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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/04/pm_033.php 11.04.2018 11:48:30 Uhr 24.04.2018 12:23:44 Uhr
11.04.2018

Bauarbeiten an der Augustusbrücke bis zum 28. April

Die Abdichtungsarbeiten an der Augustusbrücke haben begonnen und werden sich im Zusammenspiel mit den Sandsteinarbeiten über mehrere Wochen hinziehen. Um die Abdichtung aufbringen zu können, werden die Beton- und Sandsteinoberflächen gestrahlt. Darauf kommt eine Grundierung aus Epoxidharz. Das ist die rötliche Beschichtung, die in den vergangenen Tagen schon auf einzelnen Flächen zu sehen war. Danach wird die eigentliche Dichtungsschicht aus einer Bitumenschweißbahn vollflächig verklebt.

Schloßplatz/Theaterplatz/Rampe Neustädter Markt

In den Anschlussbereichen der Augustusbrücke gibt es in den kommenden Wochen nur kleinere Arbeiten, da erst die anschließenden Brückenteile bearbeitet werden müssen. Im Bereich des Schlossplatzes werden bereits erste Leitungen verlegt. Dabei kann es vereinzelt zu Einschränkungen für Passanten und den Verkehr kommen.

Terrassenufer

Am Bogen 1 stellen Bauleute die Oberflächenstruktur der Schalung in Form einer so genannten Matritze her. Die aufwendige Schalungsgestaltung ist nötig, damit die Untersicht des neuen Brückenbogens später dem historischen Vorbild entspricht. Insgesamt sind rund 650 Quadratmeter Schalungsfläche herzustellen. Für das Betonieren des Brückenbogens über dem Terrassenufer sind zwei Arbeitsschritte nötig. Zuerst wird das Bogensegment im Scheitel hergestellt. Die Schalungsarbeiten dafür sind fertig, sodass die Bewehrungsarbeiten hier in den kommenden Tagen beginnen können. Dieses erste Bogensegment muss mit zeitlichem Vorlauf hergestellt werden, um die im zweiten Schritt herzustellenden Betongelenke nicht durch Spannungen zu schädigen, die beim Schwinden des Betons entstehen. Für die Betonage des ersten Bogensegmentes am Wochenende vom 5. bis 6. Mai wird das Terrassenufer gesperrt. Insgesamt werden in diesem Bogen gut 720 Tonnen eingefärbter Beton und knapp 180 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Für den Beton wurde in mehreren Versuchsreihen an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Dresden eine spezielle, mit dem Denkmalschutz abgestimmte, Rezeptur entwickelt.

Verkehrsführung

Bis zum 5./6. Mai sind auf dem Terrassenufer keine weiteren Sperrungen vorgesehen. Die Einschränkungen am Neustädter Markt bleiben. Die Straße ist die einzige Zufahrtsmöglichkeit auf die Brücke. Während der Arbeiten am Bogen über den Elberadweg muss dieser wieder gesperrt und der Verkehr über das angelegte Provisorium durch den Nachbarbogen umgeleitet werden. Dieser Zustand dauert noch einige Wochen und ist zum Schutz der Passanten vor herabfallenden Gegenständen unvermeidlich.

Zeitplan und Finanzen

Nach der Betonage der Kämpfergelenkbereiche Anfang Juni 2018 kann der Bogen 1 voraussichtlich Mitte Juli ausgeschalt werden. Danach müssen der Bogen sowie die übrige Brücke abgedichtet, die lose Auffüllung eingebracht, die Bordwand aufgesetzt, Medien- und Entwässerungsleitungen verlegt und angeschlossen, die Granitborde und Krustenplatten im Gehweg versetzt und die Sandsteinbrüstungen wieder aufgemauert werden. Ab Jahresende 2018 können Fußgänger und Radfahrer diesen fertiggestellten Teil der Brücke nutzen. Unmittelbar nach dieser Verkehrsumlegung können die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt unterstromseitig beginnen. Nach heutigem Erkenntnisstand rechnet das Straßen- und Tiefbauamt mit einer Verkehrsfreigabe Ende 2019 und der Gesamtfertigstellung, zu der auch sämtliche Arbeiten an den Brückenunterseiten zählen, im zweiten Quartal 2020. Das ursprünglich geplante Bauende im April 2019 ist damit nicht mehr zu halten. Das ist zum einen auf den verspäteten Baubeginn und die daraus resultierenden Mehraufwendungen zum Schutz der Mehlschwalben und Fledermäuse zurückzuführen. Zum anderen gab teilweise gravierende Abweichungen zwischen dem vorgefundenen Bauwerksbestand und den Bestandsunterlagen. Insbesondere die Sandsteinarbeiten erfordern Mehrleistungen. Trotz der eingetretenen Bauzeitverlängerung von rund einem Jahr kann der ursprüngliche Kostenrahmen für die Landeshauptstadt Dresden in Höhe von 22,8 Millionen Euro voraussichtlich eingehalten werden.

Romanischer Pfeiler am Schlossplatz

Hinter dem Widerlager des ersten Brückenbogens ist derzeit ein Pfeiler der mittelalterlichen Brücke zu sehen. Diese erstreckte sich vom Georgentor bis zum Blockhaus und war mit einst 561 Meter die längste Brücke im Reichsgebiet und eines der größten Verkehrsbauwerke Europas. Die erste urkundliche Erwähnung der steinernen Dresdner Brücke stammt aus dem Jahr 1287. Ihre Ursprünge sollen aber bis ins 11. Jahrhundert zurück reichen. Beim Abbruch der alten Brücke 1907 blieben die bis dahin durch Umbauarbeiten verschütteten Teile sowohl auf der Neustädter Seite als auch auf der Altstädter Elbeseite erhalten. Die Grundmauern des hier sichtbaren Pfeilers wurden also bereits im Mittelalter versetzt. Die Fassadenflächen wurden zuletzt beim barocken Umbau 1731 durch Pöppelmann überarbeitet. Die beiden anschließenden Ufermauern sind dann 1738 mit dem Bau der Hofkirche und der Anlage des Schlossplatzes entstanden.

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