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18.08.2004

Die Dresdner Heide und ihre Kulturdenkmale - Ausstellung dokumentiert wechselvolle Geschichte

1831 ging die Dresdner Heide in den Besitz des sächsischen Staates über. Heinrich Cotta hat 1831, unter Berücksichtigung des im 16. Jahrhundert angelegten Sternflügelsystems, das noch heute gültige Schneisensystem eingeführt. Territoriale Einbußen erfuhr das Heidegebiet wenig später durch die Errichtung der Albertstadt, durch militärische Anlagen, weiterhin durch Eisenbahn- und Autobahnbau.

„Kulturdenkmale in der Dresdner Heide” ist eine Ausstellung benannt, die noch bis 28. Oktober im Sächsischen Forstamt in Klotzsche, Nesselgrundweg zu sehen ist. Die Ausstellung des Denkmalschutzamtes der Stadt Dresden, in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Denkmalpflegern entstanden, wendet sich insbesondere an Heidewanderer. Öffnungszeiten: Donnerstag 15 bis 18 Uhr und Montag bis Freitag nach telefonischer Absprache, Ruf-nummer 03 51/25 30 80. Der Eintritt ist frei.

Die Dresdner Heide hat eine Ausdehnung von rund 50 Quadratkilometern und ist das nächstgelegene und größte Naherholungsgebiet der Stadt Dresden. 1969 wurde das Waldgebiet zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. In diesem Schutzgebiet sind viele Kulturdenkmale aus vergangenen Jahrhunderten erhalten. 13 Tafeln stellen das Jagd- und Forstwesen, historische Wege und Wegezeichen, Brücken, Ur- und Frühgeschichte, Schanzen der Neuzeit, Mühlen und Gedenksteine in Wort und Bild vor.

Mehrere Jahrhunderte diente das Waldgebiet der kurfürstlichen Jagd. Die im 16. Jahrhundert errichteten und bis heute erkennbaren Saugärten, das Wegesystem und Steinbrücken erinnern daran. Die Jagdleidenschaft der wettinischen Fürsten und der Wildreichtum der Heide sind in Berichten überliefert. Ein Förster über „die Heyde zan Dresden” wurde schon 1447 angestellt und wenig später die Försterei und ein Forstamt erwähnt.

Einige alte Steinbrücken gehören bereits in die Zeit des Kurfürsten von Sachsen (1526-1586). Die bedeutendste Brücke über die Prießnitz, die 1578 errichtete große Hengstbrücke an der Heidemühle, wurde 1778 erneuert. Den unter König Friedrich August dem Gerechten (um 1805) angelegten Wegen und Brückenbauten folgten jene aus der Zeit um 1840. Erneuerungen mussten 1926 nach zerstörerischer Hochwasserflut vorgenommen werden.

Der Nutzung des Heidewaldes in den letzten Jahrhunderten geht die Besiedlung des Ge-bietes in ur- und frühgeschichtlicher Zeit voraus (ab ca. 2000 v. Chr.), nachweisbar durch eine große Anzahl von Siedlungsstellen und Grabhügeln.

Die Schanzen der Neuzeit, errichtet während des 30-jährigen Krieges, des SiebenjährigenKrieges sowie in napoleonischer Zeit zählen als erkennbare Erdwerke zum Denkmalbe-stand. Gedenksteine als Zeugen unserer Geschichte erinnern an Persönlichkeiten und Ereignisse sowie an die Opfer des 1. Weltkrieges.

Die Darstellung der wechselvollen Geschichte des Heidegebietes und ihrer Jagd- und Forstnutzung wird ergänzt mit einer Dokumentation der mit Schankgerechtigkeit ausgestatteten Mühlen, Hofewiesen und Forsthäuser. Die Ausstellung möchte Verständnis für die kulturhistorischen Werte und Verantwortung für die Bewahrung des Denkmalbestandes wecken.

Historische Heidekarten, zurückgehend auf die Vermessung durch Humelius 1560 und Oe-der 1598, sind bewahrt worden. Viele der dort eingetragenen Wege mit ihren Namen und Wegezeichen – letztere wurden bis 1890 erneuert – sind bis heute erhalten. Mittelalterliche Fernwege sowie über Jahrhunderte genutzte Bauernwege, die aus den Heideranddörfern zu Dresdener Märkten führten, sind als Hohlwege und Fahrrinnen sichtbar.

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