaveränderungen zu machen, bleibt weiterhin für die Stadtplanung und -gestaltung dringend notwendig. Es braucht eine Priorisierung des Themas Klimaanpassung in der Gesellschaft. Es braucht außerdem Leitlinien für die Verwaltung als auch zur Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft sowie Politik. Investitionen in die Klimaanpassung verursachen Kosten. Sie reduzieren letztlich jedoch die deutlich höheren Kosten, die durch Extremwetterereignisse, z. B. Überflutungen durch Starkregen, entstehen. Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaveränderungen sind vor allem auch eine Frage der sozialen Verantwortung.“

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen wirbt deshalb beim Stadtrat nach der abschlägigen Abstimmung im Dezember 2025 darum, das Klimaanpassungskonzept doch noch zu beschließen