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15.12.2003

Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) wird zum Träger des Festspielhaus-Geländes in Hellerau

Wie das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) mitteilt, hat der Dresdner Stadtrat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2003 beschlossen, die städtische Einrichtung DZzM mit Wirkung zum 1. Januar 2004 zu einem Institut der zeitgenössischen Künste am Festspielhaus Hellerau zu entwickeln und in "Europäisches Zentrum der Künste Hellerau" umzubenennen.

Das 1986 vom Komponisten und Dirigenten Prof. Udo Zimmermann gegründete und seither geleitete Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) ist eine der international bedeu-tendsten Einrichtungen für Neue Musik. Zum 1. Juli 2002 wurde der Umzug des DZzM auf das Festspielgelände Hellerau vollzogen, der nicht nur eine räumliche, sondern auch konzeptionelle Neuorientierung des DZzM brachte.

Auf dem Festspielgelände Hellerau, das seit 1998 von einer GmbH bewirtschaftet wird, die ins-besondere Aufgaben bei der baulichen Sanierung wahrnimmt, hat seit der Initiative der "Europäischen Werkstatt für Kunst und Kultur Hellerau e. V." im Jahre 1992 eine Vielzahl von Vereinen, Künstlergruppen etc. gearbeitet. In der Folge erlebte das Festspielhaus, das ursprünglich als eine "Bildungsanstalt für Musik und Rhythmik" von Tessenow erbaut worden war, eine Vielzahl von Produktionen im Bereich der neuen Medien, des Theaters, des Tanzes und der Musik.
Dennoch haben strukturelle Probleme, divergierende inhaltliche Konzepte und eine vergleichsweise geringe finanzielle Ausstattung der Vereine und Initiativen eine kontinuierliche und das Potential ausschöpfende Veranstaltungstätigkeit nicht zugelassen. Die Ausstrahlung von Hellerau zwischen 1912 und 1915 hatte die gesamte intellektuelle Welt des Vorkriegs-Europas erfasst; neben den vor Ort tätigen Adolphe Appia und Emile Jaques-Dalcroze sind Besuche u. a. von Shaw, Diaghilew, Max Reinhardt, van de Velde, Kokoschka, Hauptmann, Werfel, Busoni oder Milhaud verbürgt.

Mit der Umwandlung des DZzM in das Europäisches Zentrum der Künste Hellerau sind u. a. folgende Zielstellungen verbunden: Etablierung eines Instituts für die Produktion und Präsentation im Bereich der zeitgenössischen Künste; Bündelung der personellen, finanziellen und anderen Ressourcen zur Betreibung des Festspielhauses Hellerau; Schaffung von professionellen Rahmenbedingungen für künstlerische und strukturelle Kooperationen.
Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau widmet sich zukünftig allen Sparten der Kunst, insbesondere aber der Musik, dem Tanz, dem Theater sowie den neuen Medien.

Anknüpfend an die großen Hellerauer Traditionen öffnet es sich den aktuellen Tendenzen in genre-übergreifender Weise. Die räumliche Nähe zu den neuen EU-Staaten im Osten und Südosten Deutschlands deutet dabei eine hervorgehobene Rolle von Hellerau als einer Drehscheibe zwischen Ost und West an.

Die Aufgaben des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau bestehen dabei in der Realisierung eigener Projekte wie zum Beispiel Festspiele der Künste, die Einbindung von Produktionen anderer Veranstalter und der Bereitstellung einer professionellen künstlerischen "Laborsituation". Die Umwandlung des DZzM erfolgt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

In einer ersten Stellungnahme reagierte der Direktor des DZzM, Prof. Udo Zimmermann, mit Genugtuung auf die Entscheidung. Der langwierige Prozess, das "Potential des künstlerischen und geistigen Ortes Hellerau" auf professioneller Ebene zu institutionalisieren, habe eine erste Station erreicht, die "eine neue Qualität, ein eindeutiges Dresdner Bekenntnis zur Moderne, wie es Hellerau für die Stadt und darüber hinaus verkörpert", signalisiere.

Bereits in den Dresdner Tagen der zeitgenössischen Musik, die am 11. Oktober mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen waren, habe das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik "einmal mehr für Hellerau den Beweis erbracht, dass in diesem Kontext international relevante Kunst möglich ist, dass dieser Ort zu den weltweit beachteten Kunstzentren gehören könnte."

Zugleich zeigte sich Zimmermann "in höchstem Maße zufrieden" mit der bisherigen Arbeit des DZzM: "wenn es ein Team gibt, das engagiert und professionell auf dem nicht einfachen Gebiet der Neuen Musik arbeitet, wenn das Team so eindrückliche Erfolge für die Landeshauptstadt Dresden erarbeitet, dass man uns die konzeptionelle und organisatorische Leitung dieses gewaltigen Unterfangens anvertraut: dann ist das ein Erfolg nicht nur unmittelbar für uns, dann ist das eine Anerkennung für das Gewicht der zeitgenössischen Musik, hier konkret in Hellerau und im Kanon der Künste überhaupt. Und es ist natürlich der Ansporn und zugleich die Erwartung, dieses Können und diese Kompetenz in die Entwicklung Helleraus einzubringen."

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