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https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/stadtarchiv/neuigkeiten.php 07.09.2018 12:50:17 Uhr 19.09.2018 13:47:50 Uhr

Neuigkeiten

7. September 2018: Dresden im Fokus - Fotografische Baudokumentationen und Luftbildaufnahmen von Jörg Schöner

Übergabe des Bestandes Jörg Schöner
Symbolische Bildübergabe: Professor Jörg Schöner; Annekatrin Klepsch; Thomas Kübler v.l.n.r.
© Foto: Elvira Wobst

Im Beisein der Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch, erhielt das Stadtarchiv Dresden am 7. September 2018 den wertvollen Archivbestand, von Professor Jörg Schöner.

Der fotografische Vorlass von Professor Jörg Schöner umfasst etwa 32.000 analoge und digitale Fotos der Jahre 1973 bis 2016. Die Bilder dokumentieren öffentliche Bauvorhaben des Freistaats Sachsen und der Stadt Dresden sowie Industrie- und Werbefotografie aus den Jahren vor 1989.

Jörg Schöner dokumentierte von 1992 bis 1995 den Wiederaufbau des Taschenbergpalais und von 1993 bis 2005 den Wiederaufbau der Frauenkirche. 1992 bis 1995 erfasste er einen Großteil der Liegenschaften des Freistaates. Im Rahmen der sächsischen Staatsbauvorhaben erstellte Professor Schöner baubegleitende Dokumentationen vom Sächsischen Landtag, von Hochschul- und Klinikbauten sowie dem Neubau und der Rekonstruktion aller sächsischen Ministerialgebäude. Zu seinem Portfolio gehören ebenfalls Fotos von den Sparkassengebäuden am Güntzplatz und Altmarkt, der Albertstadt mit der ehemaligen Heeresbäckerei, sowie von Kreuzkirche, Hofkirche und Synagoge. Zudem entwickelte Schöner ein digitales System zur Darstellung von Fassaden- und Gebäudeoberflächen in Originalgröße. Diese Methode unterstützt Restauratoren bei Aufmaßarbeiten und bildet die Grundlage der Zustandsdokumentation des rekonstruierten Historischen Grünen Gewölbes und dem Monitoring-Programm am Dresdner Zwinger. Die Dokumentation des Grünen Gewölbes war dekoratives Umfeld von Ausstellungen der SKD in Shanghai, Doha und Seoul. Vervollständigt wird der Bestand durch die Übergabe seines Luftbildarchivs der Jahre 1992 bis 2011, in dem besonders die Veränderungen der Dresdner Innenstadt dokumentiert wurden.

Jörg Schöner wurde am 6. August 1944 in Dresden geboren. Er absolvierte eine Fotografenausbildung und diplomierte extern 1983 mit einer Dokumentation der Altstadt von Görlitz an der HfGB Leipzig. Seit 1995 ist er Mitglied im Bund Freischaffender Fotodesigner und lehrte von 1996  bis 2013 am Lehrstuhl für Darstellungslehre der TU Dresden Fotografie für Architekten. Aktuell arbeitet Jörg Schöner an der Herausgabe eines Bildbandes über seine Reisen durch Georgien und den Kaukasus. Ein Thema, das ihn seit fünfzig Jahren beschäftigt. Die Gegenüberstellung der Görlitzer Altstadt damals und 2014/15 ist Inhalt für die Ausstellung „Görlitz-Auferstehung eines Denkmals“. Sie wurde bisher in Görlitz, Berlin, Wiesbaden, Dresden und Leipzig gezeigt.

Fremdes wird bekannt. Ein neues Schülerprojekt im Stadtarchiv

Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Dresdner Stadtgeschichte des 16. Jahrhunderts
Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Dresdner Stadtgeschichte des 16. Jahrhunderts
© Juliane Berhorst

Dresden war als Residenzstadt im 16. Jahrhundert ein Ort der Begegnung mit Fremden. "Innen" und "außen", "bekannt" und "fremd" lagen eng beisammen, und die Grenzen zwischen ihnen waren fließend. Als Fremde galten die, die an das Tor der Stadt gelangten, sei es die Bäuerin aus der Umgebung, der weit gereiste Kaufmann, Kriegsflüchtlinge, Hausierer, Handwerker auf Stellungssuche oder Bettler. Das Stadtarchiv Dresden hat ein archivpädagogisches Programm entwickelt, um die Facetten vom Fremdsein und Migration in Dresden mit den Schülerinnen und Schülern historisch zu erkunden. Im Rahmen des von der Homann-Stiftung geförderten Projekts "Fremde in Dresden. Zur Geschichte der Aus- und Einwanderung in Dresden“ veranstaltete das Stadtarchiv mit einer neunten Klasse des Gymnasiums Dreikönigsschule und das Stadtarchiv mehrere Projekttage von März bis Mai.

Ziel war es, die Herausforderungen und Chancen von Migration anhand historischer Dokumente, wie Stadtplänen, Urkunden und Bürgerakten zu entdecken, zu hinterfragen und zu diskutieren. Anhand der Themenbereiche Ernährung, Architektur und Krankheit erhielten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Dreikönigsschule Einblicke in die Lebenswelt des 16. Jahrhunderts, als noch das Stadttor die zu überwindende Grenze einer Stadt war. Zu den einzelnen Themenbereichen entstanden Schülertexte, die auf einer Internetseite veröffentlicht werden sollen.

Damit soll stadtgeschichtliches Wissen und zugleich die Herausforderungen und Chancen von Migration in der Vergangenheit aufgezeigt werden. Darüber hinaus bieten die Module die Möglichkeit, sowohl Recherchekompetenzen zu erlernen als auch eine kritische Betrachtungsweise von Dokumenten zu erlangen. Die archivpädagogischen Module werden vom Stadtarchiv weiterhin für folgende Zielgruppen: Allgemeinbildende Schulen, Allgemeinbildende Förderschulen, insbesondere Schulen mit hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund angeboten.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite: http://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/stadtarchiv/nutzung.php und eine Anmeldung für das Projekt „Fremde in Dresden“ ist unter der Telefonnummer 0351/4881515 möglich.

19. Juli 2018: Peter Bartels übergibt historische Festschrift zum 25. Deutscher Mietertag im Jahr 1930

„Übergabe der Festschrift“. Thomas Kübler, Marco Iwanzeck, Peter Bartels, v.l.n.r
„Übergabe der Festschrift“. Thomas Kübler, Marco Iwanzeck, Peter Bartels, v.l.n.r
© Stadtarchiv Dresden, Elvira Wobst

Peter Bartels, Vorstandsvorsitzender des Mietervereins Dresden und Umgebung e. V., übergab am 19. Juli 2018 dem Stadtarchiv Dresden eine Festschrift zum 25. Deutscher Mietertag im Jahr 1930 sowie weitere private baubezogene Unterlagen. Die Festschrift gibt einen wunderbaren Überblick über die bauliche Entwicklung in Dresden in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Der Mieterverein Dresden und Umgebung e. V. ist der älteste belegte Zusammenschluss von Mietern. Die Gründung geht auf das Jahr 1868 zurück, so dass am 5. Dezember 2018 das 150-jährige Jubiläum gefeiert werden kann.

14. Mai 2018: Der Verein Fotoaktiv 57 übergibt sein Foto-Lebenswerk an das Stadtarchiv Dresden

Übergabe der Fotobestände an das Stadtarchiv; v.l.n.r. Hainer Michael, Thomas Kübler, Herbert Boswank, Stefan Dehmel, Christian Schreiterer
Übergabe der Fotobestände an das Stadtarchiv; v.l.n.r. Hainer Michael, Thomas Kübler, Herbert Boswank, Stefan Dehmel, Christian Schreiterer
© Stadtarchiv Dresden, Annemarie Niering

Der Dresdner Fotoaktiv 57 e.V. übergab am 14. Mai 2018 seinen umfangreichen Bestand an Fotos, Digitalisaten und Vereinsunterlagen aus über 60 Jahren Vereinstätigkeit dem Stadtarchiv Dresden. Schon im Februar 2018 übernahm das Stadtarchiv das Foto-Lebenswerk des Dresdner Fotografen Günther Ackermann, dass 30 Jahre Zeitgeschichte abbildet. Im September 2018 wird Professor Jörg Schöner seinen Fotobestand dem Stadtarchiv überlassen. Mit der Übergabe der Bilder vom Dresdner Fotoaktiv 57 e.V. rückt die unmittelbare Zeitgeschichte in den Fokus der Überlieferung von nunmehr 500.000 Fotos zur Stadtgeschichte im Stadtarchiv Dresden.

Der Dresdner Fotoaktiv 57 e.V. ist seit 60 Jahren aktiv, fotoaktiv und einer der ältesten Fotovereine Dresdens und somit ein Teil der neueren Fotografiegeschichte der Stadt. Der Bestand umfasst mehrere Ausstellungen, die Zeitzeugnisse der geschichtlichen Entwicklung von Dresden sind. Die Bilder zeigen Vergangenes, Verändertes aber auch Neues. Weiterhin sind es Werke einer analogen und digitalen Zeit sowie des Experimentellen und der Perspektiven. Die Mitglieder des Dresdner Fotoaktiv 57 e.V. haben beschlossen, diese historisch wertvollen Werke dem Stadtarchiv Dresden zu übergeben, um sie für zukünftige Generationen zu erhalten und auch zugänglich zu machen.

Interessierte und Fotobegeisterte können schon jetzt Einblicke über den Fotobestand erhalten. Im Zwischenarchiv auf der Elisabeth-Boer-Straße 7 ist die aktuelle Ausstellung des Dresdner Fotoaktiv 57 e.V. bis zum 5. Oktober 2018 zu sehen.

23. Februar 2018: Stadtarchiv Dresden erhält Bildarchiv von Günther Ackermann

Der Diplom-Fotograf Günther Ackermann übergab am 23. Februar 2018 dem Stadtarchiv Dresden sein um-fangreiches Bildarchiv, das er als freischaffender Bildreporter der Dresdner Morgenpost in den Jahren von 1990 bis 2000 aufbaute. Die Bilder enthalten im wesentlichen Themen aus der Stadt und dem Umland. Das Spektrum reicht vom Baugeschehen über gesellschaftliche Ereignisse und städtischem Leben bis zum Tourismus in der Stadt.

Der Bildbestand umfasst circa 70.000 Negative und ist voll erschlossen und nutzbar. Die Übernahme des Bildarchivs durch das Stadtarchiv gleicht einem Glücksfall, da das gesamte Material wäh-rend der Elbeflut von 2002 im Keller des SZ-Hochhauses verwahrt wurde. Durch schnelle Schockfrostung und der Restaurierung der Fotos und Filme konnte der Bestand ohne größere Verluste gerettet werden. Mit der bildlichen Überlieferung Dresdens von 1990 bis 2000 liegt dem Stadtarchiv ein außerordentlicher zeitgeschichtlicher Bestand vor.

„Übergabe des Bildarchivs“. Marco Iwanzeck, Thomas Kübler, Günter Ackermann v.l.n.r
„Übergabe des Bildarchivs“, v.l.n.r Marco Iwanzeck, Thomas Kübler, Günter Ackermann
© Stadtarchiv Dresden, Foto: Johannes Wendt

5. Januar 2018: Stadtarchiv Dresden präsentiert Fotos von Matthias Neumann in der Messe Dresden

Ausstellung: Fotos Matthias Neumann in der Messe Dresden
Ausstellung: Fotos Matthias Neumann in der Messe Dresden
© Foto: Annemarie Niering

Zur Kunstmesse "NEUE ArT", die vom 5. bis 7. Januar in der Messe Dresden stattfand, präsentierte das Stadtarchiv Dresden eine Auswahl von Fotografie von Matthias Neumann. Besondere Aufmerksamkeit widmete Matthias Neumann dem Blauen Wunder und den anliegenden Stadtteilen Loschwitz und Blasewitz. Unter Lebensgefahr stieg er unerkannt auf die Spitze der Brücke, um zu fotografieren. Die Aufnahmen zeigen die Enge der Elblandschaft, aber auch den nagenden Verfall der Bausubstanz. Matthias Neumann verwendete eine 6×6 Mittelformatkamera bei seinen Dokumentationen. Die Fotos konservieren einen Zustand der Stadt und gleichzeitig waren sie sein Anprangern, Politisieren und Mahnen.

Der in Dresden geborene Matthias Neumann lebte mit seiner Frau Therese Neumann bis 1984 in Dresden. Nach der Ausreise in die BRD konnte sich der studierte Werkzeugmaschinenkonstrukteur als Kameraassistent beim ZDF in Mainz einen Namen machen und blieb bis 2006 als Kameramann bei ARD und SWR in Mainz tätig. Die Rückkehr des Ehepaares erfolgte 2008, woraufhin im selben Jahr Matthias Neumann nach schwerer Krankheit verstarb.

1. Dezember 2017: Buchpräsentation "in civitate nostra dreseden" im Stadtarchiv

Buchpräsentation "in civitate nostra dreseden"; v.l.n.r. Carola Schauer, Thomas Kübler, Annekatrin Klepsch, Annemarie Niering
© Stadtarchiv Dresden, Elvira Wobst

Was haben das teuflische Treiben von Kurfürst Moritz, ein kopfloser Reiter in der Dresdner Heide, ein Café am Orte des Anbandelns, der Pudel und Wagner, ein Wasserklosett für Damen, Chicago an der Elbe, eine Brücke über die Grundstraße und ungewöhnliche Sichten auf den Schillerplatz gemeinsam? Sie sind Inhalt überwiegend unveröffentlichter Geschichte(n) aus dem Dresdner Stadtarchiv, die bisher in seinen Akten verborgen lagen. Anhand verschiedenster Archivalien präsentieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs neben bekannten Persönlichkeiten aus Musik-, Kunst- und Geschichtswissenschaft Kurioses, Neues und Vergessenes in der Publikation „in civitate nostra dreseden“. In der dazugehörigen Sonderausstellung können die Besucherinnen und Besucher gleichermaßen in diese "Verborgenen Geschichte(n)" eintauchen und die ausgewählten Exponate entdecken. Auf drei Etagen und einer großräumigen Ausstellungsfläche werden diese Besonderheiten zu sechs Themenbereichen wie Innovation, Kriminalität und Provokation gezeigt. Der Besuch der Sonderausstellung und die Veranstaltungsreihe sind kostenfrei. Die Publikation entstand mit freundlicher Unterstützung von Ancestry.com Deutschland GmbH.

Die Publikation „in civitate nostra Dreseden. Verborgenes aus dem Stadtarchiv“ kann direkt im Lesesaal (4. Etage) des Stadtarchivs gekauft oder per Mail an stadtarchiv@dresden.de bestellt werden.

Das Buch kostet 35,00 Euro. Bei Versand zuzüglich Versandkosten.

14. November 2017: Stadtarchiv erhält historische Unterlagen von der SHK-Innung Dresden aus dem 17. Jahrhundert (Innung Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik)

v.l.n.r. Thomas Kübler (Archivdirektor), Dr. Andreas Brzezinski (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Dresden), Ronny Teich (Vorstandsmitglied der SHK-Innung), Frank Schöne (Geschäftsführer SHK-Innung)
v.l.n.r. Thomas Kübler (Archivdirektor), Dr. Andreas Brzezinski (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Dresden), Ronny Teich (Vorstandsmitglied der SHK-Innung), Frank Schöne (Geschäftsführer SHK-Innung)
© Stadtarchiv Dresden, Elvira Wobst

Die Innung Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik (SHK) Dresden übergab einen besonderen Fund aus dem Nachlass von Installateur- und Klempnermeister Erwin Koch. Die Enkel Kochs, von 1958 bis 1973 Obermeister der Innung, fanden Unterlagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf seinem Dachboden.

Zum Fund gehören eine Innungsordnung von 1689 und ein großes Siegel mit Johann Georg Kurfürst von Sachsen. Weitere 13 handgeschriebene Geburtsbriefe mit Siegel stammen aus einem unbekannten Nachlass. Ein Geburtsbrief bestätigt die eheliche Abstammung des Geborenen. Die Urkunde wurde in der frühen Neuzeit von den Zünften von jedem Auswärtigen verlangt, der ein Handwerk in der Stadt erlernen oder ausüben wollte.

Die Innung existiert seit 1679 (damals als Klempnerinnung). Nach wechselvoller Geschichte wurde sie 1990 mit dem Namen Innung Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik Dresden neu gegründet. Sie versteht sich als freiwillige Gemeinschaft gleichgesinnter Handwerker, die Erfahrungen austauschen und gemeinsame Aktionen zum Fortbestand ihres Handwerks durchführen. Fortbildung und Nachwuchsgewinnung stehen im Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten. Aktuell hat die SHK-Innung Dresden knapp 200 Mitglieder.

10. Oktober 2017: Stadtarchiv erhält Pläne des städtischen Kanalsystems und der Markthallen aus Graz

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Mitte) und Stadtarchivdirektor Thomas Kübler (5. v.r.) erhalten die Pläne
Übergabe in Graz: Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Mitte) und Stadtarchivdirektor Thomas Kübler (5.v.r.) erhalten von Siegfried Nagel, Oberbürgermeister der Stadt Graz (Mitte), die Pläne.
© Stadt Graz, Foto Fischer

Das Stadtarchiv erhielt die erfreuliche Nachricht, dass sich historisch bedeutende Unterlagen für die Stadt Dresden in Graz befinden. Am 10. Oktober 2017 übergab der Oberbürgermeister der Stadt Graz Herr Siegfried Nagl die Archivalien an Frau Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch und an Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden Herrn Thomas Kübler.

Die Pläne des Kanalsystems der Stadt Dresden wurden bei einer Besichtigung der Bestände des ehemaligen Kanalbauamtes im Stadtarchiv Graz gefunden. Es handelt sich dabei um Plänbestände aus der Zeit um 1900. Im Januar 1912 wurde dem Grazer Stadtbauamt die Erstellung eines Generalkanalierungsprojektes übertragen. Die beauftragte Projektgruppe führte im August und September eine Studienfahrt unter anderen auch nach Dresden durch, um sich über dortige Kanalsysteme zu informieren. Vermutlich wurden bei der Studienreise die Pläne mitgenommen, um sie später wieder nach Dresden zu schicken.

Bei den Recherchen zum Hintergrund der Dresdner Kanalpläne im Stadtarchiv Graz wurden zudem zeitgenössische Kopien von Bauplänen verschiedener Dresdner Markthallen gefunden. Es handelt sich hier hierbei um Querschnitte und Grundrisse einzelener Stockwerke der Gebäude. Die Pläne kamen vermutlich ebenso bei einer früheren Studienreise nach Graz.

Da die Pläne nach dem Provenienzprinzip nicht zwingend in Graz archiviert werden müssen, werden diese an das Stadtarchiv Dresden übergeben. Die beiden Bestände zum Dresdner Kanalsystem und zu den Markthallen schließen Lücken in der Überlieferung.

11. August 2017: Stadtarchiv erhält historische Dokumente zur Geschichte des Filmtheaters Schauburg

v.l.n.r. Thomas Kübler, Annekatrin Klepsch, Stefan Ostertag, Benjamin Grill
v.l.n.r. Thomas Kübler, Annekatrin Klepsch, Stefan Ostertag, Benjamin Grill
© Elvira Wobst, Stadtarchiv Dresden.

Im Beisein der Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch, erhielt das Stadtarchiv Dresden am Freitag, 11. August 2017 historische Dokumente zur Geschichte des Filmtheaters Schauburg.

Das „Filmtheater Schauburg“ der Dresdner Neustadt befindet sich vor seinem 90-jährigen Geburtstag aktuell in der Sanierung. Bauarbeiter entdeckten dabei eine verschweißte Bleikapsel, die sich im Fundament des Gebäudes befand. Dem Geschäftsführer Stefan Ostertag und seinem Team war sofort klar, dass es sich dabei um eine Zeitkapsel mit Geschichten aus der Vergangenheit handeln muss.

Tatsächlich enthält diese Zeitkapsel neben historischen Münzen ein persönliches Dokument über die Entstehung der „Schauburg-Lichtspiele“ aus dem Jahr 1927. Darin beschreibt der Erbauer und Direktor, Arnulf Huyras (1897-1957), seine Idee zur Gründung der Schauburg sowie Details zur die Geschichte des Filmtheaters die bisher noch nicht bekannt waren. Arnulf Huyras, geborener Genfer, lebte ab 1914 in Leipzig und war als Leiter der Mitteldeutschen Ufa-Verleihbetriebe tätig. Durch seine Beschäftigung reiste er mehrfach nach Dresden und stand eng mit den Filmtheaterbesitzern in Kontakt, insbesondere mit Heinrich Apel, dem Inhaber des Hansa-Theaters auf der Görlitzer Straße 18. Nach Apels Tod wurde Huyras 1923 Teilhaber und „lernte die Neustadt schätzen und empfand die Bevölkerung als sehr sympathisch“. Nach Zerwürfnissen mit den anderen Teilhabern suchte Arnulf Huyras nach Bauland, um ein eigenes Kino zu eröffnen. Der Fleischermeister Gustav Urban verkaufte ihm das Grundstück an der Königsbrücker Straße 55, Ecke Bischofsweg. Am 15. Oktober 1927 war es dann soweit und Direktor Huyras eröffnete das erste frei stehende Theater in Dresden mit den Worten, „die besten Spielfilme aus aller Welt zu bringen und in der Neustadt eine Kulturgemeinde zu schaffen“.

Das Stadtarchiv sieht mit dem Erhalt der Dokumente eine bedeutende Institution der Dresdner Kinogeschichte vor 1945 überliefert. Die Inhalte der Zeitkapsel spiegeln zudem die Mühen eines bislang kaum bekannten Kinobesitzers wieder, der den dafür umso bekannteren Architekten Martin Pietzsch für die Realisierung seines Filmtheaters gewinnen konnte.

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