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10.02.2016

Dresden am 13. Februar

Landeshauptstadt Dresden setzt auf dezentrales Gedenken 

Am 13. Februar 2016 jährt sich die Zerstörung Dresdens zum 71. Mal. Für die Dresdnerinnen und Dresdner war und ist dies ein Datum des Erinnerns und Gedenkens. Zum ersten Mal verzichtet die Landeshauptstadt Dresden bewusst auf eine zentrale Gedenkveranstaltung. Stattdessen setzt sie darauf, dem Gedenken der Bürgerinnen und Bürger an dezentralen Orten Zeit und Raum zu geben. Oberbürgermeister Dirk Hilbert will damit die Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit des Erinnerns in den Vordergrund rücken: „Weniger Protokoll, dafür mehr Inhalt und Kreativität. Die Dresdner brauchen die Stadtverwaltung nicht dafür, um vielfältiges Gedenken in dieser Stadt zu organisieren.“

Der Heidefriedhof, der in den zurückliegenden Jahren der Landeshauptstadt Dresden als zentraler Ort diente, den Opfern des Krieges und der Dresdner Bombenangriffe zu gedenken, bleibt auch weiterhin ein wichtiger Gedenkort. „Ohne Zweifel. Wir brauchen dort aber keine Rituale mehr, in denen die „Obrigkeit“ den Dresdnern das Gedenken erklärt“, so Dirk Hilbert. „Wenn man zeigen will, wie vielschichtig das historische Ereignis ist, muss man auch andere, teils vergessene oder unbequeme Gedenkorte einbeziehen. Wir sind deshalb an Initiativen und Vereine herangetreten und haben sie gebeten, an solchen Orten dezentrale Gedenkveranstaltungen zu organisieren.“ Die Dresdnerinnen und Dresdner sind eingeladen, ab 10 Uhr eine der folgenden fünf dezentralen Gedenkorte zu besuchen: St.-Pauli-Friedhof (Kindergrabanlage), Heidefriedhof, Güterbahnhof Neustadt − Leipziger Bahnhof, Äußerer Matthäusfriedhof und Urnenhain Tolkewitz. Die Orte stehen für unterschiedliche Geschichten, die das Ereignis oder seinen Kontext widerspiegeln. An jedem Ort findet eine Gedenkveranstaltung statt, die von einem Vertreter der Landeshauptstadt Dresden besucht wird. 9.30 Uhr stehen am Neuen Rathaus, Schulgasse, Busse bereit, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Gedenkorten fahren. Gegen 11 Uhr fahren die Busse von dort aus zurück zum Neuen Rathaus. Die Nutzung der Busse ist kostenfrei. Das Konzept des dezentralen Gedenkens will die Landeshauptstadt Dresden in den kommenden Jahren fortsetzen.

Auch in diesem Jahr ruft die Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit der AG 13. Februar zur Menschenkette auf. Sie trägt das Motto: „Erinnern und Handeln − Hand in Hand“. „Die Menschenkette ist ein Symbol für Menschlichkeit und für Respekt vor dem anderen. Sie ist auch ein Zeichen dafür, dass wir eine offene Gesellschaft sind, die sich einander die Hände reicht. Und diese Hände reichen sich, ganz unabhängig davon, wo der Einzelne herkommt, welche Hautfarbe er hat oder welcher Religion er angehört", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Die Menschenkette startet 17.15 Uhr mit einem musikalischen Auftakt und einer Rede des Oberbürgermeisters Dirk Hilbert am Hietzig-Brunnen des Rathauses. Anschließend werden sich die Bürgerinnen und Bürger in die Menschenkette einreihen und so beide Seiten der Elbe gegen 18 Uhr unter dem Geläut der Dresdner Innenstadtkirchen miteinander verbinden. Noch bis zum 16. Februar 2016 werben 268 City-Light-Plakate für die Teilnahme an der Menschenkette. 

Sonnabend, 13. Februar 2016 

10 Uhr: Dezentrale Gedenkveranstaltungen 

  • 9.30 Uhr: Abfahrt von Bussen ab Neues Rathaus, Schulgasse, zu Gedenkveranstaltungen an folgenden Orten: 
  • St.-Pauli-Friedhof (Kindergrabanlage), Heidefriedhof, Güterbahnhof Neustadt - Leipziger Bahnhof, Äußerer Matthäusfriedhof und Urnenhain Tolkewitz.
  • gegen 11 Uhr: Rückfahrt zum Neuen Rathaus 

St.-Pauli-Friedhof, Kindergrabanlage (Veranstalter: Jugend Arbeit Bildung e. V.)

Oberbürgermeister Dirk Hilbert nimmt an der Gedenkveranstaltung auf dem St.-Pauli-Friedhof teil und besucht die Kindergrabanlage zum Gedenken an Kinder von NS-Zwangsarbeiterinnen.

Heidefriedhof (Veranstalter: Denk Mal Fort e. V.)

Gemeinsamer Gang zu den Gräbern der Luftkriegstoten. Superintendent Albrecht Nollau spricht am Aschegrab ein geistliches Wort.

Güterbahnhof Neustadt − Leipziger Bahnhof (Veranstalter: Hatikva)

Bürgermeister Dr. Peter Lames nimmt an der Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen Leipziger Bahnhof mit der Vorsitzenden des Jüdischen Gemeinde zu Dresden, Dr. Nora Goldenbogen, teil.

Äußerer Matthäusfriedhof (Veranstalter: Umweltzentrum) 

Gedenkort für die Toten von Luftangriffen vor und nach dem 13. Februar 1945 und Gräber sowjetischer Kriegsgefangener

Urnenhain Tolkewitz (Veranstalter: Stiftung Gedenkstätte Pirna Sonnenstein)

Bürgermeisterin Eva Jähnigen nimmt an der Gedenkveranstaltung für Opfer der "Euthanasie"-Verbrechen an der Gedenkanlage auf dem Urnenhain Tolkewitz teil. 

13 bis etwa 16 Uhr

Bürgerbegegnung 13. Februar 2016 „Gemeinsam Erinnern für Frieden, Demokratie und Menschenrechte“ im Haus an der Kreuzkirche 

Die AG 13. Februar lädt zu einer Bürgerbegegnung ein, die Erinnern und Gespräch verbindet. Eingeladen sind alle Menschen in Dresden – über Generationen, Kulturen, Religionen und biografische Erfahrungen hinweg. Gemeinsam soll an die Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Unterdrückung erinnert werden. Gemeinsam soll diskutiert werden, was diese Erfahrungen für unsere Gegenwart bedeuten. Zum Auftakt führt Professor Matt Qvortrup aus Dresdens Partnerstadt Coventry in das Thema ein. Anschließend sprechen Menschen unterschiedlicher Generationen darüber, wie ihr persönliches Erinnern ihre Sicht auf Gegenwart und Zukunft prägt. Unter ihnen ist eine Zeitzeugin des 13. Februar 1945, Oberbürgermeister Dirk Hilbert, ein in Dresden lebender Geflüchteter, ein Künstler aus dem griechischen Thessaloniki sowie eine Dresdner Schülerin. 

Dresdner Initiativen und Institutionen informieren in einer Foyerausstellung darüber, wie sie sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und sich für Frieden, Demokratie und Menschenrechte engagieren. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, 16 Uhr das Gedenkkonzert der Dresdner Philharmonie in der Kreuzkirche zu besuchen. Eine anschließende Teilnahme an der Menschenkette ist möglich.

16 Uhr

Konzert der Dresdner Philharmonie „Dresdner Gedenktag“ in der Dresdner Kreuzkirche 

Es erklingen Werke von Samuel Barber, Benjamin Britten, Herbert Howells und Pçteris Vasks. Es musizieren die Dresdner Philharmonie, der Philharmonische Chor (Einstudierung: Prof. Gunter Berger), Sophia Jaffé (Violine) und Holger Gering (Orgel) unter Leitung von Michael Sanderling. 

Eine anschließende Teilnahme an der Menschenkette ist möglich. 

17.15 Uhr

Menschenkette „Erinnern und Handeln − Hand in Hand“ 

Die Dresdnerinnen und Dresdner sowie die Gäste der Stadt sind aufgerufen, an der Menschenkette teilzunehmen, die ein weit sichtbares Zeichen des Miteinanders setzt. Prof. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität Dresden: „Die Symbolik der Menschenkette, das heißt die Verschränkung von Erinnern und Handeln für eine weltoffene, eine tolerante Stadt, erhält in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung. Es ist mir als Rektor der TU Dresden und als Bürger dieser Stadt enorm wichtig, dass wir durch diese gemeinsame Stellungnahme unser Miteinander wiederfinden und gleichzeitig der Welt zeigen, dass aus Dresden auch Zuversicht und Mut kommen.“ Die Menschenkette startet 17.15 Uhr mit einem musikalischen Auftakt und einer Rede des Oberbürgermeisters Dirk Hilbert am Hietzig-Brunnen des Rathauses. Anschließend werden sich die Bürgerinnen und Bürger in die Menschenkette einreihen und so beide Seiten der Elbe gegen 18 Uhr unter dem Geläut der Dresdner Innenstadtkirchen miteinander verbinden. Vom 2. Februar bis 16. Februar 2016 werben 268 City-Light-Plakate für die Teilnahme an der Menschenkette.

15 bis 22 Uhr

Stilles Gedenken auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche 

Seit Jahren veranstaltet die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. am 13. Februar ein »Stilles Gedenken«. Es bietet die Möglichkeit, Kerzen abzustellen und ins Gespräch zu kommen. Jeder ist eingeladen, an diesem Tag des Mahnens und Erinnerns zur Frauenkirche zu kommen, deren Wiederaufbau heute für die Versöhnung zwischen früheren Kriegsgegnern steht. 

18.15 Uhr

Gedenkveranstaltung der Frauenkirche Dresden „Dresden − wahrhaftig erinnern − versöhnt leben“ und „Dresdner Gedenkweg − unterwegs zur Versöhnung − 13. Februar 1945!“ ab Innenhof Synagoge 

Verlauf: Hasenberg, Akademiestraße, Tzschirnerplatz, Salzgasse, Georg-Treu-Platz, An der Frauenkirche, Neumarkt, Jüdenhof, Sporergasse, Taschenberg, Kleiner Brüdergasse, Wilsdruffer Straße, Seestraße, Altmarkt, Kreuzstraße, Rathausplatz, An der Kreuzkirche, Altmarkt, Galeriestraße, Frauenstraße, Neumarkt Frauenkirche.
Gegen 19.15 Uhr begrüßt Oberbürgermeister Dirk Hilbert den Gedenkzug vor dem Rathaus an der Trümmerfrau 

Veranstalter: Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. 

22 Uhr

Nacht der Stille in der Dresdner Frauenkirche

Mit der „Nacht der Stille“ hat sich eine eigene Form des Gedenkens in der Frauenkirche etabliert: Am Ende des Tages lassen vor dem Chorraum viele Dresdner und Gäste der Stadt ein Kerzenmeer entstehen. Die Evangelische Jugend Dresden betreut die Nacht der Stille und gestaltet sie mit kurzen literarischen Impulsen zum Tag. Der Chor der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert begleitet die Nacht musikalisch. Erstmals in diesem Jahr wird der Weg in die Frauenkirche als ein Erfahrungsweg gestaltet sein. Besucher steigen zunächst in die Unterkirche hinab, ehe sie in den Hauptraum gelangen.

Menschen halten sich in drei Reihen untereinander an den Händen
Fotoproduktion: Robert Michael

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