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https://www.dresden.de/de/rathaus/stadtbezirksaemter/leuben/geschichte/132010100000168854.php 06.05.2015 11:38:44 Uhr 15.09.2019 10:50:29 Uhr

Niedersedlitz

Niedersedlitz wurde als Schetlicz (slaw.), ein Rundlingsdorf, erstmals 1350 erwähnt. Lehensherr war der Burggraf zu Dohna. Ab 1402 war Niedersedlitz in markgräflichem Besitz. 1465 erwarb Botho von Carlowitz große Teile. 1586 wurde Abraham von Schönberg, Herr auf Gut Gamig, mit den Fluren belehnt.

Große Zerstörungen erlitt Niedersedlitz im 30-jährigen Krieg und bei der Schlacht um Dresden, 1813. Durch den Bau der „Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn" von Dresden nach Pirna (kurze Zeit später bis Bodenbach) konnte die industrielle Entwicklung des Ortes stark begünstigt werden. 1871 nahmen die „Chemischen Fabriken Otto Kaufmann" als erstes großes Werk die Produktion auf. 1873 baute A. Danckelmann die Mühle am Mühlgraben zur Dampfmühle um und nahm diese in Betrieb. Oskar Ludwig Kummer eröffnete 1887 eine „Elektro-Motoren-Fabrik", das spätere „Sachsenwerk". Ab 1895 produzierten „Hoentsch und Co." Heizungsanlagen sowie komplette Holzhäuser und „Kelle und Hildebrandt", später „SBS", nahmen ihr Werk für Stahlskelettbau, Theaterbühnen-, Stahlhoch- und Brückenbau in Betrieb, das ganz Deutschland auch mit Gaslaternen, Straßenmasten, Schleusendeckeln und im Zweiten Weltkrieg die Marine mit Teilen von U-Boot-Rümpfen belieferte. 1877 wurde ein Güterbahnhof errichtet, der ständig erweitert werden musste. 1991 wurde er stillgelegt.

1911 wies Niedersedlitz insgesamt 55 Betriebe mit 3763 Arbeitern auf, wovon viele aus den umliegenden Gemeinden stammten.

1901 fand die Übergabe des Rathauses Sosaer Straße statt, errichtet vom gleichen Architekten wie das Rathaus Leuben. Im Einzugsbereich bildeten sich lockere Wohnsiedlungen und erste genossenschaftliche Wohnkomplexe. 1922 erweiterte sich Niedersedlitz durch Eingemeindung von Groß- und Kleinluga. Das Rathaus ist inzwischen Sitz der Stadtsparkasse.

Die Eingemeindung mit 8000 Einwohnern zu Dresden erfolgte 1950.

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