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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/galerie-2-stock_137059.php 28.01.2019 17:04:26 Uhr 19.02.2019 02:52:01 Uhr

Impulse 1

Plakat
© Landeshauptstadt Dresden

Am 29. Januar 2019 eröffnet Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen 19 Uhr die Ausstellung „Impulse 1“. Einführende Worte spricht die Kulturjournalistin Dr. Ingrid Koch. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von einem Gitarristen des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden.

In der ersten Ausstellung der neuen vierteiligen Jahresreihe „Der Natur gegenüber“ der freien Künstlergruppe „Pleinair“ zeigen acht Künstlerinnen bis zum 8. April Malerei und Zeichnung: Ulla Andersson, Cornelia Konheiser, Franziska Kunath, Anke Kutzschbauch, Maria Mednikova, Barbara Wiesner, Susan Wittwer und Bettina Zimmermann.

Das unmittelbare Arbeiten vor bzw. mitten in der Natur erfordert spontanes Reagieren auf Wettererscheinungen und Lichtspiel, aber auch auf Geräusche und eigene Stimmungen. Jede der ausstellenden Künstlerinnen tut dies auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art und Weise, angefangen von der Auswahl des Motivs, der künstlerischen Technik und des Werkzeugs (Stift oder Pinsel?) bis hin zum fertigen Bild. Das in der Natur gefundene und ins Bild gebrachte Motiv spiegelt so auch die jeweils eigene Natur und das Temperament der Künstlerinnen wieder: Acht Handschriften, in denen die Betrachter wie in Aufzeichnungen lesen und nach Überschneidungen und Unterschieden im künstlerischen Ausdruck forschen können.

Die Künstlergruppe „Pleinair“

ist eine 2015 gegründete freie und offene Künstlergruppe, zu der derzeit 24 Dresdner Künstlerinnen und Künstler aus drei Generationen gehören. Zentraler Ort der Gruppe ist der Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf, einem Ortsteil von Klipphausen im Landkreis Meißen. In dem um- und ausgebauten Dreiseitenhof entstanden Ateliers, Ausstellungsflächen und eine Künstlerherberge. Bisher gab es vier Pleinairs mit anschließenden Ausstellungen.

Schilf, Kohle auf Papier, 2017
© Ulla Andersson
Sommerlandschaft IV, Acryl auf Karton, 2018
© Cornelia Konheiser
Kleiner Sonnenweg, Öl auf Leinwand, 2017
© Franziska Kunath
Toter Baum, Kohle auf Papier, 2017
© Anke Kutzschbauch
Heckenrosen, Aquarell auf Papier, 2017
© Maria Mednikova
Kopf, Öl auf Leinwand, 2005
© Barbara Wiesner
jagdliche Einrichtung, Tusche auf Aquarellkarton
© Susan Wittwer
Essigbäumchen, Tusche auf Papier, 2018
© Bettina Zimmermann

Zu den Künstlerinnen:

Ulla Andersson, 1940 in Gera geboren, kam über ein Kunsterziehungsstudium an der Pädagogischen Hochschule Dresden (1962 bis 1967) zur freien Kunst. Ein nicht zu unterschätzender Fakt auf diesem Weg war die künstlerische Ausbildung bei Lehrenden der HfBK, unter anderem Gerhard Kettner. Inspiriert haben die Künstlerin – nicht zuletzt seit 1989 – ebenso zahlreiche Reisen. Ihre mit unterschiedlichen Mitteln geschaffenen, einen expressiven, energischen Grundgestus zeigenden, farblich zurückhaltenden Zeichnungen sind ebenfalls meist auf einen unspektakulären Landschaftsausschnitt wie beispielsweise eine „Streuobstwiese“ gerichtet.

Die 1964 in Wurzen geborene, heute in Radebeul lebende Cornelia Konnheiser hat sich auf dem „Umweg“ über ein Chemiestudium an der TU Dresden und nach einer entsprechenden beruflichen Tätigkeit seit 2000 wieder ihrer „alten“ Liebe, dem künstlerischen Tun, zugewandt, wobei sie auch verschiedene Studienangebote, etwa ein Abendstudium (2012 bis 2015), absolvierte. Ihre in der Ausstellung gezeigten großen, ein Panorama einfangenden Sommerlandschaften überzeugen in ihrer beruhigt-unspektakulären, Wesentliches erfassenden Art.

Franziska Kunath, 1964 in Dresden geboren, Initiatorin der seit einigen Jahren auf ihrem Künstlerhof in Röhrsdorf stattfindenden Pleinairs, studierte zwischen 1992 und 1997 ebenfalls an der HfBK, unter anderem bei den Professoren Kerbach und Uhlig. Bei letzterem, der nicht zuletzt großen Wert auf das Naturstudium seiner Studenten legte, war sie Meisterschülerin (bis 1999). Die Kunst Franziska Kunaths – meist Malerei mit farbiger Tusche auf Papier oder Ölmalerei – zeichnet sich durch die Verbindung von wahrgenommener äußerer Natur und inneren Bildern aus, woraus ein ganz besonderer poetischer Zauber erwächst.

Die 1968 in Berlin geborene Anke Kutzschbauch absolvierte zunächst in Schneeberg ein Textildesignstudium (1991 bis 1994), woran sich bis 1999 ein Studium der Künste an der HfBK anschloss. Die heute in Löthain bei Meißen lebende Künstlerin, die in ihren freien Arbeiten oft auch die in Schneeberg erworbenen textilen Gestaltungstechniken einbringt, widmet sich ebenso dem Zeichnerischen mit unterschiedlichen Mitteln, wobei auch bei ihr – ähnlich Susan Wittwer – der unspektakuläre Naturausschnitt, etwa ein „Toter Baum“, im Fokus steht.

Maria Mednikova, geboren 1977 in Leningrad (heute St. Petersburg), studierte von 1997 bis 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) bei den Professoren Uhlig und Kerbach und war bis 2007 Meisterschülerin am traditionsreichen Haus. Ihren oft der Landschaft und Naturerscheinungen gewidmeten Arbeiten ist ein expressiver Grundgestus eigen, der sich auch in dem in der Ausstellung gezeigten lockeren, farbig leuchtenden Garten und in ihren Blumenaquarellen zeigt.

Die in Löbau geborene und heute in Bautzen lebende Künstlerin Barbara Wiesner, Jahrgang 1974, studierte von 1992 bis 1998 Bildhauerei an der HfBK bei Hellmut Heinze. Dem schloss sich ein postgraduales Kunsttherapiestudium an. Nicht zuletzt in ihrer Ausbildung mag der Hang zur stark expressiven, abstrahierten, an die Assoziationskraft des Betrachters appellierenden, den Gegenstand allerdings nie vollkommen aufgebenden Bildsprache begründet sein, die sich in der Ausstellung in gedeckter (Öl-)Farbigkeit oder Schwarz-Weiß- Zeichnung offenbart.

Susan Wittwer, Jahrgang 1973, aus Radebeul stammend, studierte ebenfalls an der HfBK (1993 bis 2000), unter anderem bei Ralf Kerbach, wobei für die Ausprägung ihrer zeichnerischen Qualitäten die Meisterschülerzeit bei Elke Hopfe, einer Kettner-Schülerin, entscheidend gewesen sein dürfte. In ihren von der Naturansicht inspirierten, mit großzügiger Linienführung gestalteten Tuschezeichnungen zeigt sich eine auf das Wesentliche konzentrierte, realistische Sicht auf Natur und Landschaft, die auch den Blick für Unspektakuläres einschließt.

Bettina Zimmermann, aus einer Leipziger Künstlerfamilie stammend, unter anderem Absolventin der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst, zeigt sich in vielen Bereichen der Kunst zuhause, wobei sich die mittlerweile auf Schloss Batzdorf Lebende heute besonders der Malerei und Grafik verpflichtet fühlt. Farbige Tuscheblätter zeigen unter anderem mehr oder weniger expressiv angelegte, von intensiver Farbigkeit geprägte Naturstudien.

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