Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/luft/Allgemeine-Luftbelastung.php 07.10.2015 08:15:59 Uhr 24.10.2017 11:30:34 Uhr

Allgemeine Luftbelastung

Seit 1990 ist die Belastung durch Luftschadstoffe stark gesunken. In Bezug auf die aktuellen Grenzwerte bereiten noch zwei Stoffe Probleme:

  • Feinstaub (PM10 – Staubteilchen mit einem Durchmesser von maximal 10 µm)
  • Stickstoffdioxid (NO2)

Schwefeldioxid

Stand 2014: Bis 1993 war Schwefeldioxid ein echter Problemstoff, der für Smogereignisse in Dresden verantwortlich war. Inzwischen werden sehr niedrige Werte gemessen. Grenzwerte werden weit unterschritten.

Benzol

Stand 2014: Bei Benzol haben sich niedrige Werte eingestellt. Der Grenzwert von 5 µg/m³, der ab 2010 gilt, wird deutlich unterschritten. Eine weitere Absenkung ist trotzdem wichtig, da Benzol ein krebsauslösender Stoff ist. Für diesen kann keine Konzentrationsschwelle angegeben werden, ab der keine Gesundheitsgefahren mehr zu befürchtet sind.

Feinstaub (PM10)

Stand 2014: Bei PM10 gibt es keine Probleme mit der Einhaltung des Jahresmittelwertes (Grenzwert = 40 µg/m³), sondern mit der Einhaltung des Grenzwertes für die Tagesmittelwerte (der Tagesmittelwert von 50 μg/m³ darf nur 35 mal im Jahr überschritten werden). Ab einem Jahresmittelwert von 30 μg/m³ sind mehr als 35 Überschreitungen des Tagesmittelwertes zu erwarten.

Dieselfahrzeuge beeinträchtigen durch ihren Rußausstoß die lufthygienische Situation. Sie verursachen einen wesentlichen Anteil an den Staubimmissionen mit einem Partikeldurchmesser kleiner 10 μm (PM10). Die Situation bei Feinstaub wird außerdem zu etwa 50 Prozent von Ferneinträgen bestimmt, die stark mit der Wetterlage zusammenhängen. Feuchtes Wetter mit westlichen Winden führt in der Regel zu niedrigen Belastungen. Sehr trockenes Wetter, Inversionswetterlagen und stabile Hochdruckwetterlagen mit südöstlichen Anströmungen können zu hohen Belastungen führen.

 Anzahl der Tage

mit Tagesmittelwerten > 50 µg/m³

Messstation Dresden

Bergstraße 

Messstation Dresden

Nord

Messstation Dresden

Winckelmannstraße

 2005  42  52  -
 2006  49  67  -
 2007  27  17  -
 2008  21  35  -
 2009  42  40  21
 2010  40  37  18
 2011  46  42  29
 2012  22  21  13
 2013  34  27  14
 2014  36  27  14

An der Winkelmannstraße wurde erst seit 2009 gemessen.

Stickstoffdioxid

Stand 2014: Stickstoffdioxid NO2 ist einer der problematischen Stoffe in der Stadt. Der Grenzwert für das Jahresmittel beträgt 40 µg/m³. Er ist seit 2010 verbindlich. Am Bahnhof Neustadt wird dieser Werte seit 2007 unterschritten. An der Messstelle Bergstraße liegen die Immissionen dagegen immer noch über diesem Grenzwert, der 2014 sogar erstmals wieder angestiegen ist.

Zwei Dinge bereiten der Luftreinhaltung Probleme:

  1. Der Dieselanteil der in der Stadt privat zugelassenen Fahrzeuge steigt weiter an. Da Dieselfahrzeuge mehr Stickoxide ausstoßen dürfen als Benzinfahrzeuge, ist das für die Luftreinhaltung nicht günstig.
  2. Vor allem Dieselfahrzeuge stoßen im realen Verkehr wesentlich mehr Schadstoffe aus, als sie gemäß ihrer jeweiligen Euronorm dürfen. Das Problem besteht bei modernen Euro-6-Fahrzeugen zum Teil auch weiter.

Beide Probleme zusammen sorgen dafür, dass die Fortschritte bei den NO2-Konzentrationen gering ausfallen oder gar nicht vorhanden sind. Die aktuellen Diskussionen um VW-Dieselfahrzeuge unterstreichen das Problem.

NO2-Jahresmittelwert

in µg/m³  

Messstation Dresden

Bergstraße 

Messstation Dresden

Nord  

Messstation Dresden

Winckelmannstraße 

 2010  50  39  23
 2011  50  39  24
 2012  48  36  20
 2013  47  34  20
 2014  53  32  19

Ozon

Stand 2014: Die Ozonbelastung ist im Stadtzentrum relativ niedrig und nimmt nach außen hin zu. Das ist aber nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die Schadstoffbelastung im Stadtzentrum höher ist als im Umland. Hier stehen für die Rückbildung von Ozon "genügend" Schadstoffe bereit, was in den Außenbereichen nicht mehr so der Fall ist. Quelle für die Vorläufersubstanzen ist auch hier in großem Maße der Straßenverkehr. Dort, wo die meisten Vorläufersubstanzen produziert werden, treten die geringsten O3-Konzentrationen auf. Die relativ niedrigen Werte innerhalb der Stadt sind also kein Verdienst der Luftreinhalteplanung. Insgesamt steigen die O3-Konzentrationen weiter langsam an.

Entwicklung in der Übersicht

Drucken

Partner