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18.04.2005

Hochwasserschutz für Bäche, Flüsse und Teiche

Pressefahrt: Vom Augusthochwasser 2002 zum Plan Hochwasservorsorge Dresden 2004 / 2005 am Beispiel Gewässer II. Ordnung in Schönfeld-Weißig

Im Dresdner Stadtgebiet gibt es über 400 fließende und stehende Gewässer II. Ordnung mit einer Gesamtlänge von ca. 440 Kilometern. Das Umweltamt ist verantwortlich für deren Unterhalt, Ausbau und Hochwasserschutz.
Das Augusthochwasser 2002 verursachte im gesamten Stadtgebiet über 300 direkte Schäden an den Gewässern II. Ordnung mit einem Umfang von ca. 13 Mio. Euro. Die indirekten Schäden und die Folgeschäden an Gebäuden, Infrastruktur etc. werden auf ca. 70 Mio. Euro geschätzt.

Obwohl in Schönfeld-Weißig nur 60 Kilometer (14 Prozent) der Gesamtgewässerlänge Dresdens liegen, sind hier 130 Einzelschäden (40 Prozent der Gesamtschäden an städtischen Gewässern) erfasst. Ein Schadensumfang von ca. 4 Mio Euro ist bestätigt. Das entspricht 30 Prozent der Gesamtsumme im Stadtgebiet. Jetzt sind ungefähr die Hälfte davon beseitigt, der Rest wird weitgehend 2005 abgeschlossen.

Ursache der massiven Schäden waren die Kraft des Hochwassers und der mangelhafte bauliche Zustand der Gewässer. In den letzten 60 Jahren ist unzureichend instand gesetzt und unterhalten worden. Intensive Landwirtschaft und die vor 1989 verrohrten Bachläufe verschärften die Lage.
Seit 1990 erschloss die damalige Gemeinde Schönfeld-Weißig großräumig Baugebiete auf ehemaligen Landwirtschaftsflächen. Hochwasserschutz und das Rückhalten von Regenwasser fanden bei der Planung nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Den Gewässern fehlte Raum. So wurde z. B. beim Bau auf der Heinrich-Lange-Straße/ Wiesenstraße der verrohrte Wiesengraben nicht offengelegt. Deshalb überfluteten die Straßen und Häuser bei starkem Regen unkontrolliert. Im September 2002 richtete ein Gewitter dort Schäden in Höhe von über 2 Mio. Euro an.

Grundsätzlich werden in Dresden zwei Gewässertypen unterschieden: Die Elbhangbäche mit großem Gefälle, tiefer Einkerbung und starker Geschiebeführung. Ein Beispiel dafür ist der Keppbach, an dem Hochwasserschäden von über 2 Mio. Euro aufgetreten sind. Die Hochlandbäche mit geringem Gefälle und weiten Bachauen. Diese Bäche wurden oft bis an die Uferböschungen verbaut. Damit weisen Sie ein großes Schadenspotential bei Überflutungen auf. Beispiel: Schullwitzbach in Schullwitz und Eschdorf mit 2,4 Mio. Euro Hochwasserschäden

Die umfangreichen Schäden an den städtischen Fließgewässern waren so schnell wie möglich zu beseitigen. Dem Umweltamt ist es dabei wichtig, das bei der Wiederherstellung der zerstörten Gewässerbetten auch der Hochwasserschutz und die ökologischen Leistungsfähigkeit langfristig verbessert werden.
Zwischen Hochwasserschadensbeseitigung, die aus den Mitteln des Bundes für die Fluthilfe über die Landestalsperrenverwaltung finanziert wird, und den Aufwendungen für einen vorsorgenden Hochwasserschutz musste hier sorgfältig getrennt werden.
Aus diesem Grunde wird zeitlich gestaffelt. Seit Ende 2002 werden die dringlichen und komplexeren Schäden beseitigt. Parallel dazu wird der Hochwasserschutz geplant, eingebunden in den Dresdner Plan Hochwasservorsorge, der im Auftrag des Stadtrates aufzustellen und als langfristiges Investitionsprogramm umzusetzen ist.

Zunächst werden die Gewässer in den Ortslagen saniert, wo auch die höchsten Schadenspotenziale sind. Nach Möglichkeit wird die mittlerweile nach oben korrigierte Bemessungsgrundlage angepasst. Im nächsten Schritt werden dort, wo das Gebiet naturnah belassen oder naturnah wieder hergestellt ist, die Bäche aufgeweitet. Damit verlangsamt sich der Ablauf einer Hochwasserwelle und es wird Platz für Rückhalteräume. Das ist besonders bei starken Niederschlägen und in den Oberläufen der Gewässer wichtig. Die Gefahr, dass Ortslagen überschwemmt werden reduziert sich.
Bei Elbhang müssen die Orte vor Treibgut und Geröll geschützt werden. An geeigneten Stellen hilft hier ein eingebauter Geschiebefang, an gut zugänglichen Stellen. Dort kann das Treibgut und Geröll ohne großen Aufwand regelmäßig aus dem Gewässer beräumt werden.

Bei der Pressefahrt zum Thema Hochwasserschutz an Gewässern II. Ordung heute wurde gezeigt, wie das Zusammenspiel von Flutmulden als erweiterte Hochwasserrückhalteräume, Geschiebefängen und Gerinneertüchtigung funktioniert, welche Chancen aber auch welche Probleme in den Ortslagen dabei auftreten und wie sich durch die Arbeiten zur Schadensbeseitigung und zum Hochwasserschutz auch die ökologische Situation an den Bächen entwickelt hat. Ein weiterer Schwerpunkt lag darin, an Hand einzelner Teiche zu zeigen, wie diese nicht bloß für die Karpfenzucht, sondern auch für den Hochwasserschutz und als Lebensraum für seltene zum Teil vom Aussterben bedrohte Tierarten gestaltet werden und unterhalten werden können.

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